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Handwerk zum Wirtschaftsbericht Deutschland Länder müssen Qualifizierungsinitiative unterstützen

Nach Auffassung von Handwerkspräsident Otto Kentzler sollten sich Bund und Länder den Wirtschaftsbericht der OECD "hinter die Ohren schreiben". Es sei ein Skandal, dass noch immer zehn Prozent eines jeden Jahrgangs ohne Abschluss die Schule verließen.

Der Wirtschaftsbericht Deutschland richte große Erwartungen auf den Qualifizierungsgipfel, der Bund und Länder im Herbst zusammenführen soll, um Deutschlands Bildungsprobleme zu lösen, sagte Kentzler. "Betriebe stecken in der Personalfalle. Anspruchsvolle Lehrstellen im Handwerk bleiben immer öfter unbesetzt", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Er begrüßte, dass die Bundesregierung eine Qualifizierungsoffensive angestoßen habe.

Handwerk unterstützt OECD-Forderungen

"Die Bundesländer drücken sich um die wichtigste Investition herum, die wir in Deutschland tätigen können – die Investition in unsere nächsten Generationen“, kommentierte Kentzler. Die Forderungen der OECD unterstützt das Handwerk, so Kentzler: Bessere frühkindliche Erziehung, Verpflichtende Vorschule, Verbesserungen im Schulsystem, stärkere Kooperation Schule/Wirtschaft.

Kritisch äußerte er sich über den Ausbildungsbonus, der an diesem Donnerstag Thema im Bundestag ist und Arbeitgeber dazu bewegen soll, 100.000 schwer vermittelbaren Jugendlichen eine Chance zu geben. "Warum investiert man dieses Geld nicht früher? Die Länder sparen an der Schule, der Bund muss die Sünden später finanziell heilen", kritisierte Kentzler.

pc/ ddp

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