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Ausbildung im Mittelstand Konstante Ausbildungszahlen trotz weniger Azubis

Die Anzahl von Azubis ist in Deutschland seit Jahren rückläufig. Der Mittelstand stemmt sich jedoch gegen den Trend und hält die Zahl an Auszubildenden zumindest konstant. Eine attraktivere Ausbildung soll einem Engpass von Fachkräften vorbeugen.

Während die betriebliche Ausbildung weiter an Zulauf verliert verlagert sie sich gleichzeitig immer stärker in die mittelständische Wirtschaft. Das hat eine Analyse auf Basis des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels ergeben. Die seit Jahren rückläufige Auszubildendenzahl lag 2014 bei 1,36 Millionen. 2008 waren es noch 1,61 Millionen. Dabei ist es den kleinen und mittleren Betrieben jedoch gelungen, die Azubi-Zahlen in den letzten fünf Jahren konstant bei 1,2 Millionen zu halten.

„Die Mittelständler müssen bei sinkenden Schülerzahlen und gleichzeitig zunehmender Studierneigung nicht nur mit großen Konzernen, sondern auch immer stärker mit den Hochschulen um die Absolventen konkurrieren“, sagte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Dass es den Betrieben entgegen des gesamtwirtschaftlichen Trends gelingt, die Zahl der Azubis wenigstens konstant zu halten, sei überlebenswichtig.

Ausbildungen in Teilzeit und Mietzuschüsse

Etwa zwei Drittel der Ausbilder im Mittelstand betrachten laut einer KfW-Analyse attraktivere Ausbildungsplätze als eine wichtige Wettbewerbsstrategie. 28 Prozent von ihnen hätten bereits Maßnahmen ergriffen, 35 Prozent hätten entsprechende Pläne. Dabei sind die Unternehmen kreativ: Social Media im Internet werden für die Mitarbeiterwerbung genutzt, Ausbildungen werden in Teilzeit angeboten oder zusätzliche Lehrinhalte integriert. Auch gibt es Prämienerhöhungen, Mietzuschüsse, Jobtickets oder Diensthandys.

Zeuner: „Im Zuge des demografischen Wandels werden der deutschen Wirtschaft immer weniger Schulabsolventen zur Verfügung stehen. Flankierend zu den Bemühungen der Unternehmen ist es daher wichtig, das Ausbildungssystem zukunftsfest zu machen, um drohende Fachkräfteengpässe in nichtakademischen Berufen abzufedern“. Ansätze seien dabei etwa eine verbesserte Feststellung der Kompetenzen und Nachqualifizierung von jungen Leuten ohne Berufsabschluss. Das sei auch bei Zuwanderern denkbar. Eine höhere Durchlässigkeit zwischen Studium und Ausbildung sei notwendig, so Zeuner: "Die hohe Studierneigung bringt Reibungsverluste mit sich – mehr als jedes vierte Bachelor-Studium wird abgebrochen.“ dhz

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