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Exportwirtschaft schwächt Auftragslage bei Zulieferern Metallhandwerk stärker unter Druck

Das Metallhandwerk sieht sich aufgrund der weltwirtschaftlichen Entwicklungen stärker unter Druck gesetzt. Vor allem in der Feinwerkmechanik äußerten sich viele Betriebe inzwischen skeptisch zur weiteren Entwicklung der Auftragslage. Große Sorgen bereite vor allem ein großer Kunde aus der Industrie.

Die Feinwerkmechanik-Betriebe schauen deutlich skeptischer ins neue Jahr. Die Zahl derer, die eine Verschlechterung erwarten, ist von 8,6 Prozent im vergangenen Jahr auf knapp 30 Prozent zu Jahresbeginn gestiegen. Gerade weil traditionell das vierte Quartal gut sei, blickt der Bundesverband Metall (BVM) mit Sorge auf diese Entwicklung. Der Verband gab auf der Internationalen Handwerksmesse Auskunft über die konjunkturellen Entwicklungen der Branche.

Als Grund nannte der BVM die internationale Entwicklung. Die Unsicherheiten durch die protektionistische Politik der USA sowie Chinas mit Handelshemmnissen und Strafzöllen sowie dem ungelösten Problem mit dem Brexit setzten vor allem die internationale Wertschöpfungskette und damit die feinwerkmechanischen Zulieferer unter Druck. Zusätzlich sinken auch die Aufträge aus der Automobilindustrie, für die viele Zulieferer tätig sind.

Zusätzlich belastend für die Betriebe sind die steigenden Kosten - vor allem auch durch die Bürokratie. Viele Betriebe agierten deswegen inzwischen zurückhaltend bei der Personalaufstockung. Laut Richard Tauber, Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Metall Bayern, verzeichne der Arbeitsmarkt sogar wieder mehr Fachkräfte. Insgesamt ist die Investitionsbereitschaft sowohl bei der Feinwerkmechanik als auch beim Metallbau rückläufig.

Betriebe profitieren von der Konjunktur am Bau

Insgesamt ist die Auslastung im Metallhandwerk dennoch hoch. Gerade die Stimmung im baunahen Metallbau sei weiterhin stabil. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent. Die Betriebe profitieren von der guten Auftragslage beim Bau. Schwieriger werde für größere Metallbauunternehmen das Objektgeschäft, etwa im konstruktiven Glasbau. Hier stehen sie im Wettbewerb mit internationalen Anbietern. Einen Lösungsansatz sieht der Verband vor allem bei der Prozessoptimierung. Die Unternehmen sollten konsequent die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen.

Trotz der Unwägbarkeiten erwatet jedes fünfte Metallbauunternehmen (22,7 Prozent) im ersten Halbjahr 2019 eine Verbesserung seiner wirtschaftlichen Lage. Das entspricht dem Vorjahreswert. Bei den Feinwerkmechanikern sind es nur noch 14 Prozent, die sich eine Verbesserung versprechen. fm

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