Vor der Ausbildung -

Berufsorientierung Mädchen fürs Handwerk - Freie Plätze beim Girls' Day

Es ist das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen der Welt: Der Girls' Day am heutigen 27. März. Mädchen können auch in typische Handwerksberufe hineinschnuppern.

An diesem Tag stehen Unternehmen, Kammern, Fachverbände und Bildungszentren des Handwerks Schülerinnen ab der 5. Klasse offen. Noch können sich Schülerinnen freie Plätze sichern. Durch praktische Einblicke, Workshops und Aktionen in Betrieben und Bildungszentren soll das Interesse junger Mädchen an technischen Ausbildungsberufen geweckt werden. Zudem sollen sie Antworten auf ihre Fragen bekommen und erste Kontakte knüpfen. Der Girls' Day zielt darauf ab, eine Trendwende ihrer Berufsorientierung zu erreichen. Darüber hinaus sollen auch Unternehmen sehen, welches Potential in weiblichen Nachwuchskräften liegt und welche Zukunftsperspektiven sie ihnen eröffnen können.

Noch immer gibt es viele freie Plätze beim Girls Day. In einem Radar können können Interessierte nach geeigneten Betrieben in ihrer Umgebung suchen.

„Für kleine und mittlere Unternehmen ist das eine hervorragende Gelegenheit, Mädchen für Berufe zu begeistern, in denen Frauen noch selten sind, und sie so als mögliche Nachwuchskräfte zu gewinnen“, sagt Maria Oexle von der Kontaktstelle Frau und Beruf bei der Handwerkskammer Konstanz. Der Aktionstag könne als Initialzündung wirken – und sowohl den Schülerinnen als auch den Betrieben neue Perspektiven eröffnen. Für die konkreten Angebote gelte: „Je praxisnäher, desto besser“, so der Tipp der Expertin. Die Mädchen sollten möglichst anschaulich erleben können, was ihnen eine handwerkliche Ausbildung zu bieten habe. Elke Harböck, Abteilung Grundsatzfragen der Handwerkskammer München und Oberbayern, fügt hinzu: "Der Girls' Day ist vor allem wichtig, um den Mädchen aufzuzeigen, dass technische berufe wirklich interessant sein können und sie die Herausforderung nicht scheuen sollen".

Immer mehr Handwerksbetriebe beim Girls' Day

Nach einer Studie des Girls' Day können sich 41 Prozent der Mädchen vorstellen, in einem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich wie IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik zu arbeiten, in denen Frauen bisher selten vertreten sind. Die Mädchen können an diesem Tag auch weibliche Führungspersonen treffen.

Seit 2001 haben insgesamt über 1,3 Millionen Mädchen am Girls' Day teilgenommen. 2013 beteiligten sich auch zunehmend Handwerksbetriebe an der Initiative. "Der Girls' Day ist eine hervorragende Möglichkeit, Mädchen und junge Frauen gezielt für gewerblich-technische Berufe zu interessieren. Die ausführliche und positive Resonanz der Presse auf solche Veranstaltungen ist ein weiterer Aspekt, der handwerkspolitisch nicht zu unterschätzen ist", heißt es von Seiten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).

Jede zweite Schulabgängerin wählt keinen technischen Beruf

Im Jahr 2013 erkundeten rund 109 000 Mädchen Angebote in Technik und Naturwissenschaften, mehr als 9 200 Angebote von Unternehmen und Organisationen gingen auf der Website  des Girls' Day ein. Mehr als die Hälfte junger Schulabgängerinnen wählt  aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen im dualen Ausbildungssystem, darunter ist kein einziger naturwissenschaftlich-technischer Tätigkeitsbereich.

Der Girls' Day wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Aktionen der Handwerkskammern

  • Handwerkskammer Wiesbaden: Die Berufsbildungs- und Technologiezentren in Wiesbaden und Wetzlar öffnen ihre Tore.
  • Handwerkskammer Dresden: Von 8 bis 14 Uhr wird Einblick in Lehrwerkstätten an den Standorten in Dresden, Pirna und Großenhain gewährt. Dort kann angehenden Tischlern, Metall- und Elektrotechnikern sowie Zahntechnikern bei der Ausbildung über die Schulter geblickt werden. Es gibt die Gelegenheit, vor Ort selbst Holz oder Metall zu bearbeiten oder sich in der Elektrotechnik und im Raumausstatterhandwerk auszuprobieren.
  • Handwerkskammer München: Die Bildungszentren Traunstein, Weilheim, Rosenheim sind vertreten sowie die Akademie für Gestaltung und Design (München) öffnen ihre Pforten. Es werden Berufe wie der Goldschmied, Modellbauer, Metallbauer, Elektroniker und Schreiner vorgestellt.
  • Handwerkskammer Konstanz: Es wird einen Schmiedeworkshop für Mädchen in der Bildungsakademie Singen geben.
  • Handwerkskammer Mittelfranken: 17 Mädchen werden in das Bildungszentrum 2 eingeladen und schnuppern in die Werkstätten der Schreiner, Zimmerer, Maurer, Stuckateure und Maler hinein.
  • Handwerkskammer Stuttgart: Die Bildungsakademie Stuttgart- Weilimdorf öffnet ab 9:30 Uhr ihre Türen. Es wird Einblick in die Berufe des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Feinwerkmechaniker, Kfz-Mechatroniker, Raumausstatter und Schreiner gewährt.
  • Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald: In der Bildungsakademie Mannheim-Wohlgelegen stehen die Besuche einer Metallwerkstatt (Berufe Metallbauer, Feinwerkmechaniker) und einer Kfz-Abteilung (Beruf Kfz-Mechatroniker) auf dem Programm, wo Reifen gewechselt werden. Abschließend wird der Beruf des Schreiners/Tischlers in der Holzwerkstatt vorgestellt.
  • Handwerkskammer Reutlingen: 12 Teilnehmerinnen werden einen Vormittag in der Schreinerwerkstatt verbringen und eine kleine Aufgabe meistern. Im Anschluss gibt es allgemeine Infos zur Ausbildung im Handwerk und einen Rundgang durch die Werkstätten der Bildungsakademie. 14 Schülerinnen schauen sich zudem in einer Schweißwerkstatt um. Zum Auftakt berichten zwei Feinwerkmechanikerinnen, die an der Bildungsakademie Sigmaringen eine Umschulung abgeschlossen haben, über ihre Erfahrungen. Im praktischen Teil schweißen die Teilnehmerinnen einige Teile zu einem Kerzenständer zusammen.
  • Handwerkskammer Halle: In den Bildungs- und Technologiezentren in Halle, Wittenberg und Stedten können Mädchen die Ausbildungsberufe Tischler, Maler/Lackierer und Metallbauer kennenlernen. In Stedten wird zusätzlich der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik vorgestellt.
  • Handwerkskammer Karlsruhe: In der Bildungsakademie Karlsruhe nehmen bisher 34 Mädchen teil. Die Berufe Maler- und Lackierer, Metallbauer, Elektroniker, Informationselektroniker, Schreiner, Bäcker, Anlagenmechaniker und Raumausstatter werden vorgestellt.
  • Handwerkskammer Heilbronn: In der Handwerkskammer werden die Berufe Weintechnologe, Schilder- und Lichtreklamehersteller, Mechatroniker, Maler und Lackierer, Feinwerkmechaniker und Elektroniker für Betriebstechnik vorgestellt.
  • Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz: Die Schülerinnen können die Bereiche Elektrotechnik, Metall mit Schweißen, Maurer und Zimmerer näher kennenlernen. Dabei erhalten die Mädchen praktische Unterweisungen und dürfen mit den Lehrlingen arbeiten. Die Bildungszentren in Weiden, Passau-Auerbach und Pfarrkirchen öffnen ihre Türen. In Weiden werden in den Kfz-, Elektro-, Metall-, Holz-, Maler- und Bau-Werkstätten Angebote gemacht. In Passau dürfen die Mädchen die Bereiche SHK, Metall (Schweißen und löten), Bau, Holz, Elektrotechnik, sowie Kfz- und Zweirad-Technik kennenlernen. In Pfarrkirchen können die Teilnehmer ebenfalls in die Bereiche Metall und Elektrotechnik hineinschnuppern. Außerdem werden die Berufe Maurer und Zimmerer vorgestellt.
  • Handwerkskammer Schwaben: Von 9 bis 12 Uhr können interessierte Mädchen bei einem Rundgang durch die Werkstätten der HWK Schwaben in verschiedene Berufe hineinschnuppern. Sie können sich im Elektrobereich selbst ausprobieren und erhalten Informationen über technische und naturwissenschaftliche Berufe.
  • Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main: Die Kammer lädt ein, um die Berufe Bäcker, Maler und Lackierer und Tischler zu entdecken sowie in die Bereiche der Kfz-Technik und des Trockenbaus hineinzuschnuppern.
  • Handwerkskammer Oberfranken: Das Berufsbildungszentrum in Coburg beteiligt sich an dem Projekt. Der Malerberuf wird vorgestellt.
  • Handwerkskammer Kassel: Hier beteiligen sich die Städte Fritzlar, Kassel, Hofgeismar, Gudensberg, Sontra, Homberg Efze, Korbach, Guxhagen, Bebra und Vellmar am Girls' Day .
  • Handwerkskammer Freiburg: Der Girls Day findet in der Gewerbe Akademie an den Standorten Freiburg und Offenburg statt. Dort können die Mädchen in technische Berufe der Bereiche Schweißen, Metall, Feinwerk und Sanitär hineinschnuppern. meh
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