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Marketing in der Fußgängerzone Limitierter Genuss: So funktioniert ein Pop-up-Café

Das Pop-up-Café zum 250-jährigen Jubiläum der Goldstadt Pforzheim bringt beachtliche Resonanz beim Publikum und in den Medien. Mit dabei sind einige Handwerksbetriebe. So funktioniert die neue Verkaufs- und Marketingidee.

"Wie schaffe ich es meine Marke zu forcieren?" ist ein Gedanke der so manchen Handwerksmeister beschäftigt. Traditionelle Methoden sind schon fast aus der Mode gekommen, so dass Social-Media-Kanäle und Youtube als trendiges Medium immer mehr Beachtung finden. Dass Mund-zu-Mund-Propaganda aber noch immer einen hohen Stellenwert hat, beweist ein neues Konzept, das den Genuss auf eine bestimmte Zeit limitiert und Produkte für eine kurze Zeitspanne anbietet.

Pop-up-Café: das Konzept

Der Name "Pop-up" kommt aus dem englischen, und heißt "plötzlich auftauchen". Auf dem Computer gibt es immer wieder gerne Werbe-Pop-ups die plötzlich auftauchen – und dann wieder verschwinden. Trendsetter in der Wirtschaft haben diese Idee aufgegriffen und ein Konzept entwickelt. So gibt es Modeläden, die – pop! – in einem oft abgelegenen Gebäude eröffnen und schon nach ein paar Wochen wieder verschwunden sind. Der Reiz liegt im Vergänglichen, an einem besonderen Ort oder an einem exklusiven Angebot, das es nur für kurze Zeit gibt.

In diesem Fall spielt die Zeit, die limitiert ist, eine besonders große Rolle. Denn was schwer zu kriegen ist, ist besonders begehrenswert. Diese einfache Wahrheit hat auch die Gastronomie für sich entdeckt. Es werden temporär Restaurants und Cafés eröffnet, um Aufmerksamkeit zu erreichen. Ziel der Aktionen sind besondere kulinarische Angebote. Bei der Einrichtung wird improvisiert. An Werbung wird gespart, weil die Kunde über Insider meist rasch über Mundpropaganda verbreitet und dann wiederum von Medien kommuniziert wird. Ein Vorteil, der zum Imagegewinn führt.

Das Pop-up-Café in Pforzheim: Bäcker-Innung, Brauerei und Konditorin machen mit

Zum 250-jährigen Jubiläum der Goldstadt Pforzheim haben sich die Veranstaltungskoordinatoren Gerhard Baral und Alexander Weber dieses Konzept zu Nutze gemacht, um ein Pop-up-Café in der Pforzheimer Fußgängerzone zu etablieren. "Wir wollten einen Ort schaffen, wo man verweilen kann und zudem alle Informationen zu unserem Jubiläumsjahr „250 Jahre Goldstadt“ bekommt", so Gerhard Baral, der den Leerstand der einstigen Tchibo-Filiale in der Innenstadt als Glücksfall bezeichnet.

Mit der Installierung des Cafés wurde eine Anlaufstelle und "lebendiger Treffpunkt" für Gäste und Einheimische initiiert. Zudem sind zahlreiche Partner involviert. So haben Studenten der Initiative "Leerstand als Freiraum" (LAF) ein Konzept für die Ausstattung im Innen- und Außenbereich entwickelt und die Sparkasse Pforzheim Calw die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Die Brauerei Ketterer und die Bäcker-Innung sorgen für Kühl- und Kuchentheke. Kaffee samt Maschine stellt das Goldstadt-Kaffee, Franks Studio aus Straubenhardt steuerte Teile der Thekenausstattung bei. Tische wurden bei Ikea gekauft und die Stühle stellte das Theater Pforzheim zur Verfügung.

Pop-up-Café: Limitiert bis zum 10. September

Als Betreiberinnen sind Konditorin Siegrun Stütz von "Tortenspitzen" und Sigrid Flachenecker verantwortlich für den Café-Betrieb, den sie von Mittwoch bis Sonntag mit einem Team an Ehrenamtlichen seit 7. April 2017 an fünf Tagen in der Woche unentgeltlich stemmen. Bis zum bis 10. September 2017 bleibt das Pop-up-Café geöffnet und bietet besondere Goldstadt-Spezialitäten aus der Backstube von Siegrun Stütz. Danach werden die Räumlichkeiten wieder geräumt.

Die im wahrsten Sinne des Wortes „zusammengestückelte“ Einrichtung und das liebevolle Versorgen der Gäste mit Top-Qualitäten sorgten für große Resonanz. Neugierig wurde das Konzept beäugt, getestet und gelobt. Die Gäste kamen zum Kaffee, kauften Kuchen zum Verschenken und – das allerwichtigste – sie sprachen darüber. Mund-zu-Mund Propaganda funktioniert und wird dazu auch auf den modernen Medien für junge Menschen transportiert.

Spannend ist daher die Aussage von Gerhard Baral, der freudig die Botschaft verkündete, dass sich bereits mehrere Interessenten aus verschiedenen Branchen gemeldet haben, um das Ladenlokal zu übernehmen. Damit hat die Pop-up-Idee mehr als nur "funktioniert".

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