Bayerischer Handwerkstag -

Bayerischer Tag des Handwerks Konstante der bayerischen Wirtschaft

Mit einem Festakt im Historischen Rathaussaal in Nürnberg wurde der Bayerische Tag des Handwerks gefeiert. Er stand heuer unter dem Motto „Wir feiern Bayern. Das Bayerische Handwerk feiert mit“ passend zum 100. Geburtstag des Freistaats.

Mit Blick auf die besonderen Leistungen der über 200.000 Handwerksbetriebe in Bayern betonte BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl: „Es ist auch dem Handwerk zu verdanken, dass Bayern in den vergangenen 100 Jahren den Strukturwandel zu einem Hightech-Standort im Herzen Europas geschafft hat. Unsere Betriebe bilden eine unverzichtbare Konstante in der bayerischen Wirtschaft.

Individuelle Produkte und Dienstleistungen, erstellt durch Handwerkerinnen und Handwerker, die breit qualifiziert sind und mit Können, Leidenschaft und Qualitätsbewusstsein ihre Arbeit machen, waren und sind immer gefragt.“ Die im Handwerk verankerte Bereitschaft, selbstständig sein Leben zu gestalten und sich in einem intensiven Wettbewerb am Markt zu behaupten, mache die Betriebe zu einer Triebfeder der Wirtschaft und zugleich zu einer tragenden Säule des Sozialstaats.

Peter­anderl ergänzte: „Das Handwerk verfügt über eine ungeheure Menge an Wissen und Können und ist damit ein unverzichtbarer Bildungsträger. Mit einer Ausbildung im Handwerk erwirbt man das Rüstzeug, das einen sicher durchs Berufsleben trägt.“

Freistaat steht entschlossen an der Seite des Handwerks

Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks für den Freistaat unterstrich auch Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer: „Als Träger von Tradition, Fortschritt und Qualitätsarbeit ist das Handwerk unverzichtbarer Teil unserer Wirtschaft und Garant für attraktive Arbeitsplätze in Stadt und Land gleichermaßen.

Deshalb steht der Freistaat Bayern entschlossen an der Seite des Handwerks. Mit unserem Fünf-Punkte-Programm ‚Neue Produkte, neue Produktionsverfahren, neue Märkte für das bayerische Handwerk‘ unterstützen wir die Betriebe, schon heute Zukunftsfragen anzugehen. Wir werden die überbetrieblichen Bildungsstätten des Handwerks flächendeckend ausbauen, die Erforschung und Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten fördern und Technologienetzwerke und -zentren in jedem Kammerbezirk aufbauen. Dafür stellen wir zusätzlich 13,5 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Außerdem werden wir 100 Millionen Euro für die Fortführung des erfolgreichen Digitalbonus bereitstellen. Damit sichern wir den Erfolg des Handwerks auch in Zukunft.“

Prof. Dr. Ulrich Walwei, Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), referierte über die Entwicklung des Handwerks in den vergangenen 100 Jahren. „Die Betriebe tragen einen erheblichen Anteil zur volkswirtschaftlichen Leistung bei und leisten über die Ausbildung einen wichtigen Beitrag zur Bildung von Humankapital“, betonte Walwei. Die Digitalisierung werde für einen erneuten Strukturwandel sorgen, prognostizierte der Arbeitsmarktforscher, „da sehe ich für das Handwerk gute Chancen.“

Allerdings gelte es auch, die guten beruflichen Perspektiven im Handwerk stärker in den Vordergrund zu rücken: „Die Modeberufe liegen momentan in anderen Bereichen.“ Bei der anschließenden Podiumsdiskussion berichtete Natalie Garbotz, Fotografin aus Hummeltal bei Bayreuth, wie sie auf die Idee zur Gründung ihres Unternehmens „Littel Bird – Leben in Bildern“ in diesem Jahr kam: „Schwangere und Mütter werden von ihrem Umfeld gerne unterschätzt. Deswegen gehe ich besonders auf sie ein und rücke sie auf meinen Fotos in den Mittelpunkt.“

Ines Hensel arbeitet mit ihrer Firma in Waldbrunn für Feuerwehren in ganz Deutschland: Das 1983 gegründete Unternehmen ist auf die An- und Umbauten von Einsatzfahrzeugen spezialisiert. 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt die „Hensel Fahrzeugbau GmbH & Co. KG“ mittlerweile, darunter 15 Auszubildende. Ihre Leidenschaft für das Handwerk erklärt die Chefin wie folgt: „Viele Leute, die täglich im Büro sitzen, belegen Teambuilding-Seminare. Dort bauen sie dann z.B. ein Floß, um einmal im Jahr richtig mit den Händen zu arbeiten.“

Alexander Hanel von der Stein-Hanel GmbH aus Leutershausen vermarktet seine Grabsteine mittlerweile weltweit. 1948 entstand der Steinmetzbetrieb, 2013 gründete Hanel mit „Rokstyle“ das erste Fashionlabel für Grabsteine. Sein Händchen fürs Marketing hat der Geschäftsführer, der sogar dafür sorgte, dass der 1998 verstorbene Popstar Falco ein Denkmal in seiner Heimatstadt Wien bekam, aus seiner Zeit beim Radio: „Dort lernt man, wie Vermarktung funktioniert.“

Benedikt Jais von der Metzgerei Jais GmbH aus München, hat für den Erfolg des 1938 gegründeten Unternehmens ein klares Konzept: „Qualität ist kein Zufall!“ Ihm ist es wichtig, dass die Tiere, die er verarbeitet, aus der Region kommen, dass er die Landwirte kennt. „Regionalität ist bei der handwerklichen Lebensmittelproduktion ein ganz klarer Trend. Argentinische Steaks gibt es bei uns nicht.“ Thomas Pirner, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, dankte in seinem Schlusswort ausdrücklich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Handwerksbetriebe: „Ohne sie könnten wir die Leistungen gar nicht erbringen.“

Fotoausstellung quer durch Bayern

Zum Tag des Handwerks wurde eine Fotoausstellung eröffnet, die elf ausgewählte Betriebe porträtiert – junge wie alteingesessene Traditionsunternehmen, die schon seit mehreren Generationen bestehen. Aktuell tourt die Ausstellung durch Bayern. Die nächsten Termine:
  • 23. Juli bis 4. August 2018: Großer Saal der Handwerkskammer für Unterfranken, Rennweger Ring 3, Würzburg
  • 6. bis 19. August 2018: Tagungs­foyer Welcome Kongresshotel Bamberg, Mußstraße 7, Bamberg
  • 20. August bis 1. September 2018: Rotmaincenter Bayreuth, Hohenzollernring 58, Bayreuth
  • 3. bis 7. September 2018: Rathausfoyer der Stadt Bayreuth, 1. Stock, Luitpoldplatz 13, Bayreuth
  • 11. bis 20. September 2018: Foyer des Service-Zentrums der Handwerkskammer für Schwaben, Siebentischstraße 52-58, Augsburg
  • 24. September bis 4. Oktober 2018: Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Nikolastraße 10, Passau
  • 17. bis 24. Oktober 2018: Raum Zugspitze der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Max-Joseph-Straße 4, München
  • 20. bis 29. November 2018: Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Ditthornstraße 10, Regensburg

Die Bilder und weitere Informationen zur Ausstellung sind im Internet unter leidenschafthandwerk.bayern zu sehen

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