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Geldanlage und Altersvorsorge Lohnt sich ein Bausparvertrag?

Die Zeiten, in denen Bausparen hip war, sind lange vorbei. Doch Bausparen kann auch heute noch sinnvoll sein – allerdings nicht für alle.

Jeder zweite Haushalt in Deutschland hat mindestens einen Bausparvertrag, allein 2016 wurden 2,2 Millionen Bausparverträge neu abgeschlossen. Dennoch gibt es kaum ein Thema, über das Experten, Verbraucherschützer und Anleger in den letzten Jahren so kontrovers diskutiert haben wie über das Bausparen.

Michael Schild, Experte für private Immobilienfinanzierung bei der Dr. Klein Privatkunden AG, wundert das nicht. "Tatsächlich", stellt er klar, "ist das Thema komplex." Und einfach lässt sich die Frage, ob Bausparen sinnvoll ist, darum auch gar nicht beantworten. "Aus Renditegründen jedenfalls lohnt sich das aktuell nicht", so seine spontane Antwort. Der aber dann auch schon gleich die erste Einschränkung folgt: "Es sei denn, man bekommt staatliche Zuschüsse."

Und dann gibt es auch noch andere Gründe, die Bausparen jenseits des Rendite-Arguments sinnvoll machen können. Insgesamt, darin sind sich die meisten Experten einig, sind es vor allem drei Personengruppen, für die sich Bausparen lohnen kann: junge Menschen, also beispielsweise Auszubildende, Familien mit kleinen Kindern und Modernisierer. Warum das so ist, was es sonst noch für Argumente für das Bausparen geben kann und wer besser nicht bausparen sollte, erklären wir hier:

+ Wahlfreiheit und ­Zuschüsse: Junge Menschen unter 25/Auszubildende

Laut dem Verband der Privaten Bausparkassen e.V. (VdPB) entscheiden sich jährlich über eine halbe Million Jugendliche unter 25 Jahren für einen Bausparvertrag. Und das macht auch durchaus Sinn. Denn junge Bausparer haben jede Menge Vorteile. Zum einen haben sie zumeist geringe Einkommen, erhalten sowohl Arbeitnehmerzulage als auch Wohnungsbauprämie WoP (siehe Kasten), zum anderen haben sie anders als andere Bausparer die Wahlfreiheit.

Das heißt, sie dürfen ihr Sparguthaben inklusive Sparzulage und WoP auch für andere als wohnwirtschaftliche Zwecke einsetzen, können sich also ebenso ein Auto oder die erste Traumreise davon finanzieren. Einzige Voraussetzung ist, dass der Vertrag sieben Jahre bespart wurde. Hinzu kommt, dass einige Anbieter noch Sonderboni für Junge zahlen. Rechnet man die verschiedenen Anreize zusammen, lässt sich so mit einem Bausparvertrag je nach Tarif eine "Verzinsung" zwischen 2,5 und drei Prozent erzielen. "Geld, das man nicht verschenken sollte", wie Andreas J. Zehnder, Vorstandsvor­sitzender des VdPB, betont.

+ Beste Förderung vom Staat: Familien mit ­kleinen Kindern

Vor allem Familien mit kleinen Kindern können besonders vom Bausparen profitieren, zu diesem Schluss sind in den vergangenen Jahren immer auch wieder Verbraucherschützer und die Stiftung Warentest gekommen, die mehrfach verschiedene Immobilienfinanzierungen durchgerechnet und verglichen haben. Beim Bausparen bleibt Familien unterm Strich ein Plus.

Der Hauptgrund hierfür ist die staatliche Riesterförderung, denn Kinder bekommen hier besonders hohe Zuschüsse. Ab 2018 können Familien mit zwei nach 2008 geborenen Kindern 950 Euro jährlich einstreichen. Außerdem kommen oftmals noch Steuervorteile hinzu. Denn die eigenen Raten lassen sich ebenso wie die Förderung als Sonderausgaben in der Einkommenssteuererklärung geltend machen.

Wichtig: Sinnvoll ist Bausparen hier nur, wenn der feste Wunsch besteht, tatsächlich Eigentum zu erwerben.

– Wenig Rendite, hohe ­Kosten: Erwachsene mit hohem Einkommen

Ganz anders ist das Bild bei erwachsenen Gutverdienern, zumal, wenn sie keine Kinder haben und vielleicht sogar noch unentschlossen sind, ob sie überhaupt Bauen wollen. Ohne klaren Wunsch nach einem Eigenheim, betont Finanzberater Schild, lohnt sich Bausparen überhaupt nicht und auch dann gibt es bei der derzeitigen Zinslage für Gutverdiener oft bessere Finanzierungsmöglichkeiten.

Der Grund: Wenig Förderung und hohe Gebühren lassen den Pegel im Vergleich zum normalen Annuitätendarlehen negativ ausschlagen. Denn pro Bausparvertrag fallen zum einen Abschlussgebühren an, die zwischen 1 und 1,6 Prozent der Bausparsumme liegen, und zum anderen zusätzlich Kontoführungsgebühren.

Letztlich, erläutert Schild, ist ein Bausparvertrag eine Versicherung gegen steigende Zinsen, denn er bietet dem Inhaber fixe Zinsen über die gesamte Laufzeit. Dies lohnt sich ohne zusätzliche Förderungen aber nur, wenn die Zinsen in den kommenden Jahren deutlich steigen.

Wichtig: Zusätzliche Servicegebühren wie aktuell von manchen Bausparkassen zusätzlich verlangt, sind nicht erlaubt. Bei fristgerechtem Widerspruch werden sie zurückgezahlt.

+ Gut bedient: ­Modernisierer mit geringem ­Finanzbedarf

Deutlich mehr Sinn dagegen macht der Bausparvertrag bei geplanten Modernisierungen. Der Grund: Die hier benötigten Summen sind oft uninteressant für Banken und Sparkassen. Viele machen für Summen bis 50.000 Euro überhaupt kein Kreditangebot oder nur ein schlechtes.

Bausparmittel dagegen dürfen keineswegs nur für den Erwerb von Immobilien eingesetzt werden, sondern auch für Modernisierungen. Und wer ein paar Jahre Zeit hat, anzusparen, so noch einmal Andreas Zehnder vom VdPB, "kann sich zudem heute die extrem niedrigen Bauzinsen für Modernisierungen in fünf, acht oder zehn Jahren sichern". Und auch Experte Schild zählt einen nicht zu unterschätzenden Vorteil auf: "Für Bauspardarlehen werden bis zu einer Darlehenssumme von 30.000 Euro keine grundbuchlichen Absicherungen verlangt."

Hinzu kommt: Modernisierer können in der Regel noch von weiteren satten Förderungen profitieren. Viele KfW-Kredite für energetisches Sanieren oder altersgerechte Umbauten lassen sich mit Bausparverträgen kombinieren.

Bauspar-Förderungen im Überblick

Wohnungsbauprämie

Wer mindestens 16 Jahre alt ist und zwischen 50 und 512 Euro pro Jahr auf einen Bausparvertrag einzahlt, erhält 8,8 Prozent Wohnungsbauprämie – also bis zu 45 Euro für Alleinstehende und 90 Euro für Verheiratete. Allerdings gibt es hier eine Einkommensgrenze, diese liegt für Alleinstehende bei 25.600 Euro im Jahr, für Verheiratete doppelt so hoch.

Arbeitnehmer-Sparzulage

Mit neun Prozent Arbeitnehmer-Sparzulage fördert der Staat jährliche Einzahlungen von bis zu 470 Euro auf einen Bausparvertrag. Das sind bis zu 43 Euro im Jahr. Besonders attraktiv wird diese Förderung, wenn jemand gleichzeitig von seinem Arbeitgeber vermögenswirksamen Leistungen VL) erhält. Aber auch wer keine VL bekommt, kann in den Genuss dieser Zulage kommen, indem er sich vom Arbeitgeber einen Teil seines Gehalts auf das Bausparkonto überweisen lässt. Wer weniger als die oftmals vereinbarten 40 Euro im Jahr bekommt, kann die Summe entsprechend aufstocken, um sich die volle Förderung zu sichern. Dabei darf das zu versteuernde Jahreseinkommen aber 17.900 Euro für Alleinstehende (das Doppelte wiederum für Verheiratete) nicht übersteigen.

Riester-Bausparen

Wer vier Prozent seines Bruttovorjahreseinkommens in einen Wohn-Riester-Vertrag einzahlt, kann sich bislang 154 Euro pro Jahr an Förderung sichern. Und für jedes Kind, das nach 2008 geboren wurde, kommen noch einmal 300 Euro hinzu; für jedes ältere Kind 185 Euro. Das sind für Familien mit zwei kleinen Kindern schon jetzt 908 Euro pro Jahr aus. Und ab 1.1.2018 sogar noch 42 Euro mehr, denn dann erhöht sich der Zuschuss für Erwachsene auf 175 Euro.

Im Alter müssen dann zwar – wie beim „Geld-Riester“ – für das geförderte Kapital ­Steuern gezahlt werden. Dies ist in der Regel jedoch trotzdem günstiger, als Miete zu zahlen.

Achtung, grundsätzlich gilt:
Jeder gesparte Euro wird nur einmal gefördert – nicht zwei- oder dreimal. Wer mehr Förderungen in Anspruch nehmen will, muss entsprechend mehr sparen.
Es können niemals alle Förderungen auf einen Bausparvertrag fließen, Einzelpersonen benötigen hierzu mindestens zwei, Ehepaare sogar drei Verträge.

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