Kassel -

Mit QuABB gegen Abbrüche

Das Kasseler Modellprojekt will Ausbildungskapazitäten erhalten

Seit Mitte März können Ausbildungsbetriebe und Auszubildende in Stadt und Landkreis Kassel auf eine besondere Unterstützung zurückgreifen: Die Qualifizierte berufspädagogische Ausbildungsbegleitung in Berufsschule und Betrieb (QuABB). Sozialpädagogische Ausbildungsbegleiterinnen und Beratungslehrer an den Berufschulen suchen frühzeitig den Kontakt zu Auszubildenden, bei denen die Gefahr besteht, dass sie ihre Ausbildung abbrechen. Gemeinsam mit den Jugendlichen wird geschaut, wo Unterstützung benötigt wird und diese organisiert. Das kann von gezielter Förderung in der Berufsschule bis zur Klärung persönlicher Schwierigkeiten wie auch den Umgang mit Konflikten im Betrieb gehen. Das heißt, drei Ausbildungsbegleiterinnen sowie sieben Beratungslehrer stehen den Ausbildungsbetrieben und Auszubildenden als Ansprechpartner/-innen direkt zur Verfügung. In enger Zusammenarbeit mit den Akteuren in Berufsschule, Betrieb und den Kammern sind sie präventiv tätig und entwickeln aufeinander abgestimmte Interventionsstrategien bei Konflikten in der dualen Berufsausbildung. „So mancher Ausbildungsabbruch lässt sich verhindern, wenn alle Beteiligten möglichst frühzeitig gemeinsam nach einer Lösung der Probleme suchen. In den Mitarbeitern von QuABB finden Betriebe und Auszubildende Ansprechpartner, die im Konfliktfall vielfältige Unterstützung anbieten. Auf diesem Weg können Ausbildungsressourcen in den Betrieben erhalten werden, was letztendlich im Interesse aller Beteiligten ist“, sagte Ursula Lange, Bildungsexpertin der Handwerkskammer Kassel.

Der Schaden ist groß

Denn für die Betriebe bedeutet der Abbruch einer Ausbildung teilweise erhebliche finanzielle Einbußen, einen Verlust von Arbeitskapazität und Qualifizierungsaufwand. Die betroffenen Jugendlichen verlieren nicht nur Ausbildungs- und Lebenszeit, mehr als ein Drittel findet dauerhaft keinen Anschluss an den Ausbildungsmarkt, mit allen negativen Folgen für ihre berufliche und soziale Zukunft.

Umfassende berufs- und sozialpädagogische Unterstützungsangebote sollen die betroffenen Auszubildenden stabilisieren und einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss ermöglichen. Kernelement des Modellprojektes ist darüber hinaus die Entwicklung eines Früherkennungssystems, um Fachkräfte für gefährdete Jugendliche zu sensibilisieren. Dieses neue System der Ausbildungsbegleitung soll die Zahl der Ausbildungsabbrüche dauerhaft senken und vor allem mit den „echten“ Abbrechern eine zukunftsfähige Perspektive entwickeln.

Das Modellprojekt QuABB wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL) und dem hessischen Kultusministerium sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Es wird koordiniert vom Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik (INBAS GmbH) und an vier Standorten in Hessen erprobt.

Ausbildungsbegleiterinnen für das Handwerk in Stadt und Landkreis Kassel sind Iris Büchsenschütz und Carola Koisser, HWK Kassel, Scheidemannplatz 2, 34123 Kassel, Tel. 0561/7888139,
E-Mail: Buechsenschuetz@QuABB.inbas.com und Koisser@QuABB. inbas.com, www.quabb.inbas.com

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