Südthüringen -

Firmenjubiläum Merkel Jagd- und Sportwaffen feiert Jubiläum

Zum 120-jährigen Firmenjubiläum hatte das Unternehmen Merkel Jagd- und Sportwaffen Gäste aus Wirtschaft, Politik und Geschäftspartner aus aller Welt zu einem festlichen Empfang in den Firmensitz in der Schützenstraße auf den Suhler Friedberg eingeladen. Auch die Handwerkskammer gratulierte.

Mit Barbara Schade und ­Karin Jones aus Melbourne (Australien) befanden sich auch die beiden Urenkelinnen des Firmengründers Paul Merkel unter den Ehrengästen. Manfred Scharfenberger, Präsident der HWK Südthüringen, und Manuela Glühmann, HWK-Hauptgeschäftsführerin, überbrachten die Glückwünsche der HWK Südthüringen und überreichten eine Ehrenurkunde. Ina Stade, Schulleiterin des Staatlichen Berufsbildungszentrums Suhl/Zella-Mehlis, überbrachte im Namen der Berufsfachschule für Büchsenmacher und Graveure ein Grußwort.

„Ihre Anwesenheit zeigt die große Verbundenheit zu unserem Unternehmen und wir würden uns freuen, wenn dieser Tag dazu dient, Kontakte zu vertiefen und weitere Anknüpfungspunkte zu finden“, sagte Geschäftsführer Olaf Sauer zur Eröffnung des Empfangs. Danach ließ er in seiner Rede die Geschichte des Unternehmens wieder aufleben.

Suhler Geschichte geschrieben

Am 1. September 1898 hatten die drei Brüder, Büchsenmachermeister Gebhard und Oskar, und Schäftermeister Karl Paul Merkel eine Manufaktur zur Herstellung von Jagdgewehren mit dem Namen „Gebrüder Merkel Suhl“ gegründet. Innerhalb von 20 Jahren erarbeitete sich das Waffenwerk in Suhl einen hervorragenden Ruf. Die Merkel-Brüder gelten als Kinder der industriellen Revolution. Grandios beherrschten sie die Kombination aus Maschinen- und Handarbeit und setzten für die Konstruktion ihrer Jagdwaffen stets auf Innovationen. Mit der Idee der übereinanderliegenden Läufe schufen sie das Merkel-Bockgewehr, das das jagdliche und sportliche Schießen revolutioniert hat.

Kinder der industriellen Revolution

Für diese technische Meisterleistung erhielt die Firma zur Weltausstellung 1937 in Paris den „Grand Prix“. Mit Ernst Merkel, dem Sohn von Gebhard und Adolf Schade, dem Schwiegersohn von Karl Paul Merkel, übernahm Mitte der 1930-er Jahre die zweite Generation die Leitung des Unternehmens und setzte den Erfolgskurs in schwierigen Zeiten fort. So dauerte es nach dem wirtschaftlichen Einbruch durch den ersten Weltkrieg nur wenige Jahre, um die Handelsbeziehungen zu 28 Ländern wieder aufzubauen.

Nach dem zweiten Weltkrieg interessierte sich die Sowjetunion für die hochwertigen Jagdwaffen und bestimmte den Verbleib der Produktion in Suhl. 1948 wurde die Familie Merkel enteignet und das Werk in Volkseigentum überführt. 1953 erlosch die Firmenbezeichnung „Gebrüder Merkel“. Der Name „Merkel“ existierte seitdem nur noch als Markenbezeichnung. Merkel-Jagdwaffen wurden zu DDR-Zeiten überwiegend für den Export produziert und galten als Exportschlager und Luxusprodukte.

1989/90 brach mit dem Ende der DDR eine neue Zeit an, die anfangs von tiefen Einschnitten für das Werk in Suhl geprägt war. Eine wichtige und zukunftsweisende Entscheidung bestand in der Errichtung eines neuen, modernen Produktionsstandortes im Gewerbegebiet Suhl-Friedberg. Seit 2005 firmiert das Unternehmen als Merkel Jagd- und Sportwaffen GmbH und führt somit den Markennamen wieder in der Firmenbezeichnung.

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