Kündigung: Tipps und Fallstricke -

Checkliste Kündigung: Was jetzt zu tun ist

Als plötzlicher Rauswurf oder lange angekündigt: Wer eine Firma unfreiwillig verlassen muss, hat trotz Kündigung erst einmal viel zu tun. Fristen müssen eingehalten, Ämtergänge erledigt und ein neuer Arbeitsplatz gefunden werden. Die ersten Schritte nach der Kündigung.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Kündigung: Tipps und Fallstricke

Wer seinen Job verliert, hat kaum Zeit für langen Ärger oder gar eine Auszeit. Einiges muss erledigt werden, damit kein Stress mit Behörden droht und der Suche nach einem möglichen neuen Arbeitsplatz  nichts im Weg steht. Eine Checkliste zeigt, was jetzt zu tun ist.

  • Arbeitssuchend und arbeitslos melden: Der erste Gang nach dem Erhalt des Kündigungsschreibens sollte zur Arbeitsagentur führen. Ein Arbeitnehmer muss sich drei Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit arbeitssuchend melden. Sonst drohen Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld. Spätestens am ersten Tag ohne Beschäftigung müssen Betroffene sich zusätzlich arbeitslos melden. Hierbei ist es sinnvoll, sich das von der Arbeitsagentur bestätigen zu lassen, um im Zweifelsfall den darüber Nachweis erbringen zu können.
  • Prüfen, ob sich eine Kündigungsschutzklage lohnt: Wer die Entlassung vor Gericht anfechten will, muss das schnell tun: Eine Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung eingereicht werden. Diese Zeit sollten Betroffene nutzen, um auszuloten, wie hoch die Erfolgschancen sind. Wurden Kündigungsfristen eingehalten? Welcher Kündigungsgrund wurde genannt? Um das einzuschätzen, kann eine qualifizierte Rechtsberatung helfen. Vor dem Arbeitsgericht trägt dann jede Partei ihre Kosten selbst.
  • Einen Aufhebungsvertrag ins Spiel bringen: Möglicherweise besteht auch Interesse an einer einvernehmlichen Regelung: Die Vorteile eines Aufhebungsvertrags liegen in der schnellen Regelung von Differenzen. Um Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld zu vermeiden, sollten Betroffene den Aufhebungsvertrag jedoch sorgfältig prüfen. So sollte darin stehen, dass der Vertrag geschlossen wurde, um eine Kündigung durch den Arbeitgeber zu vermeiden, und dass Kündigungsfristen beachtet wurden.
  • Abfindung aushandeln: Einen Rechtsanspruch auf Abfindung gibt es nicht. Meist einigen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber darauf, um juristischen Streit über die Kündigung zu vermeiden. Dabei sollten Erwerbstätige auf unliebsame Folgen achten: Es besteht die große Gefahr, bei der Agentur für Arbeit eine Sperrzeit zu bekommen. Abstriche drohen etwa, wenn die Abfindung ein halbes Monatsgehalt pro Jahr Betriebszugehörigkeit überschreitet.
  • Das Arbeitsverhältnis ohne Gesichtsverlust beenden: Wenn man sich im Guten trennt, kann sich das auch auf das Arbeitszeugnis auswirken. Das fällt möglicherweise freundlicher aus, als wenn Beschäftigte im Streit gehen. Zu einer geordneten Übergabe gehört auch, sich nicht unbedingt in den letzten Tagen vor Ende des Beschäftigungsverhältnisses krankschreiben zu lassen – nur in Extremfällen, zum Beispiel bei Mobbing.
  • Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis einfordern: Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf ein qualifiziertes und berufsförderndes Arbeitszeugnis. Das bedeutet, dass das Zeugnis neben Dauer und Art der Tätigkeit auch eine wohlwollende Bewertung der erbrachten Leistungen beinhalten muss. Es gibt keine festen Fristen, aber ein Arbeitszeugnis sollte immer zeitnah erstellt werden. Im Notfall müsse man den Arbeitgeber mit Fristsetzung dazu auffordern. Denn das Zeugnis ist auch einklagbar.
  • Sich über berufliche Ziele klar werden: In den ersten Monaten der Arbeitslosigkeit sollte alle Energie in die Jobsuche gesteckt werden. Von kreativen Pausen oder langen Reisen raten Experten ab, da man durch ein monatelanges Aussteigen aus dem Job, seine Kontakte verliert. Arbeitnehmer könnten die Kündigung aber sehr wohl zur Neuorientierung nutzen und sich fragen, ob sie wieder im selben Beruf arbeiten wollen oder ob eine Weiterqualifizierung sinnvoll wäre. dpa/dhz
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