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Steuertipp Kürzung der Verpflegungspauschale auch ohne erste Tätigkeitsstätte?

Arbeitnehmer, die außerhalb ihrer ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig sind, befinden sich auf Dienstreise. Dauert die Abwesenheit vom Büro und von zu Hause mehr als acht Stunden, gibt es an solchen Tagen einen Werbungskostenabzug. Problematisch wird es, wenn ein Arbeitnehmer an solchen Tagen eine Mahlzeit von seinem Arbeitgeber spendiert bekommt.

Gestellt der Arbeitgeber eine Mahlzeit, muss die Verpflegungspauschale anteilig gekürzt werden. Wird dem Arbeitnehmer ein Frühstück zur Verfügung gestellt, ist die Verpflegungspauschale um 4,80 Euro zu mindern. Spendiert der Arbeitgeber ein Mittagessen oder ein Abendessen, beträgt die Kürzung der Verpflegungspauschale 9,60 Euro.

Auch Arbeitnehmer ohne erste Tätigkeitsstätte von der Kürzung betroffen?

In der Praxis stellt sich die Frage, ob auch Arbeitnehmer von dieser Kürzung betroffen sind, die nur im Außendienst tätig sind und nirgendwo eine erste Tätigkeitsstätte haben. Hintergrund dieser Frage ist, dass die Finanzämter bekannt dafür sind, dass sie den Gesetzestext wortgenau auslegen. Und im Einkommensteuergesetz steht eben, dass eine Kürzung der Verpflegungspauschale erfolgen muss, wenn die Mahlzeitengestellung während einer Tätigkeit außerhalb einer ersten Tätigkeitsstätte erfolgt. Heißt das im Umkehrschluss, dass keine Kürzung erfolgen muss, wenn der Arbeitnehmer keine erste Tätigkeitsstätte hat?

Steuertipp: In einem Urteilsfall stellte sich nun das Finanzgericht Niedersachsen hinter die Finanzämter und sprach sich für die Kürzung der Verpflegungspauschale aus, selbst wenn ein Arbeitnehmer keine erste Tätigkeitsstätte hat (Urteil v. 2.7.2019, Az. 15 K 266/16). Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten dieses Urteil jedoch nicht akzeptieren. Denn nun muss der Bundesfinanzhof in einem Revisionsverfahren klären, wer Recht hat (BFH, Az. VI R 27/19). Gegen nachteilige Bescheide sollte deshalb vorerst Einspruch eingelegt werden. dhz

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