Thüringer Handwerkstag -

Gesundheit Krankenstand im Handwerk so hoch wie nie zuvor

Der Krankenstand im Thüringer Handwerk ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen und lag mit 5,9 Prozent so hoch wie nie zuvor.

Das berichtet die IKK classic auf Basis ihrer Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 32.000 Erwerbspersonen im Thüringer Handwerk. An jedem Arbeitstag des Jahres 2017 fehlten knapp sechs von 100 Beschäftigten im Thüringer Handwerk. Durchschnittlich waren Handwerker im vergangenen Jahr 21,4 Tage krankgeschrieben, einen Tag mehr als 2016. Die Arbeitsunfähigkeitsquote lag mit 61,9 Prozent über der aus dem Vorjahr (61,2 Prozent). Insgesamt entfielen auf jeden Beschäftigten 1,5 Krankheitsfälle mit einer Dauer von 14,7 Tagen.

Die Handwerker im Freistaat waren damit im Vergleich zu 2016 nicht nur häufiger krank. Ein Krankheitsfall dauerte auch fast einen Tag länger als im Vorjahr. Besonders auffällig ist die Zunahme der Langzeit­erkrankungen. Ihr Anteil lag 2017 bei 48,7 Prozent und damit um zwei Prozent höher als noch 2016.

„Ältere Arbeitnehmer sind zwar seltener krank, weisen aufgrund der längeren Dauer eines Krankheitsfalles aber einen deutlich höheren Krankenstand auf als jüngere Beschäftigte. Diese erkranken hingegen häufiger, ein Krankheitsfall dauert aber meist nur wenige Tage“, erläutert Andreas Gärtner, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Thüringen. Mit dem Alter der Beschäftigten unterscheiden sich auch die Ursachen für Krankschreibungen. Mit zunehmendem Alter führen vor allem chronische und degenerative Erkrankungen zu krankheitsbedingten Fehlzeiten.

Beim genaueren Blick in das Krankheitsgeschehen einzelner Branchen fällt auf, dass Beschäftigte im Baugewerbe mit insgesamt 22,7 Arbeitsunfähigkeitstagen 2017 am häufigsten krankgeschrieben waren. Im Gegensatz dazu lag der Krankenstand im Friseurgewerbe am niedrigsten. Thüringer Friseurinnen und Friseure waren insgesamt 16,1 Tage krankgeschrieben, sie brauchten durchschnittlich 12,4 Tage um sich im Krankheitsfall auszukurieren.

Angesichts der immer älter werdenden Beschäftigten und der damit einhergehenden Zunahme von Langzeiterkrankungen wird es für Handwerksunternehmen immer wichtiger, die Gesundheit ihrer Mitarbeiter in die Managementprozesse des Unternehmens zu integrieren, um Personalengpässen vorzubeugen.

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