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Japanische Schmiedekunst Mokume Gane: Jedes Schmuckstück ist ein Unikat

Schmieden auf Japanisch: Mokume Gane-Schmuck ist in Deutschland kaum bekannt und nur wenige Goldschmiede beherrschen die Technik, die ihren Ursprung in Japan hat. Die Art des Schmiedens ist zwar sehr aufwendig, doch jedes Stück wird zum Unikat.

Mokume Gane – diese Schmiedetechnik sagt wahrscheinlich nur wenigen etwas. Seinen Ursprung hat sie im Japan des 17. Jahrhunderts. Mokume heißt Holzmaserung, Gane heißt Metall. Mokume Gane bedeutet also holzgemasertes Metall. Das drückt zugleich aus, was die Produkte, die durch diese Art des Schmiedens entstehen, so besonders macht.

Lange Zeit war Mokume Gane nur in Japan bekannt. Erst in den 1970er Jahren wurde die Technik in den USA angewendet und kam in der Folgezeit auch nach Europa. Dennoch beherrschen nach wie vor nur wenige Goldschmiede in Deutschland diese besondere Schmiedekunst.

Sehr aufwendige Technik

Norbert Rentschler, Goldschmied und Inhaber der Mokume Gane-Werkstatt in Pforzheim, ist einer der wenigen, der in Deutschland ausschließlich mit dieser Technik arbeitet. "Mokume Gane ist eine extrem aufwendige und komplizierte Art des Schmiedens", sagt Rentschler.

Die Arbeitsschritte in Grundzügen: Mindestens zwei verschiedene Plättchen aus verschiedenfarbigen Metallen, z.B. Silber, Rosé oder Platinum werden zunächst miteinander verschweißt. Meist werden 15 bis 39 Lagen zusammengefügt, damit eine schöne Maserung entsteht. Ursprünglich wurden in Japan aus Mangel an Ressourcen keine Edelmetalle sondern verschiedene Legierungen wie "Shakudo", "Shibuishi" oder "Kuromi-do" verwendet.

Mehr als 25.000 Hammerschläge für einen Ehering

Die miteinander verbundenen Schichten muss der Goldschmied dann strukturieren. Die Lagen werden aufgebrochen und die Oberfläche verletzt, damit die unterschiedlichen Farben zum Vorschein kommen. Die Maserung entsteht durch die Art, wie die Schichten durchbrochen werden – beispielsweise durch Fräsen, Aufsägen oder Verdrehen. Daraufhin wird die Oberfläche glattgeschmiedet.

Rentschler braucht für einen Ehering mit Mokume Gane 25.000 bis 30.000 Hammerschläge vom Block bis zum fertigen Ring. Denn im Gegensatz zur herkömmlichen Technik hierzulande, ist es bei Mokume Gane nicht möglich, die Produkte zu gießen. "Jedes Stück ist handgearbeitet und jedes Stück ist ein Unikat", erläutert der Goldschmied. "Man kann ähnliche Maserungen erstellen, aber ein Stück nie ganz genau gleich wiederholen."

Angebot an Mokume-Gane-Kursen ist klein

In Deutschland werden vereinzelt Kurse angeboten, in denen Goldschmiede die Mokume Gane Technik lernen können. Eine Schule oder eine Spezialisierung in der klassischen Schmiede-Ausbildung gibt es aber nicht. Ein großer Teil des Wissens entsteht durch Ausprobieren und Üben. "Ich habe Jahre gebraucht, bis ich das optimale Ergebnis erzielt habe, sagt der Goldschmied. "Das war mit viel Zeit, Geld und Misserfolgen verbunden." Inzwischen fertig Rentschler jedoch ausschließlich Mokume Gane-Schmuck. sch

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