Oberfranken -

„Pakt für Berufliche Bildung“ Kompetenzzentrum Digitales Handwerk wird ausgebaut

Kurz nachdem Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner in München den „Pakt für Berufliche Bildung“, der den Ausbau des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk (KDH) Süd in Bayreuth besiegelt, unterschrieben hatte, machte sie sich vor Ort selbst ein Bild der erfolgreichen Arbeit.

Sie bespricht zukünftige Weichenstellungen, um das Handwerk optimal beim Digitalisierungsprozess zu begleiten. Aigner: „Das Handwerk steht wie die gesamte Wirtschaft in Bayern vor der großen Herausforderung ‚Digitalisierung‘. Ich möchte sicherstellen, dass unsere Handwerksbetriebe eine hochwertige fachliche Begleitung bekommen, wenn es darum geht, über die Anwendung neuer digitaler Technologien neue Produkte, neue Kooperationen und neue Märkte zu erschließen. Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Themen Aus- und Fortbildung sowie Beratung im Bereich der digitalen Infrastruktur. In diese Richtung wollen wir das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk weiterentwickeln.“

Digitaler Innovationspfad

Aigner verschaffte sich einen Eindruck von der Ausrichtung des KDH als eines von bundesweit nur vier Zentren sowie vom neuen Digitalen Innovationspfad der Kammer und der Einbindung des frisch erworbenen Digitalisierungswissens in die Ausbildung des Nachwuchses.

Dabei konnte sie sich gleichzeitig auch vom Nutzen eines bislang rein bayerischen Förderinstrumentes überzeugen: Denn zwei Unternehmen, die das KDH in seinen Umsetzungsprojekten betreut hat und beispielhaft vorstellte, sind durch das bayerische Wirtschaftsministerium im Rahmen des sogenannten Digitalbonus gefördert worden.

„Der Digitalbonus als zielgerichtete Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen funktioniert hervorragend und erfreut sich großer Nachfrage. Daher werden wir für 2017 und 2018 weitere Mittel in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro bereitstellen“, sagte Aigner. Alleine an der HWK für Oberfranken haben in den letzten neun Monaten 100 Betriebe des Handwerks Anträge für den Digitalbonus gestellt.

„Ich möchte sicherstellen, dass unsere Handwerksbetriebe eine hochwertige fachliche Begleitung bekommen, wenn es darum geht, über die Anwendung neuer digitaler Technologien neue Produkte, neue Kooperationen und neue Märkte zu erschließen.“ Ilse Aigner

„Pakt für Berufliche Bildung“

Der Ausbau und die Weiterentwicklung des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk Süd an der HWK für Oberfranken zu einem Digitalen Innovations- und Anwenderzentrum war einen Tag zuvor unterzeichnet worden. „Wir freuen uns und das gleich doppelt“, reagierte der Präsident der HWK für Oberfranken, Thomas Zimmer. „Zum einen, weil damit die gute Arbeit unseres KDH und die Notwendigkeit einer Fortführung über den bisherigen Förderzeitraum hinaus anerkannt sind. Und zum anderen“, so Zimmer weiter, „weil die im Pakt hinterlegten Investitionen in die überbetrieblichen Bildungsstätten der Wirtschaft und der Berufsschulen die Gleichstellung akademischer mit beruflicher Bildung weiter vorantreibt.“

Gleichstellung der Ausbildung

Der Pakt enthält weitere Aspekte, die aus Sicht der Handwerkskammer für Oberfranken von entscheidender Bedeutung sind. Und für die deren Spitze auch vehement gekämpft hat. So wird in der Präambel der gemeinsamen Erklärung explizit erwähnt, dass es erklärtes Ziel sei, den „Pakt für Berufliche Bildung“ zu verstetigen und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

„Der Ausbau der beruflichen Bildung und die damit verbundene Gleichstellung ist eine langfristige Aufgabe, die in den kommenden Jahren weitere Anpassungen braucht“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der HWK für Oberfranken, Thomas Koller, warum ihm diese Passage so wichtig ist. „Und die bayerische Staatsregierung hat sich – wie alle weiteren Beteiligten auch – nun dazu bekannt.“

Klar werde dies auch durch die Formulierung, dass die Paktpartner sich bewusst sind, dass weiterhin Anstrengungen notwendig seien. Und durch den Verweis auf den Masterplan Bayern Digital II, in dem neben Maßnahmen im Bereich der beruflichen Bildung zum Beispiel auch das Förderprogramm Digitalbonus enthalten ist und der auf insgesamt fünf Jahre ausgelegt ist.


Hintergrund

Der „Pakt für Berufliche Bildung“, den Bayerns Staatsministerin Ilse Aigner gemeinsam mit Kabinettskollegen und den Spitzen der bayerischen Wirtschaft unterschrieben hat, geht auf eine Initiative des bayerischen Handwerks zurück. Mitte Dezember 2016 wurde die Idee bei einer Konferenz der Spitzen der bayerischen Handwerkskammern mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und den Kabinettsmitgliedern Ilse Aigner, Dr. Markus Söder, Joachim Herrmann, Ulrike Scharf, Dr. Marcel Huber und Emilia Müller vorgestellt und zugesagt.


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