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Tierbissschäden Marder & Co.: Diese Schäden richten die Tiere am Auto an

Das Auto springt nicht mehr an oder Lampen funktionieren nicht mehr? Das kann oft an zerbissenen Kabeln, Schläuchen und Dichtungen liegen. Die Versicherung Allianz hat eine Statistik erhoben, wie oft die Marder und andere Nagetiere 2018 zugebissen haben und welcher Schaden dadurch entstanden ist.

Durchgebissene Kabel und angenagte Schläuche im Auto: Marder können im Motorraum eines Autos für viele Defekte sorgen. Eine Statistik der Allianz zeigt, dass allein im Jahr 2018 Marder und andere Nagetiere 22.542-mal bei Autos ihrer Kunden einen Schaden von rund 7,4 Millionen Euro verursacht haben. Am häufigsten schlagen die Tiere mit 19 Mal pro Tag in Bayern zu. Das sind laut Allianz 6959 Fälle. Darauf folgen Baden-Württemberg und Sachsen mit zehn, bzw. acht Fällen pro Tag. Autos in Bremen, Hamburg und im Saarland bleiben mit 41 bis 154 Bissschäden im Jahr dagegen überwiegend verschont. Die Kosten für eine anschließende Reparatur kosten mit 500 Euro in diesen Bundesländern jedoch am meisten.

Warum beißen Marder in Autoschläuche?

Die Schäden werden in aller Regel vom Steinmarder verursacht, der besonders im Frühjahr und Herbst aktiv ist. "Diese Marderart ist ein Kulturfolger, der dem Menschen sogar bis in die Großstädte gefolgt ist und dort Lebensräume besiedelt", erklärt David Rosenbach, Diplom-Forstwirt und Allianz Experte für Waldversicherungen.

Steinmarder sind Einzelgänger, die vor allem in der Dämmerung und der Nacht aktiv sind. Nach ihrer nächtlichen Jagd suchen sich die Tiere dunkle und höhlenartige Unterschlüpfe – und Motorräume erfüllen genau diese Anforderungen. Diesen Rückzugsort markieren die Marder mit einem speziellen Duftsekret. Wird ein markiertes Auto nun in ein anderweitig besetztes Revier umgeparkt, löst dies beim dortigen "Inhaber" ein aggressives Abwehrverhalten aus. "Es kann zu regelrechten Beißattacken rund um die Duftmarkierungen kommen", erklärt Rosenbach.

Typische Tierbissschäden

Mit ihren Bissen in Gummi- und weiche Kunststoffteile verursachen Marder oft gravierende Schäden am Auto. Laut ADAC sind diese Fahrzeugteile besonders häufig betroffen:

  • Zündkabel
  • Kühlwasser und Scheibenwasser-Schläuche
  • Kunststoffschläuche
  • Faltenbälge an Antriebswellen und an der Lenkung
  • Stromleitungen, bzw. deren Isolierung
  • Isoliermatten für die Geräusch- und Wärmedämmung

Um dagegen vorzubeugen empfiehlt der ADAC zum Beispiel, den Motorraum mit Motorschutzwannen abzuschotten. Einige Autohersteller bieten das als Sonderausstattung in ihren Fahrzeugen an – die Wannen lassen sich aber auch nachrüsten. Außerdem könnten Kabel und Schläuche mit Hartplastik ummantelt werden. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn die Ummantelung darf nicht in bewegliche oder an heiße Teile geraten. Für Gummimanschetten und Dämmstoffe kommt diese Methode nicht in Frage. Eine weitere Schutzmaßnahme kann eine professionelle Motorwäsche sein, womit die Duftspuren der Tiere beseitigt werden.

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