Finanzen + Geld -

Kleingeld loswerden Mehrheit der Deutschen für Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen

Mehr als die Hälfte der Deutschen empfinden die beiden kleinsten Euro-Münzen als lästig. Einer aktuellen Studie zufolge nimmt die Zahl der Befürworter in den letzten Jahren zu. Von der Abschaffung des Bargelds halten die Befragten jedoch nichts.

58 Prozent der Deutschen befürworten die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Zu dem Ergebnis kommt eine repräsentative Online-Umfrage von Splendid Research.  Im Januar 2018 befragte das Marktforschungsinstitut 1.022 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren und ermittelte die gestiegene Bereitschaft auf die Münzen zu verzichten. Im Jahr 2015 sprachen sich noch 53 Prozent für eine Abschaffung aus. Die stärkte Zustimmung kommt aus der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen.

Als Hauptgrund geben 71 Prozent der Befragten Platzprobleme in der Geldbörse an. Etwa zwei Drittel würden dafür in Kauf nehmen, dass die Beträge bei Barzahlungen auf- oder abgerundet werden. Genauso viele Gegner haben aber Angst vor Preiserhöhungen.

Deutsche zahlen am liebsten bar

Obwohl die Anzahl derer, die kleine Cent-Münzen abschaffen wollen zunimmt, sank im gleichen Zeitraum der Anteil der Befürworter, die gleich das ganze Bargeld abschaffen wollen. Im Jahr 2016 sprachen sich noch über 14 Prozent dafür aus, 2018 waren es nur noch knapp 13 Prozent. Je jünger die Befragten, desto eher befürworten sie eine komplette Abschaffung.

Parallel zum Rückgang der Bargeldabschaffungsbefürworter, steigt die Vorliebe für Barzahlungen an. 50 Prozent der Deutschen zahlen ihre Lebensmitteleinkäufe am liebsten bar. Bei höheren Beträgen greifen sie zur Girocard. Abgeschlagen, bei unter einem Prozent, rangiert die Möglichkeit des mobilen Bezahlens via Smartphone.

Trotz dem Rückgang der Bargeld-Gegner und der Zunahme der Barzahlungen, sinkt die Bargeldmenge in deutschen Geldbörsen. Im Schnitt hat jeder Deutsche 67 Euro im Portemonnaie – vor zwei Jahren waren es noch 73 Euro. Laut einer Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) führten die Deutschen 2017 am meisten Bargeld mit sich. Am wenigsten Bargeld haben die Franzosen (32 Euro) und Portugiesen (29 Euro) in ihrer Brieftasche.

Männer haben 12 Euro mehr Bares in der Tasche

50- bis 59-jährige Bundesbürger haben im Schnitt 77 Euro einstecken. Das sind zehn Euro mehr als der Bundesdurchschnitt. Die jüngste Altersgruppe (18 bis 29 Jahre) haben am wenigsten Bargeld (49 Euro) in ihrem Portemonnaie. Neben dem Unterschied beim Alter gibt es auch einen Unterscheid zwischen den Geschlechtern. Frauen haben im Schnitt 61 Euro in ihrer Geldbörse – Männer rund 73 Euro. dhz

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten