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UBA-Studie zur dezentralen Energieversorgung Lokale Anlagen machen Netzausbau überflüssig

Die geplanten Stromautobahnen quer durch Deutschland treiben die Energiepreise nach oben. Doch dass die Energiewende voraussichtlich auch ohne einen Netzausbau möglich wäre, verschweigt die Bundesregierung lieber. Eine Studie des Umweltbundeamts zur dezentralen Energieversorgung, soll erst veröffentlicht werden, wenn die Ausbaupläne beschlossen sind. Eine wichtige Forderung des Handwerks wird damit ignoriert.

Miniheizkraftwerk
Mit Miniheizkraftwerken und Solaranlagen ist eine lokale autarke Energieversorgung ist schon heute möglich. -

Der Ausbau der Stromnetze kostet 20 Milliarden Euro. Milliarden, die dazu beitragen, dass die Stromkosten stetig ansteigen. Dabei könnte es auch anders und vor allem billiger gehen. Technisch ist es heute bereits möglich, Häuser, Häuserblocks und sogar ganze Orte vom überregionalen Energienetz abzukoppeln und sie dezentral über kleinere Anlagen zu versorgen. Und dabei laufen die Blockheizkraftwerke, Photovoltaikmodule und Biogasanlagen komplett über die erneuerbaren Energien – also Energiewende pur.

Kostendruck bleibt Realität

Kleine Betriebe, ob aus dem Elektro- oder aus dem Heizungsbauerhandwerk, berichten auf Messen und Ausstellungen wie beispielsweise bei der "Woche der Umwelt" vergangene Woche in Berlin immer wieder von gelungenen Umrüstungen und dem Aufbau regionaler und lokaler Anlagen, die nun völlig unabhängig von den großen Stromkonzernen und dem damit verbundenen Kostendruck funktionieren.

"Wir können die Energiewende damit ganz gezielt unterstützen", sagt auch Jürgen Schmid, der Präsident der Handwerkskammer für Schwaben. In Berlin hat die Kammer für dieses Thema geworben, doch bislang fühlt sich das Handwerk hier noch nicht richtig ernst genommen. Dabei könnten die Betriebe in der Kostendebatte einfache Lösungen bieten. "Dezentralität und Regionalität" seien die Stichwörter. Damit werde die Debatte überflüssig.

Welches Potenzial wirklich in der Dezentralisierung der Energieversorgung steckt, wollte deshalb auch das Umweltbundesamt wissen und hat eine Modellrechnung dazu erstellt. Doch bislang bleiben die Ergebnisse geheim. Nach Angaben der "Tageszeitung" (taz) liegen die berechneten Szenarien zwar schon seit sieben Monaten vor, doch die Behörde wolle sie nun nochmals kritisch prüfen und hält sie deshalb weiter unter Verschluss.

Zu spät für die Studie

Erst Ende des Jahres sollen die Ergebnisse der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden. Doch dann ist es zu spät, um den teuren Netzausbau noch zu stoppen. Noch bis zum 10. Juli haben Bürger und Unternehmen die Möglichkeit im Internet Einwände gegen den nationalen Ausbauplan zu äußern, danach will die Bundesregierung ihn beschließen – zu spät also für die Studie des Umweltbundesamts (UBA).

Wie die taz berichtet, möchte auch das übergeordnete Bundesumweltministerium der Stellungnahme des UBA nichts hinzufügen. Die Ergebnisse sind angeblich noch nicht genug geprüft, voraussichtlich käme sie dem Ministerium aber auch nicht gerade gelegen. Bei einer Podiumsdiskussion in der vergangenen Woche musste der zuständige Minister, Peter Altmaier den Ausbauplan bereits stark verteidigen. Mit den Plänen, die dezentrale Energieversorgung stärker zu unterstützen, wollte er sich nicht zufrieden geben.

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