Unternehmensführung -

Checkliste für das Bewerbungsgespräch Mitarbeitersuche: Zehn Fehler, die Bewerber machen

Einen guten neuen Mitarbeiter zu finden, ist eine Kunst für sich. Viele Bewerber gehen bei ihrer Jobsuche von falschen Voraussetzungen aus, später leiden nicht nur sie, sondern auch auch der Betrieb darunter. Auf folgende zehn Punkte müssen beide Seiten achten.

Ein Jobwechsel bietet viele neue Chancen: eine verantwortungsvollere Aufgabe, mehr Gestaltungsspielraum für eigene Ideen, ein höheres Einkommen.

Diese Optionen sind für Bewerber oft so verlockend, dass sie ein Jobangebot annehmen, ohne sich im Vorfeld ausreichend Gedanken dazu gemacht zu haben. Berater Lutz-M. Busch warnt vor den zehn häufigsten Bewerberfehlern:

1. Geht es nur ums Geld?

Kandidaten wechseln oft aus finanziellen Gründen den Arbeitgeber und vergessen darüber zu prüfen, ob die neuen Arbeitsinhalte und das Umfeld überhaupt für sie passen.

2. Was sagt das Bauchgefühl?

Schon im Vorstellungsgespräch kann das Gefühl aufkommen, dass man nicht zusammenpasst. Diesem Gefühl sollten beide Parteien im Zweifelsfall folgen und auf eine Zusammenarbeit verzichten.

3. Hat der Bewerber die Belange seiner Familie berücksichtigt?

Schon während die Bewerbungsrunden laufen, sollte man die gesamte Familie einbeziehen. Ist der neue Job nicht in der Nähe, muss die Familie vielleicht umziehen, Kinder müssen die Schule wechseln oder man entscheidet sich für eine Wochenendbeziehung und nimmt eine Wohnung am Arbeitsort. Diese Veränderungen können so stark belasten, dass der neue Arbeitnehmer den Job schnell wieder aufgibt.

4. Was erwartet sich der Bewerber von der Position?

Oft klingt eine Jobbeschreibung nach mehr als sie ist. Nach Arbeitsbeginn ist der Bewerber zunehmend enttäuscht, weil seine neue Position doch weniger Verantwortung oder selbstständiges Arbeiten beinhaltet als er sich vorgestellt hat. Auch in dieser Hinsicht sollten die Erwartungen des Arbeitgebers wie des Bewerbers schon im Bewerbungsgesprächs geklärt werden.

5. Schätzt der Bewerber die Aufgabe richtig ein?

Das Einschätzen der eigenen Fähigkeiten und Interessen sollte die Basis eines Wechsels sein. Hierzu muss aber auch der Arbeitgeber die Aufgaben exakt beschreiben.

6. Stimmen die Rahmenbedingungen?

Der Arbeitgeber will den neuen Mitarbeiter nur für ein Jahr befristet anstellen, der Bewerber geht von einer unbefristeten Stelle aus. Beide Seiten sollten schon frühzeitig klären, wie sie sich die rechtlichen Seiten der Anstellung vorstellen.

7. Wie sieht es aus mit der Kündigungsfrist?

Nichts ist ärgerlicher, als wenn man sich mit einem Bewerber einig geworden ist und dann stellt sich heraus, er darf bei seinem alten Arbeitgeber noch gar nicht gehen. Deswegen muss der Bewerber unbedingt vorab klären, ob er zum gewünschten Zeitpunkt anfangen kann und dann auch mit offenen Karten spielen.

8. Warum hat der Bewerber so oft gewechselt?

Manche Bewerber haben es nirgends lange ausgehalten. Hier sollten Arbeitgeber sehr genau nachfragen, denn die Gefahr, dass der Bewerber auch im eigenen Unternehmen schnell das Handtuch wirft, ist groß.

9. Sind alle finanziellen Aspekte berücksichtigt?

Im Handwerk sind die Löhne meist niedriger als in der Industrie. Doch gibt es Zusatzleistungen, mit denen der Arbeitgeber werben kann und die der Bewerber kennen sollte. Das können Tankgutscheine ebenso sein wie der Zuschuss zum Fitnessstudio oder Genussrechte am Unternehmen.

Hat sich der Bewerber über das Unternehmen informiert?

Jeder Jobsuchende sollte sich für das Unternehmen interessieren, in dem er sich bewirbt. Informationen zu jeder Kapitalgesellschaft findet er unter bundesanzeiger.de und es lohnt sich auch, im Internet zu suchen, ob vielleicht in der Lokalpresse etwas über das Unternehmen steht. Der Arbeitgeber hört im Bewerbungsgespräch schnell heraus, ob der Jobsuchende sich die Mühe gemacht hat, den Betrieb kennenzulernen. bst

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