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Smartphone mit schärfstem Display LG G3: Günstiges Pixelwunder im Test

Das G3 von LG trumpft mit dem schärfsten Bildschirm auf dem Smartphone-Markt auf. Mit diesem und vielen weiteren Extras will LG die Top-Modelle von Samsung, Apple, Sony & Co. angreifen. Ob das gelingt, zeigt der Test.

LG G3
Das LG G3 bietet eine vierfache HD-Auflösung auf einem 5,5 Zoll Bildschirm. -

Mit dem G2 brachte der koreanische Hersteller LG im vergangenen Jahr ein Oberklasse-Smartphone auf den Markt, das für Aufsehen sorgte. Der Nachfolger LG G3 verspricht noch mehr Leistung und Extras. Doch was taugen die Neuerungen in der Praxis?

LG G3 im Test

Bildschirm


Design


Leistung


Kamera


Funktionsvielfalt


Akku

Größerer Bildschirm, höhere Auflösung

Das LG G3 wirkt beim ersten Anfassen hochwertig. Den Koreanern ist es gelungen, dem G3 fast die Anmut eines Smartphones aus Metall wie dem iPhone oder HTC One zu verleihen, ohne Metall zu verwenden. Die dezente Metall-Optik lässt es eleganter erscheinen als etwa das Samsung Galaxy S5.

Dem Trend zu großen Smartphones folgend, hat LG seinem Nachfolger einen größeren Bildschirm spendiert. Statt 5,2 Zoll bietet das LG G3 einen Display von 5,5 Zoll. Das entspricht der Größe des neuen Apple iPhone 6 Plus. Damit passt das Smartphone gerade noch so in die Hosentasche und lässt sich auch noch mit einer Hand bedienen - deutlich angenehmer ist es aber mit beiden Händen.

Erfreulich ist, dass der Bildschirm einen großen Teil der Vorderseite bedeckt und die Rahmen schmal gehalten sind, um noch größere Maße zu verhindern. Damit das gelingt, hat LG auf Hardware-Tasten auf der Vorderseite komplett verzichtet. Durch die Menüs navigiert wird über Software-Tasten. Einige Aktionen, wie die Lautstärkeregelung, lassen sich mit dem "Rear Key" auf der Rückseite des Handys ausführen, in dem auch der Ein-Aus-Schalter integriert ist. Die meisten Hersteller verbauen die Lautstärkeregler an der Geräteseite. Mit knapp neun Millimetern in der Breite ist das LG G3 praktisch genauso schmal wie der Vorgänger.

"Klotzen statt kleckern" dachte sich LG wohl bei der Auflösung seines Smartphones. Mit einer Quad-HD Auflösung von 2560 x 1440 Pixel ist das LG G3 zumindest auf dem Papier viermal schärfer als ein HD-Bildschirm. Damit darf sich das LG G3 das Smartphone mit dem bisher schärfsten Bildschirm nennen. Andere Hersteller ziehen jedoch nach. So hat Samsung in seinem kürzlich vorgestellten Galaxy Note 4 einen gleichwertigen Bildschirm verbaut.

Auch in der Praxis ist der Bildeindruck des LG G3 hervorragend. Alles wirkt gestochen scharf, Kontraste und Farbdarstellungen bieten keinen Ansatz zur Kritik. Die Quad-HD-Auflösung ist dennoch eher ein schöner PR-Effekt für den Hersteller. Nutzer dürften im Vergleich zu anderen Top-Smartphones höchstens einen geringfügigen Unterschied erkennen. Noch am ehesten kommt das Mehr an Pixeln bei der Betrachtung von Videos und Fotos zur Geltung.

Nützliche Extras

In einer Liga mit Top-Modellen wie dem Sony Xperia Z3 spielt die Arbeitsleistung des G3. Unter der Haube rechnet der Vierkern-Prozessor Snapdragon 801 von Qualcomm, der mit 2,5 GHz getaktet ist. Ihm zur Seite steht ein 2 Gigabyte großer Arbeitsspeicher. Diese Power sollte eigentlich in jeder Situation ein flüssiges Arbeiten garantieren. Während das LG G3 beim einfachen Navigieren durch die Menüs oder beim Surfen im Internet auch ohne Verzögerung seinen Dienst verrichtet, gönnt sich das Gerät etwa beim Dual-Window-Modus hin und wieder kurze Denkpausen. Die eigentliche nützliche Funktion ermöglicht es Nutzern, zwei Anwendungen in zwei Fenstern parallel auf dem Bildschirm zu bedienen.

Der Zwei-Fenster-Modus ist nur eines von vielen kleinen Extras, das durchaus praktisch sind. Eine "Knock-Funktion" ermöglicht es etwa, das Smartphone durch ein doppeltes Antippen des Bildschirms aus dem Ruhemodus zu erwecken bzw. dorthin zu versetzen. Das ist zum Beispiel für Meetings nützlich. So fällt ein kurzer Blick auf das Handy kaum auf.

Auch hilfreich ist es, dass die Tasturgröße je nach Vorlieben und Fingergrößen verstellt werden kann.

Surfen im Netz macht auch unterwegs richtig Spaß. Das LG G3 unterstützt LTE von bis zu 150 Mbit/s-Downloadgeschwindigkeit. Auch neueste WLAN-Standards, Bluetooth 4.0 und Near Field Communication (NFC) sind an Bord.

Starke Kamera

Wer mit seinem Smartphone gerne Fotos knipst, wird mit dem LG G3 Freude haben. Eine 13-Megapixel-Kamera kommt zum Einsatz. Als Besonderheit bietet das G3 einen Laser-Autofokus. Mit Infrarotstrahlen wird die Entfernung zwischen Smartphone und dem zu fotografierenden Objekt gemessen und dieses in unter einer Sekunden scharf gestellt. Allerdings funktioniert das nur bei Objekten, die weniger als einen halben Meter entfernt sind. Bei weiter entfernten Fotomotiven dauert das Scharfstellen mit dem Standard-Fokus etwas länger.

Ob im Freien oder im geschlossenen Raum, am Tag oder bei Dunkelheit - die Bildqualität kann es durchaus mit den Ergebnissen von günstigen Kompaktkameras aufnehmen. Farben und Kontraste gibt das LG sehr gut wieder und siedelt sich beinah auf dem Niveau der Kameraqualitäten in den Top-Smartphones der Lumia-Reihe von Nokia/Microsoft an. Wie für alle Smartphones gilt: Eine gute System- oder Spiegelreflexkamera kann nicht ersetzt werden.

Auch die Videokamera des LG G3 hinterlässt einen überzeugenden Eindruck. Aufnahmen sind in 4K-Qualität möglich.

Schwachstelle Akku

Schon beim Blick auf das Datenblatt verwundert es, dass LG im G3 trotz seines größeren und schärferen Bildschirms und der gestiegenen Rechenpower keinen leistungsstärkeren Akku als beim Vorgänger G2 verbaut hat. Beide bieten eine Leistung von 3.000 mAh. Das erweist sich in der Praxis als zu wenig, um genauso lange durchzuhalten wie etwa das Samsung Galaxy S5 oder das HTC One M8. Wer während eines Arbeitstags viel Telefoniert, im Internet surft und Videos abruft, kommt mit einer vollen Akkuladung nur mit Mühe bis zum Abend aus. Bei einer sparsamen Nutzung ist spätestens nach zwei Tagen eine Aufladung Pflicht. Besonders auffällig im Test ist der hohe Akkuverbrauch bei der Nutzung von Navigationssoftware wie Google Maps.

Immerhin lässt sich der Akku im LG G3 tauschen. Es empfiehlt sich, auf Geschäftsreisen immer einen Ersatzakku mit dabei zu haben. Praktisch ist eine kabellose Aufladefunktion, die das LG G3 bietet. Dazu ist allerdings eine entsprechende Ladestation nötig, die zusätzlich erworben werden muss.

Fazit

Ein hervorragender Bildschirm, eine gute Kamera , ein starker Prozessor - das LG G3 bietet Vieles, das die Auszeichnung Oberklasse verdient. Abzüge gibt es allerdings für den etwas schwachen Akku. Trotzdem ist das LG G3 ein Kauftipp, zumal es im Internet schon ab rund 400 Euro erhältlich ist und damit günstiger als andere Top-Modelle.

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