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Dachdeckermeister Mathias Greuner setzt auf Nachhaltigkeit Kundenbesuch auf drei Rädern

Wer vor Mathias Greuners Betrieb in Dresden-Klotzsche steht, kann schon erahnen, dass dieser Mann ein ganz besonderes Konzept verfolgt. Das Haus im Schweizer Stil, in dem er selbst auch mit seiner Familie lebt, wirkt einladend, gemütlich und sticht unter all den Villenbauten in der Gegend aufgrund seiner natürlichen Baustoffe heraus. Und was das Haus verspricht, hält Mathias Greuner. Der Dachdeckermeister setzt auch im Job auf nachhaltige Materialien.

Der Firmenname "Dachdecker W. Porstendorfer" mag auf den ersten Blick irritieren. Schließlich führt Mathias Greuner das Unternehmen seit fast 20 Jahren. Doch die unter-schiedlichen Namen haben einen guten Grund: Wolfgang Porstendorfer ist in dieser Gegend jedem ein Begriff. "Als ich die Firma übernommen habe, habe ich mich als eingetragenen Kaufmann vermerken lassen und der Name blieb erhalten", so Greuner. Doch das ist nicht das Einzige, von dem sich der Vater dreier Kinder nicht trennen konnte. "Seit ich den Betrieb führe, bilde ich auch aus."

Neben einem Lehrling gehören ein weiterer Meister und fünf Gesellen zum Team. "Die Mitarbeiter sind das Wichtigste, was wir haben. Ohne sie wird es keine Zukunft in unserem Fach geben." Und damit sich seine Mitarbeiter so wohl wie möglich fühlen, gehören gemeinsame Ausflüge einmal im Jahr zur Tradition. Übrigens ebenso bedeutsam ist die Anwendung traditioneller Techniken und Materialien. "So ist zwar die Anschaffung teurer, die Lebensdauer aber höher und das Dach übersteht auch den nächsten Sturm", so der Experte.

Die perfekte Ergänzung in vielerlei Hinsicht

Heute blüht Mathias Greuner als Dachdeckermeister auf, doch sein Kindheitswunsch war es nicht, bei Wind und Wetter auf die Dächer Fremder zu klettern. "Ich bin gelernter Elektronikfacharbeiter und habe dann Informatik studiert. Mitte der 1990er-Jahre verliebte ich mich dann ins Dachdeckerhandwerk, 1999 folgte der Meistertitel." Stillstand kennt der gebürtige Dresdner nicht – das merkt man auch, wenn man sich seine neueste Errungenschaft anschaut: ein Lastenfahrrad, sein eigener kleiner Beitrag zur Verkehrswende. "Bis vor Kurzem hatten wir für sieben Angestellte drei Autos, das war oft zu wenig. Ein weiteres Auto war aber keine Option, denn unsere Reichweiten sind überschaubar." Was also tun?

Beim Recherchieren ist Greuner auf ein Lastenfahrrad gestoßen, hat dieses ausprobiert und mit seinen Kollegen binnen eines Jahres schon über 1.000 Kilometer zurückgelegt. Bis zu 200 Kilogramm können transportiert werden und Stromkosten von 30 Cent auf 100 Kilometer sind für ihn unschlagbar – ebenso wie der intensive Kontakt mit Kollegen. Sein Betrieb und die anderen Gewerke helfen sich gegenseitig, lernen voneinander und vermitteln sich den einen oder anderen Kunden. Dieses Mit­einander schätze der 53-Jährige ganz besonders.

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