IT + Kommunikation -

Digitalisierung verändert Arbeitswelt So groß ist das Risiko, dass Sie bald arbeitslos sind

Alles was ein Bäcker kann, kann auch ein Roboter. Auch viele andere Handwerksberufe könnten schon jetzt ganz oder teilweise von Maschinen übernommen werden, zeigt eine Studie. Droht Millionen von Handwerkern bald die Arbeitslosigkeit?

Die Ergebnisse des so genannten "Job-Futuromat" dürften manchen Handwerker auf den ersten Blick verschrecken. Zum Beispiel den Bäcker. Laut der Agentur für Arbeit besteht der Beruf im Wesentlichen aus fünf Tätigkeiten: Backen, Roh- und Fertigmassen herstellen und verarbeiten, Arbeiten nach Rezeptur, Ofenarbeit und Teig herstellen. Sämtliche dieser Aufgaben könnte laut der Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung schon heute ein Roboter erledigen.

Für die Studie wurden die rund 4.000 bekannten Berufe in Deutschland auf ihre Automatisierbarkeit hin untersucht. Die Forscher sprechen in diesem Zusammenhang vom Substituierbarkeitspotenzial von Berufen. Auch andere Handwerker, wie etwa Zahntechniker oder Zweiradmechatroniker könnten demnach durch Automatisierung weitgehend ersetzt werden. Immerhin noch gut die Hälfte des Jobs eines Metzgers und Augenoptikers ließe sich ebenfalls durch die Maschinen machen.

Echte Handarbeit weiter gefragt

Ist das die düstere Zukunft, die die Digitalisierung dem Handwerk beschert? Werden tausende oder sogar hunderttausende Beschäftigte bald ihren Arbeitsplatz verlieren? Eher nicht. So sind die Roboter in der Theorie zwar heute schon vielseitig einsetzbar, aber in der Praxis spricht einiges für den Handwerker aus Fleisch und Blut. Das betonen auch die Forscher in ihrer Studie. So lange es Kunden gibt, die handwerklich hergestellte Produkte wertschätzen oder die persönliche Beratung suchen, wird es neben Backshops auch weiterhin Handwerksbäckereien geben.

Kann der Roboter meinen Job machen?

Auch wirtschaftliche, rechtliche oder ethische Gründe können in bestimmten Fällen gegen einen Roboter sprechen. Die Studie belegt, dass in potenziell betroffenen Berufen die Beschäftigungsquote seit 2012 kaum zurückgegangen ist. In vielen Fällen ist sie sogar gestiegen. Wahrscheinlicher als die Substitution durch den Roboter ist es, dass Mensch und Maschine Hand in Hand arbeiten und Handwerker sich im Zuge der Digitalisierung weiterbilden, um mit der neuen Technik umgehen zu können.

Meisterbrief schützt den Job

Zudem zeigt die Analyse, dass eine gute Qualifikation Jobs für Handwerker deutlich sicherer macht. Im Zeitraum von 2013 bis 2016 ist das Substituierbarkeitspotenzial vor allem in Helferberufen gestiegen. Spezialisten und Experten sind weit weniger betroffen (siehe Grafik rechts). Der Meisterbrief im Handwerk bietet damit den besten Schutz. Und dann gibt es auch noch die vielen Handwerksberufe, in denen es Roboter einfach noch an Kreativität und Können vermissen lassen. Wer würde sich etwa beim Friseurbesuch schon gerne einem Roboter anvertrauen.

Welches Potenzial die Digitalisierung in einzelnen Handwerksberufen bereits hat, zeigt die Bildergalerie. Wie es in Ihrem ganz persönlichen Hnadwerksberuf aussieht, können Sie job-futuromat testen.

Mehr zum Thema
© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten