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Fachkräfte und Azubis gewinnen Mitarbeiter finden: 13 Tipps für die richtige Stellenanzeige

Auch im Social Media-Zeitalter ist die Stellenanzeige noch immer das wichtigste Instrument um Mitarbeiter und Azubis zu finden. Allerdings: Stellenanzeigen sind zu oft austauschbar und langweilen mit Plattitüden statt mit aussagekräftigen Informationen. 13 Tipps für die richtige Stellenanzeige.

Viele Betriebe tun sich schwer, Auszubildende und qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Damit sich potentielle Angestellte und Azubis jedoch für eine Firma interessieren, spielen viele Dinge eine Rolle. Eine gut geschriebene Stellenanzeige ist hilfreich. Gerade kleinere Betriebe, die nicht durch einen bekannten Namen auftrumpfen können, müssen in ihrer Stellenanzeige zeigen, was sie zu bieten haben. Doch wie schreibt man eine gute Stellenanzeige und welche Beispiele aus dem Unternehmensalltag sollte sie enthalten?

13 Tipps, was eine gute Stellenanzeige enthalten sollte

Welche konkrete Tätigkeit wird ausgeübt?

Tätigkeiten - der Kern einer Stelle, - werden zu oft viel zu dürftig, unpräzise und lieblos aufgelistet. Haupt- und Nebentätigkeiten mit konkreten Zeitangaben zu unterscheiden, ist deutlich besser. Grafische Schaubilder machen die Stellenanzeige zudem besonders anschaulich.  

Wird von einer Führungskraft Sozialkompetenz erwartet?

Sozialkompetenz erwartet bei einer Führungskraft jeder. Deshalb ist diese Anforderung in einer Stellenanzeige auch absolut nichtssagend. Es muss vorab klar sein, was vom "neuen" Mitarbeiter erwartet wird. Die Anforderungen an den Führungsstil sollten dann auch entsprechend genau in der Stellenanzeige, möglichst mit Beispielen, beschrieben werden.

Welche Freiräume bietet der Betrieb?

Freiräume zu bieten ist schön und gut,  aber was heißt das genau? Mit aktuellen Beispielen oder Projekten verbunden werden Freiräume spannend, konkret und anschaulich.

Welche Perspektiven gibt es im Betrieb?

Erzählen Sie in drei bis vier Sätzen eine kleine Geschichte, welche Aufgabe einer ihrer Mitarbeiter erst kürzlich realisierte und wie dies seinen Job verändert hat. Oder nennen Sie in der Stellenausschreibung wenigstens zwei drei Stichwörter wie beispielsweise: Karrieremöglichkeiten, Auslandaufenthalte, Förderprogramme.

Ist das Unternehmen Marktführer?

Ob eine Firma in ihrem Bereich Marktführer ist, interessiert Bewerber nicht so brennend, wie das viele Unternehmen glauben. Es langweilt sogar eher, weil diesen "Häuptlingsschmuck" zu viele für sich beanspruchen. Deshalb braucht man Fakten: Was macht ihre Firma als attraktiven und modernen Arbeitgeber aus und was hat sie - vielleicht sogar als Alleinstellungsmerkmal - Besonderes zu bieten? Ebenfalls gut: Auf Facebook-Likes hinweisen und zufriedene "Fans" zitieren.

Welche Anforderungen sollte man an die Bewerber stellen?

Sie stellen höchste Anforderungen, die kaum jemand erfüllen kann? Dann wird auf Ihre Stellenausschreibung auch wenig Rücklauf folgen. Wichtig: Sagen Sie genau, was weshalb wichtig ist, was eine Nebentätigkeit ist, was ein Must-have und was ein Nice-to-have ist. Beschränken Sie sich auf wenige, aber dafür präzise formulierte und erfolgs- und stellenrelevante Anforderungen.

Muss Social Media in die Stellenanzeige eingebaut werden?

Wir sind auch auf Facebook. Das war's dann schon? Es geht auch anders: Zum Beispiel, wenn Sie ihr Team mit einem Video vorstellen und begeisterte Kunden auf Facebook zeigen. Sinnvoll eingebaut, machen Social-Media-Inhalte jede Stellenanzeige besser.

Muss das Logo und das Firmengebäude in der Stellenanzeige zu sehen sein?

Ehrlich gesagt, niemanden interessiert es. Wie wär's mit dem neuesten Produkt in Händen einer Kundin, einer aktuellen Testsieger-Auszeichnung, Originalurteile von Kunden aus der Facebook-Fanpage oder der Übergabe des Gesellenbriefs an einen Lehrling? Emotionen und Menschen - ob Kunden oder Mitarbeiter - sind auch bei Stellenanzeigen nicht verboten und machen die Anzeige lebendiger. Positive Beispiele werten die Stellenausschreibung allgemein immer auf.

Sollte man ein Online-Bewerbungs-Formular anbieten?

Kunden schätzen die freie Wahl der Möglichkeiten von Kontaktaufnahmen. Bewerber auch. Deshalb ist eine Bewerbung über ein Online-Formular immer ein sinnvoller Service. So wird der Bewerbungsvorgang deutlich vereinfacht und beschleunigt.

Welche  Herausforderungen bietet das Unternehmen?

Hier ist es wichtig, aktuelle Projekte, eine sich anbietende Weiterbildung, zwei bis drei mögliche Karrierestufen oder eine besonders spannende Zielsetzung zu nennen. Dadurch wird der Begriff "Herausforderungen" konkret. Auch möglich: Projekte und Aufgaben in einem Video von Mitarbeitern näher schildern lassen. Dies macht Ihren Betrieb nahbar.

Was sind die Motive, um den Job auszuüben?

Das Marketing kennt viele Kaufmotive von Kunden und spricht diese auch gezielt an. Bewerber haben diese Motive genauso. Motive für eine Bewerbung können Karriere und Status, Arbeitsplatz-Sicherheit, Weiterentwicklung, Erfolg, Gehalt und vieles mehr sein. Deshalb ist es wichtig mit relevanten Motiven die Kompatibilität mit der Unternehmenskultur wahrscheinlicher zu machen, um so die idealen Mitarbeiter zu finden.

Gibt es bereits ein gut aufgestelltes Team?

Hier ist wichtig, das bereits vorhandene Mitarbeiter-Team möglichst genau zu beschreiben. Ein Beispiel:  "Das Team besteht aus allen Altersklassen. Jeder einzelne von ihnen ist eine zupackende, besonders hilfsbereite und ambitionierte Persönlichkeit. Sie arbeiten mit viel Engagement, schätzen Humor und legen Wert auf ein harmonisches Miteinander - und eine Teamkollegin, die alles das schätzt und vieles davon auch mitbringt".

Allgemein: Was erwarten Bewerber von einer Stellenanzeige?

Was wünschen sich Jobsuchende von Stellenanzeigen? Es sind vor allem konkrete und informative Anforderungen, authentische Aussagen zu Menschen und Aufgaben und die Charakteristiken einer Unternehmenskultur. Oft sind es letztlich diese entscheidenden Fragen: "Passe ich zu diesem Unternehmen? Bietet es die mich interessierenden Aufgaben und kann ich meine Fähigkeiten, mein Wissen und meine Erfahrung einbringen"?

Lektüre zum Thema "Stellenanzeige richtig schreiben"

Im Buch Stellenanzeigen wirksam und erfolgreiche formulieren gibt es weitere Tipps, wie Betriebe eine Stellenanzeige richtig formulieren, um so die besten Mitarbeiter zu finden. dhz

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