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Mindestlohn Minijob und betriebliche Altersvorsorge schließen sich nicht aus

Durch die Neuregelung des Mindeststundenlohns von 8,50 Euro ab 1. Januar 2015, von dem auch Minijobber betroffen sind, reduzieren sich in vielen Betrieben die monatlichen Arbeitsstunden der Minijobber. Doch es gibt einen interessanten Ausweg, den Minijobber länger zu beschäftigen, ohne dass er seinen Minijob-Status verliert.

Wie das funktioniert, kann der neuen Geringfügigkeitsrichtlinie vom 12. November 2014 entnommen werden. Demnach es ist zulässig, dass ein Minijobber ein höheres Monatsgehalt als 450 Euro bezieht. Er muss nur ein en Teil seines Gehalts zugunsten einer betrieblichen Altersvorsorge umwandeln.

Entgeltumwandlung rettet Minijob-Status

Arbeitgeber Müller vereinbart mit einer Aushilfskraft ab 1.1.2015 ein monatliches Gehalt von 560 Euro. Davon sollen 120 Euro in eine betriebliche Altersversorgung umgewandelt werden. Folge: Es liegt ein Minijob vor, weil nach Abzug der Beitragszahlungen von 120 Euro nur noch ein Monatsgehalt von 440 Euro verbleibt. Dass diese Entgeltumwandlung funktioniert, ist der neuen Geringfügigkeitsrichtlinie vom 12.11.2014 zu entnehmen, und zwar Textziffer 2.2.1.7 und dem Beispiel 14 am Ende der Geringfügigkeitsrichtlinie.

Tipp: Wer einen Minijob und eine betriebliche Altersvorsorge ab 2015 kombinieren möchte, sollte Folgendes beachten:

  • Die vertraglichen Vereinbarungen sollten stets (z.B. durch einen Steuerberater) überwacht werden.
  • Der Arbeitnehmer kann trotz Mindestlohn in 2015 wieder mehr arbeiten.
  • Der Arbeitnehmer erarbeitet sich trotz Minijob einen Rentenanspruch für seinen Ruhestand.
  • Sie und Arbeitnehmer profitieren von den Regelungen des Minijobs.
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