Oberfranken -

424 Jungmeister Meisterfeier 2015

Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft sind der Einladung der Handwerkskammer zur Jungmeisterfeier des gefolgt. HWK-Präsident Thomas Zimmer gratulierte in seiner Festansprache den 68 Jungmeisterinnen und 356 Jungmeistern.

„Viele von Ihnen werden sich heute zurückerinnern. An den Tag, an dem Sie sich dazu entschlossen haben, Handwerksmeister zu werden. An die sicherlich oft schweißtreibende, anstrengende, manchmal auch nervenzerreißende Zeit des Lernens und der Prüfungen. Diese Phase Ihres Lebens haben Sie erfolgreich absolviert. Sie können stolz darauf sein. So wie auch Ihre Familien, Ihre Angehörigen, Ihre Freunde, aber auch Ihre Lehrer und Prüfer in den Meisterschulen heute stolz auf Sie sind.

Sie stehen als Meister für die höchste Qualifikation im Handwerk. Eine Qualifikation, die in Deutschland, aber auch international hoch anerkannt ist. Meisterbrief und Bachelor sind europaweit gleichwertig. Das gilt übrigens auch für den Verdienst: Eine umfassende Studie des Deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat ausgerechnet, dass Meister und Fachhochschulabsolventen über ihr ganzes Berufsleben hin betrachtet auf den gleichen Lebensverdienst von 1,9 bis 2,0 Mio. Euro kommen.

Der Meisterbrief öffnet den Weg in die Selbständigkeit und liefert das Rüstzeug dafür. Fast drei Viertel der Existenzgründer im Handwerk sind nach fünf Jahren selbständiger Tätigkeit weiter erfolgreich auf dem Markt tätig. Der Meisterbrief garantiert ein hohes Ausbildungsniveau. Die Ausbildungsquote im Handwerk ist aufgrund der Leistung seiner Ausbildungsbetriebe fast dreimal so hoch wie in der übrigen Wirtschaft. Der Meisterbrief eröffnet auch den Weg zum akademischen Abschluss: Seit 2009 kann jeder, der die Meisterausbildung im Handwerk bestanden hat, in Bayern ein Hochschul- oder Universitätsstudium aufnehmen.“

Das Thema Nachwuchssicherung benannte Zimmer als größte Herausforderung des Handwerks für die nächsten Jahre. In der Handwerkskammer arbeiten wir intensiv daran. Mit den Berufsmessen Handwerk, dem Handwerkspatenkonzept und auch unseren Aktivitäten für die Integration von Flüchtlingen ins Handwerk haben wir hier schon einiges auf den Weg gebracht.

Jungmeister Tobias Weggel bedankte sich in seiner beeindruckenden Ansprache bei allen Weggefährten, wie Familie, Freunden, Lehrern, Ausbildern und appellierte an seine Kolleginnen und Kollegen, ab heute gelte es, das in der Meisterschule Erlernte in die Tat umzusetzen und im beruflichen Umfeld einzubringen: „Es ist jetzt auch unsere Aufgabe, als frischgebackene Meister unseren Berufsstand nach außen zu vertreten, um der Gesellschaft zu zeigen, dass unsere Handwerksberufe sehr vielseitige, interessante und auch stabile, zukunftssichere Berufe sind, bei denen immer noch der Mensch im Vordergrund steht und die Kommunikation noch von Mensch zu Mensch in Form eines Dialogs stattfindet.“

Auch der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Thomas Koller gratulierte den Jungmeisterinnen und Jungmeistern zu ihrem Erfolg: „Die Meisterprüfung ist die weltweit einzigartige, wertbeständige Garantieurkunde für größte meisterliche Qualität und höchstes Anspruchsniveau. Sie ist nach wie vor der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit und der wichtigste Erfolgsfaktor für eine erfolgreiche Unternehmensgründung. Ihr Meisterbrief ist deshalb eines der sichersten Wertpapiere, die es momentan gibt. Ihr handwerklicher Meisterbrief genießt nicht nur in Deutschland, sondern auch international höchstes Ansehen.“

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde von Johannes Wagner-Friedrich, Pfarrer, Evang.-Luth. Kirchengemeinde Bamberg – St. Stephan, Martin Arieh Rudolph, 1. Vorsitzender, Israelitische Kultusgemeinde Bamberg, Cos¸kun Sırrı Mert – Mehmet Cetindere, Imam – 1. Vorsitzender, Türkisch-Islamische Gemeinde zu Bamberg, und Dr. ­Hubert Schiepek, Domdekan, Erzdiözese Bamberg, ein Segenswunsch der Religionen gesprochen.

In diesem Jahr nahm auch eine Delegation aus Frankreich an der Meisterfeier des oberfränkischen Handwerks teil. Insgesamt sechs Vertreter der Partnerkammer aus Carcassonne, darunter auch Präsident André Sylvestre, wohnten den Feierlichkeiten in Bamberg bei. Nicht nur deshalb wurde zu Beginn der Meisterfeier eine Schweigeminute abgehalten, um der Opfer der Terroranschläge in Paris zu gedenken.

Die Feier wurde musikalisch umrahmt vom Heeresmusikkorps Veitshöchheim, Leitung: Oberstleutnant Roland Kahle.

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