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Steuer aktuell: Rettung Pauschalsteuer Minijobber: Vorsicht bei teuren Betriebsfeiern

Lädt der Chef Mitarbeiter und deren Familien zum Betriebsfest, kann das für Minijobber teure Folgen haben. Zu hohe Ausgaben pro Person erhöhen den Lohn – Aushilfskräfte verlieren ihren Status als Minijobber. Außer: der Arbeitgeber nutzt eine Pauschalsteuer.

Aushilfe in der Bäckerei
Aushilfen in Bäckereien oder anderen Handwerksbetrieben, die als Minijobber angestellt sind, sollten bei Betriebsfesten aufpassen, dass sie ihren Status als Minijobber nicht verlieren. -

In dieser Woche beantworten wir häufig gestellte Fragen unserer Leser rund um das Thema Steuern. Ein Leser hat ein Problem, das viele andere Handwerksbetriebe auch betreffen dürfte. Es geht um die Frage, ob eine Aushilfskraft ihren Status als Minijobber verlieren kann, wenn die Aushilfe an einer Betriebsveranstaltung teilnimmt und die Kosten für diese Veranstaltung je Teilnehmer über 110 Euro liegen? Die Antwort: Es kommt darauf an!

Betragen Sie Kosten einer Betriebsveranstaltung je Teilnehmer mehr als 110 Euro, muss der übersteigende Betrag als Arbeitslohn versteuert werden und der Vorsteuerabzug für den 110 Euro übersteigenden Betrag geht verloren.

Beispiel: Der selbständige Handwerker feiert eine Betriebsveranstaltung. Jeder Mitarbeiter darf zwei Begleitpersonen mitbringen. Das führt dazu, dass die Kosten je Mitarbeiter bei 180 Euro liegen. Für einen Minijobber bedeutet das, dass er in diesem Monat nicht nur die erlaubten 450 Euro verdient, sondern 520 Euro (450 Euro + 70 Euro (= Betrag, der über 110 Euro liegt)).

Verliert ein Minijobber dadurch seine Privilegien als Minijobber und muss sein Gehalt in diesem Monat wie ein normaler Arbeitnehmer versteuern?

Pauschalversteuerung rettet Minijob-Status

Besteuert der Arbeitgeber die 70 Euro für die Betriebsveranstaltung aus unserem Beispielsfall pauschal nach § 40 Abs. 2 Nr. 2 EStG mit 25 Prozent, liegt kein sozialversicherungspflichtiges Gehalt vor (§ 1 Abs. 2 Nr. 3 Sozialversicherungsentgeltverordnung).

Mit anderen Worten: Die Pauschalversteuerung rettet den Minijob-Status, weil das vereinbarte Minijob-Gehalt sich aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht nicht ändert.

Tipp: Besteuert der Arbeitgeber den steuerpflichtigen Betrag aufgrund der Betriebsveranstaltung nicht nach § 40 Abs. 2 Nr. 2 EStG pauschal mit 25 Prozent, erhöht sich das sozialversicherungspflichtige Gehalt des Minijobbers und die 450-Euro-Höchstgrenze kann dadurch überschritten werden. In diesem Fall wäre für das gesamte Gehalt Lohnsteuer fällig. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv .

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