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Mittagessen Lohnsteuerliche Behandlung von Zuschüssen zu Mahlzeiten

Das tägliche Mittagessen ist für viele Arbeitnehmer eine zu teure Angelegenheit. Um nicht jeden Tag das selbst gemachte Butterbrot essen zu müssen, gibt es lohnsteuerliche Erleichterungen für Arbeitgeber, wenn sie ihren Mitarbeitern Zuschüsse zum Mittagessen gewähren. Die Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main hat die Voraussetzungen dieser Vergünstigungen aktuell erläutert.

Ist der Zuschuss zum Mittagessen an Arbeitstagen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber arbeitsvertraglich geregelt, ist ein geldwerter Vorteil als Arbeitslohn zu versteuern. Dabei ist unter bestimmten Voraussetzungen jedoch nicht der tatsächliche Zuschuss des Arbeitgebers zu versteuern, sondern nur der 2016 geltend amtliche Sachbezug für ein Mittagessen. Das sind aktuell 3,10 Euro je Mittagessen.

Diese lohnsteuerliche Vergünstigung gilt aber nur, wenn folgende Voraussetzungen eingehalten werden (OFD Frankfurt am Main, Verfügung v. 11.7.2016, Az. A 2334 A – 30 – St 211):

  • Der Arbeitnehmer muss tatsächlich jeden Arbeitstag, für den er einen Zuschuss erhalten hat, ein Mittagessen erworben haben.
  • Der Zuschuss des Arbeitgebers darf den amtlichen Sachbezugswert einer Mittagsmahlzeit um nicht mehr als 3,10 Euro übersteigen.
  • Der Zuschuss zum Mittagessen durch den Chef darf den tatsächlichen Preis der Mahlzeit nicht übersteigen.
  • Der Zuschuss darf von Arbeitnehmern nicht beansprucht werden, die eine Auswärtstätigkeit ausüben, bei der die ersten drei Monate noch nicht abgelaufen sind.

Erstmalige Gewährung eines Zuschusses mit Steuerberater abstimmen

Plant Ihr Arbeitgeber, Ihnen künftig einen Zuschuss zum Mittagessen zu gewähren, sollte zur Sicherstellung der lohnsteuerlichen Vergünstigungen ein Steuerberater hinzugezogen werden. Denn den Nachweis, dass alle genannten Voraussetzungen zur Besteuerung des Zuschusses zum Mittagessen, muss Ihr Arbeitgeber erbringen.

Melden Sie das erste Mal Lohnsteuer für Zuschüsse zum Mittagessen ans Finanzamt ab, können Sie beim Finanzamt zusätzlich einen Antrag auf Erteilung einer Anrufungsauskunft nach § 42e EStG stellen. Das Finanzamt prüft dann – gratis –, ob auch wirklich alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Steuertipp: Die Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main hat in ihrer Verfügung klargestellt, dass die lohnsteuerlichen Vergünstigungen auch dann zu Anwendung kommen, wenn der Arbeitgeber Zuschüsse zu Mahlzeiten einräumt, ohne sich Papier-Essenmarken zu bedienen, die bei einer Annahmestelle (Kantine, Restaurant) in Zahlung genommen werden. In diesem Fall müssen jedoch Wege gefunden werden, die genannten Voraussetzungen plausibel nachweisen zu können.

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