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Convertible-Notebook mit 360-Grad-Modus Lenovo Yoga 3 Pro: Akrobat im Test

Scharniere aus 885 Einzelteilen machen das Lenovo Yoga 3 Pro zur wohl wendigsten Mischung aus Notebook und Tablet-PC. Doch ist das so genannte Convertible auch im Arbeitsalltag praktisch? Der Test zeigt es.

Lenovo Yoga 3 Pro
Steht auf dem Kopf: Der so genannte Zeltmodus des Lenovo Yoga 3 Pro eignet sich für Präsentationen. -

Die patentierten Scharniere des ersten Lenovo Yoga sorgten 2012 für großes Aufsehen auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Sie ermöglichen, dass sich der Computer um 360 Grad verbiegen lässt und damit vier verschiedene Arbeitsmodi bietet. Ob als klassisches Notebook, als Tablet-PC, im so genannten Tent-Modus für Präsentationen oder im Stand-Modus als Bildschirm für Filme - wer ein vielseitiges Gerät sucht, ist auf den ersten Blick mit dem Lenovo Yoga gut beraten.

Nachdem das erste Modell als Ersatz für ein reines Tablet allerdings noch zu schwer war und die Stabilität nicht vollends übverzeugte, machte das Lenovo Yoga 2 schon vieles besser. In der nun dritten Auflage will das Lenovo Yoga 3 Pro auch die letzten Schwachpunkte ausmerzen und sich als der perfekte Begleiter für Arbeit und Unterhaltung positionieren. Ob das gelingt und sich die rund 1600 Euro für das günstigste Modell lohnen, zeigt der Praxistest.

Lenovo Yoga 3 Pro: Optik und Verarbeitung

Luxus, Anmut und Eleganz - wer das Lenovo Yoga 3 Pro das erste mal betrachtet und in die Hand nimmt, merkt sofort, dass er ein teueres Stück Technik vor sich hat. Die Designer haben hier ganze Arbeit geleistet und setzen konsequent auf klare und leichte Formen. Das Testgerät ist in einem dezenten Silber gehalten. Wer mehr auffallen möchte, kann aber auch zu den Farbvarianten Gold und Orange greifen.

Das Metallgehäuse strahlt eine kühle Schlichtheit aus und erinnert einen sofort an die Designphilosophie von Apples MacBooks. Doch das Lenovo Yoga 3 Pro ist sogar noch dünner und leichter als das aktuelle MacBook Air 13. MIt gerade einmal 1,2 Kilogramm und einer Dicke von maximal 12,8 Millimetern lässt sich die Kombination aus Notebook und Tablet locker in einer Hand halten. Noch leichter bei den Convertibles ist nur das Microsoft Surface Pro 3 Tablet mit 810 Gramm.

Lenovo Yoga 3 Pro

Das Lenovo Yoga 3 ist ein echter Akrobat, wie der offizielle Werbespot zeigt.

Zum Glück ist das Yoga 3 Pro trotz seiner leichten und dünnen Bauweise wenig anfällig für Druckeinwirkungen. Ein leichtes Nachwippen des Bildschirmdeckels ist jedoch merkbar, wenn das Gerät im geöffneten Zustand abgestellt wird. Während des Arbeitens mit der Tastatur ist aber nur noch eine kaum warnehmbare Vibration zu spüren.

Wer das Lenovo Yoga Tablet Pro 3 in normalen Arbeitumgebungen nutzt, sollte keine Einschränkung haben. Demgegenüber ist die Leichtigkeit ein echter Vorteil, wenn das Convertible viel mobil genutzt wird. Wer das Yoga etwa abends auf dem Sofa im Tablet-Modus nutzt, dürfte den deutlichen Gewichtsunterschied zu einem klassischen Notebook schnell zu schätzen wissen.

Geschmacksache bleibt aber auch dann, ob jemand ein so großes Tablet als praktisch empfindet. Die üblichen Tablets bewegen sich in Größenklassen zwischen sieben und zehn Zoll. Das Lenovo Yoga 3 Pro ist mit seinen 13 Zoll für ein Tablet dagegen extrem groß. Während sich die einen über die zusätzliche Bildschirmflächte beim Betrachten von Multimedia-Inhalten freuen werden, dürften Wechsler von reinen Tablet-PCs die Gerätegröße als weniger handlich empfinden. Das ist jedoch kein Schwachpunkt des Lenovo Yoga 3 Pro, sondern betrifft alle Convertibles auf dem Markt.

Lenovo Yoga 3 Pro: Bildschirm und Tastatur

Die Auflösung des Bildschirms beträgt 3.200 x 1.800 Pixel und wirkt gestochen scharf. Insbesondere bei Videos und Bildern hinterlässt die gute Auflösung einen tollen Eindruck. Auch die Blickwinkelstabilität überzeugt.

Der gute Eindruck leidet allerdings deutlich, wenn das Lenovo Yoga 3 Pro mit seinem spiegelndem Display im Freien und dazu noch bei Sonne benutzt wird. Zugespitzt formuliert, gesellt sich dann ein fünfter Betriebsmodus dazu: als Spiegel. Allerdings ist das Yoga damit nicht allein auf dem Markt. Immer noch werden die meisten Computer mit spiegelnden Bildschirmen ausgestattet. Dabei bietet ein mattes Display deutliche Vorteile, wenn auch mal auf der Parkbank oder der Strandliege ein Dokument bearbeitet werden soll. Eine Alternative im ähnlichen Preisssegment mit mattem Finish ist zum Beispiel das Acer Aspire R13.

LenovoYoga3_Pro2
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Die Tastatur des Lenovo Yoga 3 Pro bietet weniger Tasten als noch der Vorgänger Yoga 2 Pro. Warum Lenovo auf diese Funktionstasten trotz ausreichend Platz verzichtet hat, erschließt sich nicht. Geändert hat sich hingegen nichts am hervorragenden Druckpunkt der Tastatur, die zugleich sehr wenige Geräusche beim Tippen macht. Durch eine integrierte Hintergrundbeleuchtung lässt sich auch in dunklen Umgebungen problemlos mit dem Gerät arbeiten.

Das Trackpad ist grozügig bemessen und reagiert auch auf die verfügbaren Multitouch-Gesten ohne Probleme. Äußerst angenehm ist auch wieder die gummierte Oberfläche, mit der die Tastatur überzogen ist. Sie fühlt sich angenehm weich und griffig an und erinnert an Leder.

Lenovo Yoga 3 Pro: Leistung und Akku

Trödeln ist für das Lenovo Yoga 3 Pro ein Fremdwort. Vom Betätigen des Einschaltknopfs am Computer bis zur Darstellung unserer Webseite dhz.net im Browser über eine WLAN-Verbindung vergehen weniger als 30 Sekunden. Verantwortlich ist im Testgerät dafür die schnelle SSD-Festplatte mit 512 GigaByte, ein Arbeitsspeicher von 8 GigaByte und der verbaute Intel-Core-M-Prozessor mit bis zu 2,60 GHz Leistung.

Mit viel Tempo lässt sich auch durch die Menüs des installierten Betriebssystems Windows 8.1 wischen. Dabei arbeitet das Lenovo Yoga 3 Pro im Tablet-Modus genauso verzögerungsfrei wie im klassischen Notebook-Modus. Wisch- und Zoom-Gesten verlaufen flüssig. Auch Filme und Videos lassen sich ruckelfrei abspielen. Wer also ein Arbeitsgerät sucht, dass sich für die Dokumentenbearbeitung genauso eignet wie für schnelles Surfen im Internet und den Abruf eines Spielfilms über eine Online-Videothek wie Netflix oder Maxdome ist mit dem Lenovo Yoga 3 Pro bestens bedient. Alles andere wäre in dieser Preisklasse auch eine Enttäuschung. Für aufwendige Spiele ist die integrierte Grafikkarte allerdings nicht geeignet.

Trotz seiner guten Leistung arbeitet das Convertible fast lautlos und verbraucht wenig Strom. Auch die Wärmeentwicklung ist sehr gering. Das Gehäuse wird auch bei hoher Belastung kaum wärmer als 30 Grad - ein sehr guter Wert.

Der Akku ist allerdings kein Dauerläufer. Nach knapp sieben Stunden geht ihm bei üblicher Nutzung von Internet und Dokumentenprogrammen die Luft aus. Das ist zwar ein ordentlicher Wert, aber keinesfalls herausragend. Beim aktuellen MacBook Air 13 kommen wir auf knapp neun Stunden Arbeitszeit. Positiv ist jedoch, dass der Akku nach nicht einmal zwei Stunden wieder komplett aufgeladen ist.

Lenovo Yoga 3 Pro: Anschlüsse und Konnektivität

Am linken und rechten Geräterand hat Lenovo die Anschlüsse des Yoga 3 Pro sehr durchdacht platziert. Besonders bemerkenswert ist dabei der Eingang für das Ladekabel, der sich zugleich als weiterer USB-Eingang (USB 2.0) nutzen lässt. Erfreulich ist auch, dass ein Kartenleser integriert ist, was bei den Convertibles eher zur Seltenheit gehört. So lassen sich SD-Karten ohne weitere Geräte schnell auslesen, um etwa Fotos auf das Lenovo Yoga 3 Pro zu übertragen.

USB 3.0 wird vom Lenovo Yoga 3 Pro ebenfalls unterstützt. Zwei Steckplätze sind dafür am Gerät vorhanden. Gerade bei größeren Datenmengen lässt sich mit der schnelleren Übertragung Zeit sparen gegenüber den alten USB 2.0-Anschlüssen.

Zudem ist ein Mini-HDMI-Anschluss an Bord. Wer ein passendes Kabel kauft, kann das Lenovo Yoga 3 Pro so mit anderen Ausgabegeräten wie etwa dem Ferseher verbinden. So lassen sich Fotos und Videos auch ohne einen netzwerkfähigen Fernseher und unabhängig von einer WLAN-Verbindung über einen größeren Bildschirm betrachten.

Lenovo Yoga 3 Pro: Fazit

Das Lenovo Yoga 3 Pro ist eine gelungene Weiterentwicklung des Vorgängers. Der Wechsel zwischen Tablet- und Notebook-Modus macht Spaß, Optik und Gewicht tragen dazu ihren Teil bei. Auch die tolle Auflösung und das schnelle Arbeitstempo überzeugen. Anlass zu Kritik gibt vor allem das spiegelnde Display im Freien. Trotzdem gehört das Lenovo Yoga 3 Pro zweifellos zu den besten Convertibles auf dem Markt.

Wer sich mit dieser Geräteklasse anfreuden kann und gerne auf zwei Geräte für Notebook- und Tablet-Nutzung verzichten will, sollte sich das Lenovo Yoga 3 Pro näher ansehen.

Lenovo Yoga 3 Pro im Überblick  
 
Design  
 
 
Verarbeitung  
 
 
Gewicht  
 
 
Leistung  
 
 
Spiegelnder Display  
 
 
Konnektivität  
  
 
  
 

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