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China-Smartphone im Test LeEco Le Max 2: Starke Konkurrenz für Huawei & Co.

Smartphones von Huawei oder Xiaomi zeigen, dass in China längst nicht mehr nur billige Kopien von iPhones gebaut werden, sondern sehr hochwertige Handys. Mit dem Le Max 2 hat nun auch der in Deutschland noch unbekannte Hersteller LeEco ein vielversprechendes Smartphone im Angebot. Der Test.

LeEco ist der nächste Großkonzern aus China, der mit seinen Smartphones den europäischen Markt ins Visier nimmt und durch eine Kombination aus hochwertiger Verarbeitung zum günstigen Preis beim Kunden punkten will. In China ist LeEco übrigens schon bekannt durch seine Streaming-Dienste, die er unter dem Namen LeTV angeboten hat.

Das Le Max 2 ist eines der aktuellen Top-Modelle von LeEco und wurde der Deutschen Handwerks Zeitung für einen Test zugesendet.

Erster Eindruck: Großer Bildschirm, schickes Design

Das Le Max 2 wirkt im ersten Eindruck sehr hochwertig verarbeitet und bietet einen großzügigen Bildschirm mit 5,7 Zoll. Wie bei anderen Smartphones dieser Größe ist das Le Max 2 damit einerseits sehr gut für das Surfen im Internet und das Abspielen von Videos geeignet. Auch die Nutzung der Kamera und das Bearbeiten von Bildern ist mit dem großen Display sehr komfortabel.

Andererseits lässt sich das Le Max 2 wegen der Größe nicht besonders gut mit einer Hand bedienen und ist in der Hosentasche durchaus sichtbar. Es misst bei einer Länge von 16 cm eine Breite von 7,6 cm. Mit einer Bautiefe von 8,3 mm und eine Gewicht von 185 Gramm liegt das LeMax 2 angenehm in der Hand, auch wenn es nicht das leichteste Gerät seiner Klasse ist.

Das Le Max 2 für den Test wurde in der Farbe Rose Gold geliefert und dürfte vor allem weibliche Kunden ansprechen. Es gibt jedoch auch die Farbvarianten Gold, Silber und Grau. Im Lieferumfang enthalten ist zudem eine transparente Silikonschutzhülle.

Gehäuse aus Aluminium

Bei näherer Betrachtung bestätigt sich der gute erste Eindruck bei der Verarbeitung. Das Unibody-Gehäuse besteht aus Aluminium, wirkt sehr stabil und Spaltmaße sind nicht erkennbar. Auch der Lautstärke und die Ein/Aus-Taste sind aus Metall gefertigt.

Die einzigen Kunststoffteile am LeMax 2 sind zwei dünne Ränder am oberen und unteren Ende der Rückseite. Sie sollen mit ihrer Durchlässigkeit den Signalempfang für Telefonie, Internet und Navigation verbessern. Insgesamt muss sich die Materialauswahl keinesfalls hinter Top-Modellen etablierter Hersteller wie den iPhones von Apple oder den Xperia-Smartphones von Sony verstecken.

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Nachteilig an der Bauweise ist hingegen, dass sich der Rückdeckel nicht entfernen lässt und damit der Akku nicht austauschbar ist. Zudem ist – wie auch bei einem iPhone – kein Steckplatz für eine MicroSD-Karte vorhanden. Der Speicher lässt sich somit bestenfalls über einer Cloud-Lösung erweitern. Immerhin stehen je nach Modell aber 32 GB oder 64 GB an Festspeicher zur Verfügung.

Zwei SIM-Karten für Unternehmer

Einen Pluspunkt erhält das LeMax 2 für seine zwei SIM-Karten-Plätze. Besonders Unternehmer, die ihre beruflichen und privaten Gespräche trennen möchten, ohne ein zweites Smartphone zu nutzen, ist die Dual-Sim-Funktion ein echter Vorteil.

Ein Standard-Anschluss anderer Smartphones fehlt allerdings. LeEco verzichtet beim LeMax 2 auf die klassische Klinkensteckerbuchse für den Kopfhöreranschluss. Diese werden indes mit einem im Lieferumfang enthaltenen Adapter an den USB-Type-C-Anschluss – den Ladeanschluss der Smartphones – angeschlossen.

LeEco hat allerdings gute Gründe für diese Entscheidung und war damit sogar Apple einen Schritt voraus, die die Lösung ebenfalls im neuen Apple iPhone 7 nutzen. Der gewöhnliche Kopfhörer-Anschluss von Smartphones hat den Nachteil, dass Musikgenuss zwangsweise mit Soundverlust einhergeht. Der Grund ist ein für die Umwandlung benötigter Soundchip zwischen Kopfhörern und dem Ausgangssignal. Bei der Lösung von LeEco wird der Sound hingegen direkt in den Kopfhörern decodiert und der Qualitätsverlust eingeschränkt.

Auch wenn sich die Technik voraussichtlich durchsetzen wird, hat sie auch einen Nachteil. Die Ladebuchse ist während des Musikhörens belegt. Gerade auf längeren Zugfahrten kann das zu einem Problem werden, wenn das Smartphone dringend neue Energie bräuchte, aber gerade gute Musik auf den Ohren ist.

Neues Android, schnelles Tempo

Als Betriebssystem ist auf dem Le Max 2 ein reines Android 6 vorinstalliert, das erfreulicherweise nicht mit Werbe-Apps angereichert ist. Dank vier bzw. sechs GB Ram (je nach Modell) und einem Qualcomm Snapdragon 820 Prozessor mit 2x 2,15 GHz und 2x 1,6 GHz läuft das Betriebssystem zu jedem Zeitpunkt sehr geschmeidig und verzögerungsfrei. Das gilt auch für das Surfen im Internet (mit LTE) oder die Nutzung von Gaming-Apps.

Auf der Rückseite des LeMax 2 befinden sich das Kameraobjektiv mit LED-Blitz und ein Fingerabdruckscanner, über den sich der Nutzer alternativ zum herkömmlichen Passwort an seinem Smartphone identifizieren kann. Wer sich anstatt mit dem Finger lieber per PIN am Smartphone anmeldet, kann sich über ein nützliches Feature freuen. Das Le Max 2 erkennt, in welcher Hand das Smartphone gehalten wird und richtet das Tastenfeld entsprechend am linken oder rechten Bidlschirmbereich aus. Praktisch bei diesem großen Display.

Kamera mit Licht und Schatten

Die Kamera, ausgestattet mit 21 Megapixel, f/2.0-Blende und optischem Bildstabilisator, hinterlässt bei Testfotos einen gemischten Eindruck.

Bei Tageslicht wirken die Aufnahme sehr scharf, detailreich und farbgetreu und müssen sich nicht hinter den Aufnahmen andere Oberklasse-Handys verstecken. Merklich schlechter ist die Qualität bei Fotografien in dunklen Räumen oder Nachtaufnahmen. Die Bilder verlieren an Tiefenschärfe und die Farben weisen einen leichten Gelbstich auf. Die Frontkamera mit acht Megapixeln ist für Selfies absolut ausreichend.

Ebenfalls überzeugend ist das Durchhaltevermögen des Akkus im LeMax 2. Wer sein Smartphone sparsam für Telefonie und Internet nutzt, kommt damit über zwei Tage. Vielsurfer und Gamer müssen – wie bei anderen Top-Modellen auch – sich schon nach einem Tag wieder eine Steckdose suchen. Apropos Steckdose. Dem Le Max 2 im Test lag kein deutscher Netzstecker bei, so dass dieses nur über einen Adapter geladen werden konnte. Spätestens wenn LeEco richtig aktiv auf dem deutschen Markt wird, sollte sich das aber noch ändern.

Wer nicht darauf warten will, bis die Smartphones von LeEco im deutschen Handel verfügbar sind, kann das Le Max 2 bereits über internationale Shops wie gearbest.com für rund 250 Euro bestellen.

Fazit

Das LeMax 2 ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Smartphones chinesischer Hersteller inzwischen ernsthafte Konkurrenz für Apple & Co. sind. LeEco bietet für vergleichsweise wenig Geld ein gut verarbeitetes und sehr leistungsstarkes Smartphone. Man darf gespannt sein, was der Hersteller in den nächsten Jahren noch abliefern wird.

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