Oberfranken -

Nordbayern-Dialog Konkrete Umsetzung ist das Gebot!

Vor gut einem Jahr hat die bayerische Staatsregierung die sogenannte Nordbayern-Initiative gestartet. Insgesamt beinhaltet der Plan 56 Projekte im Bereich Infrastruktur, Bildung und auch Kultur mit einem Volumen von 600 Millionen Euro.

Am 24. September kamen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Finanzminister Markus Söder, Bildungsminister Ludwig Spaenle und Staatssekretär im Ministerium des Innern Gerhard Eck zu einem Bilanzgespräch, dem Nordbayern-Dialog, nach Kulmbach. Auch die Vertreter der Wirtschaft, insbesondere Handwerkskammerpräsident Thomas Zimmer, waren zur Podiumsdiskussion in Kulmbach geladen.

„Die bayerische Staatsregierung hat im Rahmen ihrer Heimatstrategie mit dem Nordbayern-Plan in Oberfranken wertvolle Wachstumsimpulse gesetzt“, sagte HWK-Präsident Thomas Zimmer in seiner ersten Reaktion auf den Nordbayern-Dialog. „Von den 56 Einzelprojekten des Nordbayern-Plans sollen 22 in Oberfranken realisiert werden und sind zum Teil bereits angestoßen. Dies ist eine sehr gute Quote.“ „Vor allem aber ist eine stärkere Gewichtung im Bereich der beruflichen Bildung notwendig“, so Zimmer weiter. Neben den Megathemen Digitalisierung, Bewältigung der Energiewende und demografischer Wandel sind die „berufliche Bildung und der Fachkräftebedarf der Zukunft“ die zentralen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Oberfranken. Dazu Thomas Zimmer: „Die berufliche Bildung ist gerade für Oberfranken und KMU von zentraler Bedeutung. Es geht um die Stabilisierung der ländlichen Räume wie auch der kleinbetrieblichen Strukturen. Die berufliche Bildung ist damit ein wichtiger Standortfaktor. Was wir benötigen ist eine verpflichtende Berufsorientierung an allen Schulen. Das Augenmerk der Politik liegt nach wie vor zu sehr auf der akademischen Bildung. Gerade bei Gesellen und Facharbeitern, die für das Handwerk von besonderer Bedeutung sind, droht zukünftig ein wesentlicher Engpass. Auch unsere Handwerksbetriebe bekommen das bestehende Ungleichgewicht zu spüren. In vielen Handwerksbereichen wird es immer schwerer, angebotene Lehrstellen zu besetzen.“

In diesem Zusammenhang verwies Zimmer auch auf die Empfehlungen des Wissenschaftsrates, die aus der Studie „Empfehlungen zum Verhältnis von beruflicher und akademischer Bildung“ aus dem Jahr 2014 hervorgehen: „Wir fordern eine funktionale Balance und stärkere Verzahnung der post-schulischen Bildungsbereiche. Jugendliche müssen gezielt zur Wahl eines Ausbildungsweges angeleitet werden, der ihren Fähigkeiten und Interessen möglichst optimal entspricht. Daher ist eine systematische Berufs- und Studienorientierung in der Schule unerlässlich.“

„Zur Bewältigung dieser großen Megathemen packen wir – die oberfränkische Wirtschaft – gemeinsam an. Wir bauen aber auch auf die weitere Unterstützung der bayerischen Staatsregierung. Mit dem Nordbayern-Plan ist hier ein wichtiger und richtiger Schritt bereits erfolgt – stehenbleiben dürfen wir hier aber nicht“, erklärte der Handwerkskammerpräsident.

Thomas Zimmer weiter: „Daher müssen wir auch den Wissenstransfer gemeinsam voranbringen. Wichtig ist die konstruktive Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Hier sind wir mit TAO 2.0 auf einem guten Weg, den wir konsequent weitergehen müssen. In der Zukunft muss es uns noch besser gelingen, die Wissenschaft mit den Betrieben zu vernetzen. Dies ist ein wichtiger Baustein, um zum einen die Innovationsfähigkeit der Betriebe positiv zu beeinflussen und zum ­anderen die Möglichkeit, Oberfranken zu einem richtigen Innovationsstandort zu machen.“

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