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Tarifstreit Lokführer und Bahn einigen sich auf Tarifvertrag

Kunden der Deutschen Bahn müssen keine weiteren Streiks fürchten. Diese seien nach einer grundsätzlichen Einigung mit der Deutschen Bahn auf einen neuen Tarifvertrag "mit 99-prozentiger Sicherheit" ausgeschlossen, versichert die GDL.

Laut GDL-Chef Manfred Schell wird es für die Lokführer für die Zeit vom 1. Juli 2007 bis 1. März 2008 eine Einmalzahlung von 800 Euro geben. Ab März soll das Tarifgehalt um acht Prozent steigen und am 1. September nochmal um drei Prozent, so dass dann ein Plus von elf Prozent bis zum Ende der Laufzeit Ende Januar 2009 bestehe. Dazu sinke ab Februar 2009 die Arbeitszeit von 41 auf 40 Wochenstunden. "Wir sind damit wirklich jetzt einverstanden", fügte der GDL-Chef hinzu. Hauptvorstand und Tarifkommission der GDL hätten dem Vorschlag am Sonntag einstimmig zugestimmt.

Schell lobte die "Schützenhilfe" von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. Dieser hatte Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn und Schell am Samstag in seinem Ministerium empfangen. Mehdorn habe dort die Verkürzung der Wochenarbeitszeit zugesichert. Dies hatte die Bahn bis zuletzt abgelehnt, weshalb die GDL am Donnerstag die Tarifverhandlungen erneut gestoppt hatte.

Einigung ist wichtiges Ergebnis

Tiefensee sagte, er sei "hochzufrieden, dass wir die letzte Hürde in diesem Tarifkonflikt genommen haben". Damit seien erneute Streiks abgewendet worden. Die Einigung sei ein wichtiges Ergebnis für das Unternehmen, dessen Beschäftigte und die deutsche Volkswirtschaft. Zwar gilt bei den Eckpunkten im Durchschnitt eine Erhöhung von elf Prozent, jedoch liegen die individuellen Erhöhungen für die Lokführer zwischen 7 und 15 Prozent, da ab März 2008 eine neue Entgeltstruktur für die Bahn-Beschäftigten gilt. Es sei aber klar: "Jeder Lokführer bekommt mehr", unterstrich Schell.

Nach der grundsätzlichen Einigung muss die GDL sich mit der Bahn noch bis 31. Januar auf Details von Zulagen und Arbeitszeitbestimmungen verständigen. Bahn-Personalvorstand Margret Suckale sagte, sie hoffe auf einen zügigen Abschluss der Verhandlungen. "Die jetzt noch offenen Punkte können wir schnell lösen", erklärte sie. Sie halte eine Einigung in den nächsten Tagen für möglich. Suckale äußerte sich erleichtert darüber, dass die Streikgefahr endgültig abgewendet sei. Allerdings sei bei dem Abschluss die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren bereits überschritten.

Die Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft Transnet/GDBA, Alexander Kirchner und Heinz Fuhrmann, erklärten, sie würden das Ergebnis erst bewerten, sobald ihnen belastbare Zahlen vorliegen. "Wir erwarten, dass die Arbeitgeberseite sich an Zusagen hält, dass der Sozialverbund bei der Bahn erhalten bleibt und die Tarifverträge konflikt- und widerspruchsfrei zueinander stehen", betonten beide. Die zuständige Verbandstarifkommission tage am 22. und 23. Januar.

ddp

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