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GDV-Studie: Rentenperspektive 2040 Längeres Arbeiten - kommt die Rente mit 67 plus?

Kommt bald die Rente mit 67 plus? Diese Veränderung der Lebensarbeitszeit kann helfen, um die gesetzliche Rente zu stabilisieren. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) erstellt hat. Wichtige Fragen zur Rente 67 plus im Überblick.

Die Rente mit 67 plus: Diese Verlängerung der Lebensarbeitszeit kann einen deutlichen Beitrag leisten, um die gesetzliche Rente zu stabilisieren. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die das Analysehaus Prognos im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) erstellt hat.Kommt nun also die Rente mit 67 plus? Ein Überblick über die wichtigsten Fragen:

Was bringt eine "Rente mit 67 plus"?

Derzeit liegt das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Deutschland bei 64,2 Jahren. Die Prognose: Bis 2030 steigt es auf 65 Jahre. Trotz der Rente mit 67 gehen die Deutschen im Schnitt also auch im Jahr 2030 schon mit 65 in den Ruhestand.

Arbeiten die Menschen jedoch wirklich bis 67, käme man laut der Studie des GDV im Jahr 2040 mit einem Beitragssatz von 23,4 Prozent aus. Die durchschnittliche Rente länge bei 1.427 Euro, das Rentenniveau bei 42,1 Prozent. In Kaufkraft von heute entspricht das 200 Euro bei einer durchschnittlichen Jahresrente. "Wir brauchen keine Debatte über eine Rente mit 70. Wir sollten zunächst alles daran setzen, das gesetzliche Ziel von 67 Jahren auch real zu erreichen", sagt Alexander Erdland, Präsident des GDV.

Rentenperspektive 2040

Was bringt eine Rente mit 67 plus? Die Ergebnisse der GDV Studie zeigen, welche Vorteile die Rente für Arbeitnehmer, Rentner und den Staat hätte.

Welche langfristigen Effekte hat eine weitere Anhebung der Lebensarbeitszeit?

Wenn ab 2030 aus der "Rente mit 67" eine "Rente mit 67 plus" würde, könnten Rentner und Beitragszahler auch in den Folgejahren entlastet werden. Geht man von einem durchschnittlichen Arbeitsende mit 67,6 Jahren aus, kommt man laut GDV auf eine Durchschnittsrente von 1.431 Euro und ein Rentenniveau von 42,2 im Jahr 2040. Ein durchschnittlicher Rentner hätte damit im Jahr rund 250 Euro mehr in der Tasche als aktuell.

Rentenperspektive 2040_Nettorentenniveau

Was spricht für die Rente mit 67 plus?

Die geburtenstarken Jahrgänge gehen verstärkt in Rente - und die Lebenserwartung steigt: 65-jährige Männer werden heute im Schnitt älter als 82, Frauen fast 86. Das tatsächliche Alter des Renteneintritts ist seit der Jahrtausendwende zwar um rund zwei auf gut 64 Jahre gestiegen. Die Dauer des Rentenbezugs bis zum Tod stieg im gleichen Zeitraum aber noch stärker und liegt aktuell bei rund 20 Jahren. Auf Dauer muss also die Rentenkasse entlastet werden.

Was spricht gegen die Rente mit 67 plus?

Wird die Altersgrenze hochgesetzt, ab der man ohne Abschläge in Rente gehen kann, bedeutet das Einbußen für all jene, die einfach nicht so lange arbeiten können - also oft Menschen, die mit vergleichsweise geringen Löhnen körperlich hart arbeiten. "Solche Vorschläge treffen arme Menschen mit besonderer Härte", kritisiert Linke-Chefin Katja Kipping die Studie des GDV.

Welche Vorteile hat die Rente mit 67 plus für den Staat?

"Wir sehen sehr deutlich, dass eine stetige Verlängerung der Lebensarbeitszeit wesentliche Vorteile mit sich bringt. Das Rentenniveau ist höher, die Beitragssätze niedriger – und auch für den Arbeitsmarkt und den Bundeshaushalt gibt es Entlastung", sagt Oliver Ehrentraut von der Prognos AG.

Rentenperspektive 2040_Ausgaben-Bundeshaushalt

Der Bundeshaushalt würde um 80 Milliarden Euro entlastet

Konkrete Vorteile hat eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit also auch für den Bundeshaushalt. Bei einer "Rente mit 67 plus“ gäbe es in Deutschland laut der Studie im Jahr 2040 insgesamt über 700.000 mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Weil der Zuschuss zur gesetzlichen Rente geringer ausfiele, könnten so bis 2040 etwa 80 Milliarden Euro Steuergeld gespart werden. "Das schafft Spielraum für Investitionen, aber auch für mehr private Altersvorsorge", sagt GDV-Präsident Erdland.

Rentenperspektive 2040_Beschaeftigte

Was passiert, wenn nichts passiert und die Rente 67 plus nicht kommt?

Steigt das tatsächliche Rentenalter in ähnlicher Weise wie in den vergangenen Jahren, also auf 65 Jahre im Jahr 2040 - dann steigt der Rentenbeitrag von 18,7 auf 23,7 Prozent. Eine Durchschnittsrente läge demnach dann bei 1.410 Euro statt heute 973 Euro. Das Rentenniveau würde um 6,4 Punkte auf 41,7 Prozent sinken, also das Verhältnis von Durchschnittslohn zur Rente.

Was folgt aus den Zahlen der Studie?

Welche Folgen die Zahlen der neuen Studie haben, kommt auf die Sichtweise an. Versicherer beispielsweise werben dafür, unbedingt die Weichen für längeres Arbeiten und die Rente mit 67 plus zu stellen - zum Wohl der Staats- und der Rentenkasse sowie der Rentner selbst. Dennoch ist es unbedingt notwendig, privat vorzusorgen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) dagegen liest die Zahlen anders: Eigentlich, so argumentiert er, bringt längeres Arbeiten so gut wie nichts.

Rentenperspektive 2040_Rentenbeitrag

Wann werden die Weichen auf die Rente mit 67 plus gestellt?

Das die Weichen für die Rente mit 67 plus bald gestellt werden, ist derzeit nicht zu erwarten. Als Finanzminister Schäuble im April 2016 für eine Koppelung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung eintrat, brach ein Sturm der Entrüstung los. Offiziell reicht derzeit die Anhebung der Altersgrenze vom 65. auf das 67. Lebensjahr bis 2029. Aber für die Zeit danach ist es durchaus möglich, dass die Rente mit 67 plus kommt. dhz/dpa

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