Chemnitz -

Bürokratie und Fachkräftemangel trüben die Freude Konjunktur im Handwerk erneut auf Höchststand

Die Handwerkskonjunkturdaten im Kammerbezirk Chemnitz hat im Frühjahr 2018 erneut einen Höchststand erreicht. Der Geschäftsklimaindex stieg auf 139,5 Punkte und liegt damit fünf Prozentpunkte über dem Wert vom Frühjahr 2017.

Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz: „Die gute Lage zieht sich durch alle Gewerke und Regionen und zeigt, dass das Handwerk bei uns breit und gesund aufgestellt ist. Aber: Die gute Konjunktur verdeckt im Augenblick negative Effekte wie die immer weiter zunehmende bürokratische Belastung, die vor allem kleine und mittlere Betriebe auszubaden haben. Außerdem ist der Fachkräftemangel deutlich und schmerzlich im Handwerk spürbar.“

Betriebsauslastung, Geschäftslage und Einschätzung der Geschäftsentwicklung zeigen ungebrochen hohe Werte. 92,9 Prozent der Betriebe schätzen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend ein, 97 Prozent der Betriebe erwarten eine Verbesserung beziehungsweise eine gleichbleibende Entwicklung ihrer künftigen Geschäftslage.

Treiber der sehr guten Konjunktur im Handwerk waren einmal mehr die Bau- und Ausbaugewerke. Aber auch alle übrigen Gewerkegruppen verzeichneten bessere Werte als bei der Befragung vor einem Jahr – darunter auch das Lebensmittelhandwerk, wo es allerdings zu Unterschieden zwischen Stadt und Land kommt. Besonders im ländlichen Raum lässt sich im Lebensmittelhandwerk eine Marktbereinigung beobachten.

Abermals konnten die Betriebe gestiegene Einkaufspreise nur unvollständig auf die Verkaufspreise umlegen. 61,4 Prozent der Betriebe gaben steigende Einkaufspreise an, 60,4 Prozent der Betriebe verzeichneten stagnierende Verkaufspreise.

Die in den Konjunkturwerten des Frühjahrs üblicherweise sichtbaren saisonalen Schwankungen blieben wiederholt aus. Neben dem vergleichsweise milden Winter ist die Ursache dafür, dass vor allem Betriebe des Bauhandwerks auch über die auftragsschwächere Winterzeit ihre Belegschaften halten – ein Zeichen für den Fachkräftemangel im Handwerk. Zunehmende bürokratische Belastungen erschweren zudem die Suche nach Unternehmensnachfolgern.

Die Handwerkskammer Chemnitz berechnet den Indexwert der Konjunkturdaten seit diesem Frühjahr nach einer veränderten Methode. Der Wert ist nun direkt vergleichbar mit den Indizes beispielsweise der IHKn und anderer Handwerkskammern. Der Geschäftsklimaindex lag im Frühjahr 2017 bei 50,6 Punkten, rückwirkend umgerechnet ergeben sich daraus 134,5 Punkte.

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