Erfurt -

Fachkräftemangel bleibt Konjunkturhoch setzt sich fort

Die aktuelle Geschäftslage liegt für die Betriebe des Mittel- und Nordthüringer Handwerks im dritten Quartal 2018 weiterhin auf hohem Niveau.

Die Gesamtwerte sind im Vergleich zum Vorjahresquartal nahezu unverändert, so dass sich die Konjunkturlage beständig fortsetzt. „Die Unternehmen blicken zudem optimistisch in die Zukunft und erwarten mehrheitlich eine unveränderte Geschäftssituation“, verkündete Stefan Lobenstein, Präsident der Handwerkskammer Erfurt, im Rahmen der Herbst-Pressekonferenz im Erfurter Gildehaus.

Die konjunkturelle Hochphase verläuft seit drei Jahren im Bereich über 90 Prozentpunkten, ohne das die Unternehmerinnen und Unternehmer eine Eintrübung erwarten. Die Wirtschaft und das Handwerk profitieren weiterhin in starkem Maße vom hohen privaten Konsum, den Investitionen im Wohnungsbau und öffentlichen Bau sowie bei den Ausrüstungsinvestitionen.

Die erhobenen Beschäftigtenzahlen verzeichnen gegenüber dem Vorjahresquartal keine nennenswerten Veränderungen. Die Umsätze über alle Handwerksgruppen sind für 89 Prozent der Betriebe unverändert geblieben oder gestiegen. Die Betriebsauslastung floriert weiterhin auf sehr hohem Niveau. Mehr als die Hälfte aller Betriebe verfügen über einen Auslastungsgrad zwischen 90 und 100 Prozent. Das Bau- und Ausbauhandwerk trägt die durchschnittlich rund zehn Wochen Auftragsreichweite des Gesamthandwerks auf einem saisonal typischen Stand.

98 Prozent der Betriebe bescheinigen zunehmende oder unveränderte Verkaufspreise. Die Investitionsneigung zeigt mit 79 Prozent eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahresquartal. „Wenn sich Betriebe in einer konjunkturellen Hochphase mit vorausschauenden Investitionen auf einen Abschwung vorbereiten, der nach einer Phase der Marktsättigung folgen kann, gibt das Hoffnung auf ein Umdenken“, so Lobenstein. Investitionen erfolgen zum Beispiel in neue Geräte und Maschinen, in die Weiterbildung der Mitarbeiter oder in die Spezialisierungen des Angebotes.

Einschätzung für 2019

Auch im kommenden Jahr wird der private Konsum aufgrund steigender verfügbarer Einkommen weiterhin ein starker Konjunkturtreiber im Handwerk sein. Hinsichtlich der Beschäftigung ist davon auszugehen, dass die angespannte Arbeitsmarktlage weiterhin dämpfend wirkt. Fachkräfte sind kaum vorhanden. Hier ist auch das Thema qualifizierte Einwanderung voranzutreiben. Handwerksbetriebe selbst müssen sich aber auch noch stärker im Kampf um Fachkräfte einschalten, z.B. durch attraktive Arbeitsplatzgestaltung (Bezahlung über Tarif, Urlaubsgeld, flexible Arbeitszeiten, Entwicklungsmöglichkeiten wie die Übertragung von Verantwortung für Teilprojekte und gesundheitsfördernde Maßnahmen).

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