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Krieger hält seine Leute in Balance

Familienfreundliche Arbeitsmodelle sind nicht nur Konzernen vorbehalten. Matthias Krieger hat dies für eine Handwerksfirma vorbildlich etabliert.

Matthias Krieger ist die eine oder andere Auszeichnung gewohnt. Doch dieser Tag und dieser Preis hatten es wahrlich in sich: Sein Handwerksbetrieb Krieger + Schramm hat jetzt in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel den Sonderpreis des Wettbewerbs „Erfolgsfaktor Familie 2012“ bekommen. Weil in dem Thüringer Unternehmen Beruf und Familie perfekt miteinander vereinbar sind.

Krieger ist engagiert bis in die Spitzen. Er hält Vorträge, schreibt Bücher ("Die Lösung bist DU"). Intern führt er viele Mitarbeitergespräche, um die Unternehmenskultur immerzu zu verbessern. „Für mich ist es wichtig, dass alle Spaß bei der Arbeit haben und die Familie nicht zu kurz kommt“, sagt Krieger.

Alles in Balance

Das Bauunternehmen aus Dingelstädt schafft es, bei seinen Mitarbeitern Beruf und Familie „in Balance“ zu bringen, wie es Betriebsinhaber bezeichnet. Er hat sich viele Gedanken zu dem Thema gemacht und es dann einfach ausprobiert – mit Erfolg. In der Firma gibt er einerseits jedem Mitarbeiter die Möglichkeit, genug Zeit mit der Familie zu verbringen, und andererseits übernimmt er für jedes Kind seiner Angestellten die Kinderbetreuungskosten.

Den Sonderpreis des Wettbewerbs bekam Krieger + Schramm für sein besonders flexibles Arbeitszeitkonzept, dass er jedem seiner 70 Mitarbeiter – egal ob im Büro oder auf dem Bau – anbietet. „Wenn wir jemanden einstellen, dann sprechen wir erst einmal über seine eigenen Vorstellungen von der Arbeit und über seine Talente“, sagt Krieger. „Wir schauen, wie viel er arbeiten und wie er die Zeit aufteilen möchte.“

Vier-Tage-Woche kein Problem

So sei es möglich, dass einige Angestellte 20 Wochenstunden, andere 30 Stunden oder eben Vollzeit arbeiten. Und da viele seiner Mitarbeiter auf größeren Baustellen und deshalb viel unterwegs sind, überlässt er den einzelnen Teams die Planung selbst. Diese können sich die Zeit dann so einteilen, dass sie alle Stunden in einer Vier-Tage-Woche unterbringen und dann ein langes Wochenende bei der Familie haben.

Für Krieger ist das alles eine „Selbstverständlichkeit“, sagt der 49-Jährige. Er hat sich viel mit Personalführungskonzepten beschäftigt und so eine eigene Methode entwickelt. Die BILD-Zeitung nannte ihn einmal den „besten Boss Deutschlands“. jtw/bur

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