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Festpreise sollen Beratung im Fachhandel stärken Mafell stemmt sich gegen Preisdumping im Internet

Beim Onlinehandel macht nicht jeder ein gutes Geschäft. Mafell will mit einem neuen Vertriebsmodell dem Preisdumping entgegenwirken.

Der Premiumhersteller von handgeführten Maschinen und Elektrowerkzeugen für das Zimmerer- und Schreinerhandwerk führt Festpreise ein. Zum Jahresbeginn hat Mafell auf ein sogenanntes Powershop-System umgestellt. Das heißt, die Händler können Mafell-Produkte nur noch als preisgebundene Kommissionsware anbieten – in ihrem Namen zwar, aber auf Rechnung von Mafell. Der Handwerker bezahlt seine Maschinen direkt an den Hersteller. Bis zum Eingang des Geldes bleibt die Ware dessen Eigentum.

Matthias Krauss, Vorstandsvorsitzender der Mafell AG mit Sitz in Oberndorf am Neckar, beklagt am E-Commerce einen Verlust an Preistransparenz. Wenn Preisroboter das Internet nach dem tiefsten Angebot durchsuchen, setzte sich eine gefährliche Spirale in Gang. "Dieser Trend ist ruinös, auch für das Handwerk", sagt Kraus.

Händler bieten im Internet Premiumprodukte zu Dumpingopreisen

Denn Händler, die im Web Premiumprodukte zu Dumpingpreisen anbieten, würden ihre Marge preisgeben – zulasten der Beratung. "Unsere Produkte wie die neue Dämmstoffsäge DSS 300 sind aber erklärungsbedürftig. Erst nach einer kompetenten Beratung kann der Handwerker die Vorteile der Säge richtig ausnutzen", betont Mafell-Vertriebschef Ralf Kohler.

Die Händler wiederum würden durch das neue Vertriebsmodell von einem großen Ärgernis des E-Commerce befreit – dem Beratungsklau. Dass ein Kunde sich beim Fachhändler ausführlich beraten lässt, um das Produkt dann zu einem günstigeren Preis im Internet zu kaufen, wird bei Mafell-Maschinen nicht mehr möglich sein. Dafür soll den Händlern die Beratung wieder Spaß machen.

Mafell testet neues Vertriebsmodell erfolgreich in Tschechien und den Niederlanden

In Tschechien und in den Niederlanden hat Mafell sein neues Vertriebsmodell nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr erfolgreich getestet. Bis ins zweite Quartal könnte es noch dauern, bis der Markt von Mafell-Produkten zum Dumpingpreis bereinigt ist.

Festpreise sind für Handwerker nichts Neues. Würth oder Hilti vertreiben aber ihre Produkte selbst. Kleinere Hersteller wie Mafell sind dagegen auf den Handel angewiesen. Mit einem Einbruch rechnet Mafell durch die Umstellung des Vertriebsmodells nicht. "Wir erwarten Wachstum beim Umsatz und bei den Stückzahlen", gibt sich Vorstandsvorsitzender Krauss optimistisch.

Kurzporträt der Firma Mafell

Der Name Mafell steht für Maschinenfabrik Fellbach und gibt einen Hinweis auf den Ort bei Stuttgart, wo das heute in Oberndrof am Neckar ansässige Unternehmen 1899 gegründet wurde. Mit der ersten tragbaren Zimmereimaschine der Welt sorgte Mafell 1926 erstmals für Schlagzeilen.

Das wohl bekannteste Produkt aus dem Hause Mafell heißt Erika, die 1980 als erste Unterflur-Zugsäge der Welt eingeführt wurde und die bis heute im Produktkatalog zu finden ist.

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