Wiesbaden -

Erfolgreiche Ausbildung Konditorin aus Mittelhessen auf Bundesebene erfolgreich

Macht durch gute Ausbildungsarbeit auf sich aufmerksam: das Gießener Café Geißner.

Bundesweit werden derzeit etwa 500 junge Menschen im Konditorhandwerk ausgebildet. Die Lehre endet nach drei Jahren mit der Gesellenprüfung. Dabei liefert in jeder Innung einer der Junggesellinnen und Junggesellen die innungsbeste Prüfung ab. In der Konditoren-Innung Mittelhessen war das in diesem Jahr Evelyn-Jeanette Teigler.

Die junge Dame aus Dutenhofen hat ihr süßes Handwerk beim alteingesessenen und über den lokalen Rahmen hinaus bekannten und geschätzten Gießener Café Geißner in der Plockstraße erlernt. Übrigens wegen toller Leistungen in Theorie und Praxis in nur zweieinhalb Jahren, statt der eigentlichen drei.

Konditorin aus Mittelhessen auf Bundesebene erfolgreich


Als mittelhessische Innungssiegerin nahm sie am Landeswettbewerb teil und wurde dort Hessens beste Nachwuchskonditorin 2018. Mit diesem Titel qualifizierte sich die mittlerweile 23-Jährige für das Bundesfinale, das am 19. und 20. November in Koblenz ausgetragen wurde. Zwölf junge Damen – das Konditoren-Handwerk entwickelt sich zunehmend zu einer Domäne der Frauen – bewarben sich um die „Treppchenplätze“.

Evelyn-Jeanette Teigler war dabei. Sie wurde Dritte, musste nur der Bundessiegerin Luzia Strobel aus Bayern und der Zweitplatzierten Janice Perez aus Baden-Württemberg den knappen Vortritt lassen.

In einem Sektor, der allerdings nicht zur Wertung zählte, war Evelyn-Jeanette Siegerin: Sie hatte den größten Fanclub mitgebracht. Mehr als zwei Dutzend Unterstützer – je zur Hälfte Mitschülerinnen aus der Aliceschule Gießen und Kolleginnen und Kollegen aus dem Betrieb, darunter Chef Arnd Fischer, hatten sich nach Koblenz aufgemacht, um die Hessenmeisterin zu unterstützen. Konditormeister Fischer und seine Lebensgefährtin Carola Bahnsen stehen in Gießen an der Spitze eines Betriebs, in dem Ausbildung einen sehr hohen Stellenwert hat.

Ausbildung ist bei Abiturientinnen begehrt

Acht Auszubildende stehen derzeit im Café Geißner unter Vertrag, allesamt weiblich und sieben davon mit Abitur. Hinzu kommen vier Gesellinnen in der Backstube. Diese Entwicklung ist im Hause Geißner respektive Fischer/Bahnsen kein Zufall, sondern Ergebnis einer Entwicklung, die auf 20-jähriger Ausbildungserfahrung und der dabei gewonnenen Menschenkenntnis beruht und aufbaut, weiß Arnd Fischer.

Und diese Erfahrung ist wichtig angesichts vieler Bewerbungen auf eine Ausbildung, die anspruchsvoll ist. Denn im Café Geißner erlernen die Auszubildenden nicht nur den Beruf der Konditorin – mangels Präsenz wird an dieser Stelle auf den „Konditor“ verzichtet –, sondern zugleich auch den der Fachverkäuferin im Konditoren-Handwerk. „Diese Kombination hat sich sehr bewährt. Sie hilft vor allem auch den jungen Leuten selbst, die in ihrer Lehre kein Entweder-Oder, in der Backstube oder im Verkaufsraum, sondern beide Tätigkeiten als Einheit kennenlernen“, wissen Fischer und Bahnsen um die Vorteile dieser Ausbildungsvariante.

Viele junge Menschen möchten ein Praktikum bei Geißner machen, wollen zur Probe mitarbeiten. Fischer weiß Interesse und Motivation seiner Praktikanten einzuschätzen. Besonders bei den Abiturientinnen, die anpacken und nicht nur studieren wollen, erkennen Konditormeister Fischer und die für den Verkauf zuständige Gefährtin Carola Bahnsen die Potenziale, die „filigranen Fähigkeiten“. Diesen Weg ist auch die Dutenhofenerin Evelyn-Jeanette Teigler, mittlerweile fest angestellte Gesellin bei Geißner, gegangen. Und das mit großem Erfolg.

Lang ist im Übrigen die Liste der Geißner-Lehrlinge, die Titel errungen und Wettbewerbe gewonnen haben. Kammer- und Landessieger, „Treppchenplätze“ bei Bundesfinals stehen auf der „Habenseite“. Fischer und Bahnsen sehen auch in der (Damen-)Riege der aktuellen Lehrlinge potenzielle Kammer-, Landes- und hoffentlich auch einmal eine Bundessiegerin. Denn Letztere fehlt noch in der „Sammlung“.

Ihren eingeschlagenen Weg wollen Arnd Fischer und Carola Bahnsen jedenfalls weitergehen, motiviert und bestätigt durch die Erfolge ihrer Lehrlinge. Und diese Riege wiederum, so Evelyn-Jeanette Teigler, ist eine verschworene Gemeinschaft, die zusammenhält und sich gegenseitig hilft und schätzt. Die weiß, dass Neid und Missgunst das Betriebsklima zuerst stören und dann zerstören.

„Das ist bei uns nicht der Fall“, so die 3. Bundessiegerin, die wie alle Mitarbeiterinnen im Gesellenstand den Ausbilderschein erwerben will, um ihr Wissen und Können an den jährlich hinzukommenden Nachwuchs offiziell weitergeben zu können. Und dass Evelyn-Jeanette Teigler einmal den Meisterbrief im Konditor-Handwerk erwerben wird, ist eigentlich ausgemachte Sache. Nur der Zeitpunkt steht noch nicht ganz fest.

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