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Mediation – Gewinn für das Handwerk

Schlichten statt streiten

Die Bundesregierung stellt die Weichen für eine neue Streitkultur in Deutschland: Das Bundeskabinett hat im Januar einen Gesetzentwurf zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung das Mediationsgesetz beschlossen.

Auch in Handwerksbetrieben gibt es eine Vielzahl von Konfliktpotenzialen. So entstehen Konflikte zwischen Betrieben und Lieferanten wegen mangelhafter oder verzögerter Lieferungen oder aber, wenn es um die Zahlung geht. Das ist besonders kritisch, wenn langjährige Geschäftskontakte belastet werden. Konfliktpotenzial steckt zudem in der Frage der Unternehmensübergabe von einer Generation auf die nächste. Und auch die Unternehmensfinanzierung ist ein Dauerthema im Handwerk. Hierbei kann ein unabhängiger Vermittler Verhandlungen zwischen Handwerksbetrieben und der Kreditwirtschaft koordinieren.

Drohende langwierige und teure Gerichtsverfahren können nun mit Hilfe der Mediation schnell, kostengünstig und außerhalb der Öffentlichkeit abgewendet werden. Im Vergleich zu anderen außergerichtlichen Verfahren hat die Mediation für Handwerksbetriebe den Vorteil, dass die Parteien selbst eine Lösung für ihren Konflikt finden können. Der Mediator urteilt hierbei nicht, er ist neutraler Dritter, der die Kommunikation der Parteien steuert und das Ergebnis fördert. Unter seiner Leitung sollen die Parteien eine einvernehmliche Lösung erarbeiten. Von Vorteil ist zudem die Möglichkeit der Streitparteien, fachspezifische Mediatoren zu wählen. Sie können Spezialwissen und Fachkompetenz einfließen lassen.

Neu geregelt werden soll im Mediationsgesetz, dass das Verhandlungsergebnis ähnlich einem Urteil vom Gericht oder einem Notar für vollstreckbar erklärt werden kann. Dadurch werden die Ergebnisse schnell realisierbar und die Handwerksbetriebe erhalten Planungssicherheit für die Zukunft.

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