Beruflich unterwegs -

Steuertipp Luxus-Pkw: Prüfung durch das Finanzamt vorprogrammiert

Als Unternehmer können Sie eigentlich frei entscheiden, in welcher Höhe Sie in Ihren Handwerksbetrieb investieren. Doch bei der Investition in betriebliche Fahrzeuge verstehen die Finanzämter keinen Spaß. Wer sich eine oder mehrere Luxuskarossen für seinen Betrieb zulegt, provoziert den Besuch des Finanzamts.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

In einem Streitfall beim Bundesfinanzhof zog ein Unternehmer, der keine Mitarbeiter beschäftigte und rund 100.000 Euro Umsatz pro Jahr machte, für den geplanten Kauf von drei Autos (Kaufpreise 120.000 Euro, 400.000 Euro und 450.000 Euro) eine Ansparabschreibung – entspricht dem heutigen Investitionsabzugsbetrag – von seinem Gewinn ab.

Finanzamt und Bundesfinanzhof erkannten nur für den billigsten Pkw die Gewinnminderung an. Für die beiden anderen Fahrzeuge wurde eine Gewinnminderung versagt (BFH, Urteil v. 10.10.2017, Az. X R 33/16).

Urteilsgrundsätze: Abschreibung und sonstige Pkw-Kosten

In der Urteilsbegründung stellten die Richter zudem klar, dass bei Luxusautos im Betrieb auch die Abschreibung und die laufenden Pkw-Kosten nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG gekürzt werden dürfen.

Sind Sie als selbständiger Handwerker auch ein Liebhaber teurer Nobelkarossen, sollten Sie den Kauf dieser Fahrzeuge besser nicht im Betrieb verbuchen. Denn das dürfte das Finanzamt auf den Plan rufen. Eine Betriebsprüfung wäre in diesem Fall aufgrund der Grundsätze des Bundesfinanzhofs so gut wie vorprogrammiert. Und ist der Prüfer des Finanzamts erst einmal in der Firma, wird er natürlich auch noch nach anderen Fehlern in der Buchhaltung suchen.

Steuertipp: Der Besuch des Finanzamts lässt sich vermeiden, indem Sie Ihr Hobby „Luxusauto“ privat ausleben. Hier kann es nur passieren, dass das Finanzamt sich bei Ihnen erkundigt, woher das Geld für den Kauf des Nobelautos stammt. Können Sie das nicht nachweisen, droht wiederum eine Betriebsprüfung. Denn hier unterstellt das Finanzamt oftmals, dass Schwarzgeld für den Kauf verwendet wurde. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten