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Lohnfortzahlung und bezahlter Urlaub Kranke Minijobber: Was Unternehmer wissen sollten

Arbeitgeber stellen ihre Minijobber oft schlechter als ihre Vollzeitkräfte. Eine Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, dass die geringfügig Beschäftigten regelmäßig keinen bezahlten Urlaub gekommen, von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ganz zu schweigen. Was Minijobber und Unternehmer wissen müssen.

Kein bezahlter Urlaub: Rund 35 Prozent der Minijobber berichten, dass ihr Chef ihnen diese Leistung ohne einen rechtlich zulässigen Grund vorenthalte. Fast die Hälfte der Minijobber gibt zudem an, im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung zu bekommen. Allerdings wissen auch nur zwei von drei geringfügig Beschäftigten, dass sie auf diese Leistungen Anspruch hätten.

Das zeigt eine Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), in der 7.500 Beschäftigte und 1.100 Betriebe befragt wurden. 15 Prozent der befragten Betriebe bestätigten, dass ihre Minijobber keinen bezahlten Urlaub bekommen, 21 Prozent gewähren nach eigenen Angaben ihren kranken Minijobbern keine Lohnfortzahlung.

Sozialversicherungspflichtige stehen besser da

Beschäftigte, die in Vollzeit oder in sozialversicherungspflichtiger Teilzeit arbeiten, erhalten in aller Regel bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. 95 Prozent der Befragten wussten auch, dass sie auf diese Leistungen Anspruch haben. Nur zwischen rund einem und knapp sechs Prozent antworteten in der Befragungen, dass sie die Leistungen nicht bekämen, obwohl dafür kein rechtlicher Grund bestehe. .

Der Großteil, nämlich vier von fünf Betrieben, kennt die gesetzlichen Regelungen zu Urlaub und Krankheit von Minijobbern. Wo der Rechtsanspruch nicht bekannt ist, gehen Minijobber allerdings auch besonders häufig leer aus. Doch nicht immer ist Unkenntnis des Chefs Grund für ein Ausbleiben der Zahlungen. Rund 50 Prozent der Betriebe, die angaben, ihren Minijobbern keinen bezahlten Urlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu gewähren, kennen die tatsächliche Rechtslage.

Gleiches Recht für Minijobber

Grundsätzlich haben geringfügig Beschäftigte die gleichen Rechte wie sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, denn sie gelten als Teilzeitbeschäftigte. Welche arbeitsrechtlichen Grundsätze Arbeitgeber beachten müssen, hat die Minijob-Zentrale zusammengefasst.

  • Jeder Minijobber hat Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Der gesetzliche Urlaubsanspruch beträgt jährlich mindestens 4 Wochen beziehungsweise 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche (§ 3 Bundesurlaubsgesetz). Der Urlaub muss auf die entsprechend vereinbarten Werktage umgerechnet werden. Wichtig ist dabei, an wie vielen Werktagen der Minijobber arbeitet, unabhängig von der Stundenzahl an den einzelnen Tagen.
  • Minijobber, die unverschuldet krank werden oder wegen einer medizinischen Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme arbeitsunfähig sind, haben Anspruch auf Lohnfortzahlung für bis zu sechs Wochen. Das Entgelt wird für die Tage fortgezahlt, an denen der Arbeitnehmer zur Arbeitsleistung verpflichtet wäre (§§ 3 - 4 Entgeltfortzahlungsgesetz).
  • Fällt Arbeitszeit wegen eines gesetzlichen Feiertages aus, so hat der Minijobber trotzdem Anspruch auf Arbeitsentgelt (§ 2 EFZG). Die Fortzahlung von Entgelt für Feiertage darf nicht dadurch umgangen werden, dass der Arbeitnehmer die ausgefallene Arbeitszeit an einem sonst arbeitsfreien Tag vor- oder nacharbeitet.

Weitere Informationen in der IAB-Studie. bst

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