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Konflikte im Betrieb Mediation: Vermitteln statt klagen

Die häufigsten Konflikte im Handwerk betreffen die Themen Nachfolge und Gewährleistungen. Doch statt damit vor Gericht zu gehen, ist ein Mediator oft die bessere Hilfe. Er hat mehr Spielraum als ein Richter und hilft, eine Lösung für beide Seiten zu finden.

Mediation
An einem Tisch: Die Mediation erfolgt meist gemeinsam – und wird im besten Fall mit einem Handschlag besiegelt. -

Der Junior ist sauer. Der Vater lässt ihm keine freie Hand, was die Neu- und Umgestaltung des Betriebs angeht. Ständig geraten die beiden aneinander, bis sich die Situation so hochgeschaukelt hat, dass eine vernünftige Kommunikation nicht mehr möglich ist. Wenn die Fronten verhärtet sind, kann ein Vermittler helfen. Der ist nicht so teuer wie ein Anwalt und agiert schnell.

Der so genannte Mediator ist vielen Handwerkern noch unbekannt, obwohl am 26. Juli 2012 das "Gesetz zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung in Deutschland" (Mediationsgesetz) in Kraft trat.

Viele Konflikte wegen Betriebsnachfolge

"Der Versuch der Mediation ist grundsätzlich sinnvoll", urteilt Claudia Müller-Conen vom Verband für Mediation und Conflictmanagement (m.con). Denn der Gang zum Anwalt könnte Türen verschließen, die der Unternehmer gar nicht hätte verschließen müssen. Die häufigsten Konflikte im Handwerk sind der Wirtschaftsmediatorin zufolge das Thema Nachfolge sowie Konflikte bei Gewährleistungen.

"Das Gericht überprüft den Sachverhalt auf das Vorliegen gesetzlicher Tatbestände. Es kümmert sich nicht um die Interessen und Ziele des Handwerkers; die wirklichen Ursachen des Konflikts arbeitet das Gericht ebenfalls nicht auf", sagt Müller-Conen.

Im Interesse des Unternehmers

Deshalb kann eine Vermittlung viel eher im Interesse des Unternehmers sein, als ein Sieg vor Gericht. Schließlich lässt sich eine Geschäftsbeziehung, in die sich Anwälte eingemischt haben, schlecht weiterführen. Den Kontakt zu einem Mediator stellen entweder die Handwerkskammern oder Verbände her (siehe Kasten). Diese schlagen Vermittler vor. Die Parteien müssen sich gemeinsam auf einen einigen.

"Es ist wichtig, dass der Mediator Sachkompetenz mitbringt", meint Müller-Conen. Schließlich haben alle Wirtschaftssektoren ihre Feinheiten und jede Branche ihre eigenen Regeln. "Wenn ich die nicht kenne, kann ich nicht die Fragen stellen, die zur Lösung des Konfliktes führen", betont die Expertin. "Der Mediator muss die Materie verstehen, um hinter die Fassade zu schauen."

Seite 2: Ende der Streitschlichtung: Die Parteien unterschreiben eine Mediationsvereinbarung. >>>

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