München und Oberbayern -

„Kontakte ins Ausland knüpfen“

Kfz-Obermeister Hans Medele spricht über den Lehrlingsaustausch

„Kontakte ins Ausland knüpfen“

Interview: Jens Christopher Ulrich

DHZ: Warum hat die Kfz-Innung München-Oberbayern erstmals an dem Lehrlingsaustausch teilgenommen?

Hans Medele: In Zeiten der Globalisierung wird es vor allem für die Jugendlichen immer wichtiger, Kontakte ins Ausland zu knüpfen. Was auf der Schul- oder Studierebene schon lange über gut organisierte Programme funktioniert, steckt im Bereich der Ausbildung immer noch in den Kinderschuhen. Nachdem heutzutage aber fast jeder Schüler über englische Grundkenntnisse verfügt, sollte die Sprache kein allzu großes Hindernis mehr darstellen. Durch den Lehrlingsaustausch können sich oberbayerische Kfz-Lehrlinge nun auch ein Bild davon machen, wie die Ausbildung in einem Nachbarland abläuft. Ganz nebenbei gewinnen die Jugendlichen auch wertvolle Eindrücke von Land, Leuten und Mentalität.

DHZ: Wie kam der Austausch zustande?

Medele: Eva Sarnowski von der Handwerkskammer diente der Innung dabei als Bindeglied. Sie koordiniert seit vielen Jahren die Partnerschaft zwischen der Handwerkskammer für München und Oberbayern und den bretonischen Kammern. Auf ihre Anregung hin wurde der Lehrlingsaustausch in die Wege geleitet und konnte schließlich mithilfe des Leonardo-Projekts in die Tat umgesetzt werden.

DHZ: Wie lautet Ihr Fazit?

Medele: Wir sind mehr als zufrieden.Die französischen Lehrlinge waren sehr interessiert und haben sich problemlos in die Abläufe der Firmen, in denen sie untergebracht waren, integriert.

DHZ: Ist eine Fortsetzung des Austauschs geplant?

Medele: Der Gegenbesuch soll 2013 stattfinden. Dann bekommen oberbayerische Mechatronikerlehrlinge ebenfalls Gelegenheit, in französische Kfz-Betriebe „reinzuschnuppern“ und während ihres Aufenthalts ein wenig „savoir vivre“ kennenzulernen.

DHZ: Welche Vorteile sehen Sie in einem Auslandsaufenthalt während der Ausbildung?

Medele: Ein Auslandsaustausch ist für alle Azubis geeignet. Dabei haben sie die Chance, einmal über den Tellerrand hinauszublicken und - wie im Falle Frankreichs - den europäischen Gedanken direkt vor Ort zu leben.

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