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Porträt eines Junghandwerkers Mit 20 Jahren zwei Meistertitel in der Tasche

Sebastian Eckardt ist Deutschlands jüngster Doppel-Meister im Handwerk. Wie er es mit 20 Jahren zu zwei Meistertiteln gebracht hat und was er noch erreichen möchte.

Handwerkliches Geschick, ein früher Schulabschluss und viel Freude an der Arbeit. Das sind die wesentlichen Zutaten, die Sebastian Eckardt aus Heinersdorf in Thüringen zu Deutschlands jüngstem Inhaber von zwei Meistertiteln im Handwerk gemacht haben.

"Nach der Schule hat er immer den Ranzen in die Ecke geschmissen und ist schnurstracks in die Werkstatt marschiert", erinnert sich Vater Stefan Eckardt.

Inzwischen ist aus dem Jungen ein echter Handwerker geworden. Kurz nach seinem 20. Geburtstag hat er sich selbst das schönste Geschenk gemacht – seinen zweiten Meistertitel.

Möglich wurde das, weil er schon immer ganz genau wusste, was er will. Nach einem Schulpraktikum in der neunten Klasse stand für ihn fest, dass er sofort nach Abschluss des Schuljahres bei seinem Praktikumsbetrieb eine Lehre als Kfz-Mechatroniker beginnen würde. Die Argumente seiner Lehrerin, den Jungen doch wegen seiner guten Leistungen noch den Regelschulabschluss machen zu lassen, konnten ihn nicht umstimmen.

Jüngster und bester Kursteilnehmer

Eine gute Entscheidung. Denn Sebastian wurde von seinem eigenen Meister zur vorzeitigen Gesellenprüfung angemeldet. Damit war er der einzige Azubi in ganz Oberfranken, der im Bereich Nutzfahrzeuge die Prüfung ein halbes Jahr eher als alle anderen ablegen konnte. Das war im Juli 2012. Bereits im September begann er den Meisterkurs Kraftfahrzeugtechnikermeister in Vollzeit an der Fahrzeugakademie Schweinfurt, der bis April 2013 dauerte. Ganz nebenbei belegte er mehrere Zusatzlehrgänge für den Nutzfahrzeug-Bereich. Als jüngster Kursteilnehmer schloss er zu guter Letzt sogar als Bester bei der praktischen Abschlussprüfung ab.

Kaum wieder daheim im elterlichen Betrieb, der Land- und Kfz-Technik Eckardt Heinersdorf, meldete er sich zur Kärcher-Schulung für Service-Techniker an und startete direkt durch.

Ohne Pause zur zweiten Meisterausbildung

Frei nach dem Motto: Als junger Mensch lernt es sich besonders leicht, packte er sofort im Anschluss das nächste Ziel an. Nämlich seine zweite Meisterausbildung, diesmal im Landmaschinenmechaniker-Handwerk. Bewusst entschied er sich dabei für die Handwerkskammer Chemnitz. Denn nur hier und in Bayreuth gab es die Möglichkeit, den Kurs in Vollzeit durchzuziehen. Gerne wäre er in Thüringen geblieben. „Aber im Berufsbildungszentrum Rohr hätte sich das Ganze über einen Zeitraum von drei Jahren hingezogen“, sagt Eckardt. Zu lang, lautete sein Urteil.

Im November 2013 begann er seine Landmaschinenmechaniker-Meisterausbildung, erneut als jüngster Teilnehmer seines Kurses. Vor wenigen Tagen bekam Sebastian Eckardt nun die Nachricht, dass er seine zweite Meisterurkunde im Herbst in Chemnitz entgegennehmen darf.

Irgendwann möchte der Heinersdorfer den Familienbetrieb übernehmen. Die Grundlagen dafür hat er bereits gelegt. Und in bestimmten Dingen macht der Junior, wie ihn die Kunden achtungsvoll nennen, dem Senior schon jetzt etwas vor.

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