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Geringfügige Beschäftigung: Sozialabgaben und Steuern Kurzfristige Minijobs: Ausweitung der Zeitgrenze bleibt auch 2019

Anders als bisher vorgesehen gelten für Minijobs mit zeitlicher Begrenzung im Jahr 2019 weiterhin die ausgeweitete Grenze von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen. Diese Abgaben und Steuern fallen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber für diese Form der geringfügigen Beschäftigung an.

Anders als der reguläre Minijob, bei dem die maximale Entgeltgrenze von 450 Euro die Basis der Berechnung ist für alle Sozialabgaben und Steuern, gibt es noch eine zweite Form der geringfügigen Beschäftigung: die kurzfristigen Minijobs. Typische Tätigkeiten dafür sind Erntehelfer oder das Arbeiten als Weihnachtsmann – also saisonal bestimmte Arbeiten. Galt bis zum Jahr 2015 eine Zeitgrenze für die kurzfristigen Minijobs von zwei Monaten oder 50 Arbeitstagen, so hatte der Gesetzgeber für die Jahre danach eine zeitweise Ausweitung der Grenzen festgelegt auf drei Monate oder 70 Arbeitstage. Diese sollte eigentlich Ende 2018 auslaufen, so dass die alten Grenzen wieder greifen. Die Bundesregierung hat sich nun allerdings nach Angaben der Minijob-Zentrale entschieden die Ausweitung fortzuführen. Bislang gilt dafür eine vorbehaltliche Entscheidung.

Kurzfristige Minijobs: Nur Arbeitgeber bezahlen Sozialabgaben

So besteht auch im Jahr 2019 die Grenze von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen. Wer innerhalb dieser Zeitgrenzen eine geringfügige Beschäftigung ausübt, bezahlt als Arbeitnehmer keinerlei Sozialabgaben. Auf den Verdienst kommt es bei einem kurzfristigen Minijob nicht an – einzig und allein auf die zeitliche Begrenzung. So kann der Arbeitnehmer theoretisch unbegrenzt verdienen.

Arbeitgeber bezahlen dagegen geringe Abgaben an die Minijob-Zentrale. Dazu gehören Umlagen zum Ausgleich der Aufwendungen bei Krankheit (Umlage 1) und Schwangerschaft bzw. Mutterschaft (Umlage 2) sowie die Umlage für den Fall einer Insolvenz an. Darüber hinaus hat er den Minijobber bei der jeweils zuständigen gesetzlichen Unfallversicherung anzumelden.

Kurzfristge Minijobs: Abgaben für Arbeitgeber

Diese Abgaben bezahlen Arbeitgber 2019 für die Arbeitnehmer in kurzfristigen Minijobs im Gewerbe.

  • Ausgleich der Aufwendungen bei Krankheit (Umlage 1): 0,9 Prozent
  • Ausgleich der Aufwendungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft (Umlage 2): 0,24 Prozent
  • Insolvenzgeldumlage: 0,06 Prozent
  • Unfallversicherung: individuell an den zuständigen Unfallversicherungsträger
  • Steuer: Pauschale oder individuelle Besteuerung nach der Steuerklasse

Quelle: Minijob-Zentrale

Wie ein Minijob ohne zeitliche Grenze fallen auch bei einem kurzfristigen Minijob Steuern an. Hierbei gilt entweder die individuelle Besteuerung nach der jeweiligen Steuerklasse oder eine Pauschalversteuerung von 25 Prozent, die also höher liegt als beim klassischen 450-Euro-Job. jtw

Weitere Infos zu Steuern und Abgaben, die bei  Minijobs anfallen, bekommen Sie hier.>>>

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