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Steuertipp Kosten für Messestand: Hinzurechnung zur Gewerbesteuer fragwürdig

Mietausgaben für bewegliche Gegenstände werden anteilig dem Gewerbeertrag bei Ermittlung der Gewerbesteuer hinzugerechnet, wenn 20 Prozent dieser Ausgaben den Freibetrag von 100.000 Euro übersteigen. So können Sie sich gegen die Hinzurechnung für Ausgaben eines Messestands wehren.

Stieß der Sachbearbeiter im Finanzamt oder ein Betriebsprüfer in Ihrer Gewinnermittlung auf Ausgaben für Messestände, war die anteilige Hinzurechnung zum Gewerbeertrag für die Ermittlung der Gewerbesteuer vorprogrammiert. Die Hinzurechnung erfolgte nach § 8 Nr. 1 Buchstabe e Gewerbesteuergesetz mit dem Hinweis, dass es sich bei solchen Messeständen um fiktives Anlagevermögen handeln würde.

Finanzgericht widerspricht Finanzamtsauffassung

In dem Urteilsfall bestand der Geschäftsgegenstand des Ausstellers auf einer Messe aus der Herstellung von Photovoltaikanlagen, deren Verkauf und deren Montage. Eine anteilige Hinzurechnung der Ausgaben für den Messestand (= Miete) lehnten die Richter des Finanzgerichts Düsseldorf jedoch ab (FG Düsseldorf, Urteil v. 29.1.2019, Az. Az- 10 K 2717/17 G).

Steuertipp: Erhöht die Hinzurechnung der Miete für Messestände tatsächlich den Gewerbeertrag für Ihr Unternehmen, sollten Sie sich gegen den Gewerbesteuermessbescheid mit einem Einspruch wehren und einen Antrag auf Ruhen des Einspruchsverfahrens stellen. Denn jetzt muss der Bundesfinanzhof in einem Musterprozess Stellung zu dieser Thematik nehmen. dhz

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