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Marktanreizprogramm für den Wärmemarkt KMU-Bonus soll Heizungsmarkt grüner machen

Wirtschaftsminister Gabriel will Betriebe stärker zum Energiesparen motivieren. Er hat eine Novelle des Marktanreizprogramms für mehr Energieeffizienz vorgelegt und möchte so die erneuerbaren Energien stärker in den Wärmemarkt bringen. Derzeit herrscht hier Stillstand.

Die erneuerbaren Energien sind weiter auf dem Vormarsch – zumindest, was die Stromproduktion angeht. Auf dem Wärmemarkt ist die Dynamik nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums eher verhalten. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte hat sich seit 2012 nur noch langsam weiterentwickelt und liegt derzeit bei 9,9 Prozent.

Bis 2020 hat sich die Bundesregierung allerdings vorgenommen, 14 Prozent dieser Energie über regenerative Quellen zu decken. So schreibt es das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz vor. Um die Ziele zu erreichen, verändert Sigmar Gabriel (SPD) nun die Vorgaben für das Marktanreizprogramm (MAP), dem zentralen Instrument zum Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Er hat eine Novelle der Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt vorgelegt.

Zuschüsse für Betriebe

Das MAP ist Teil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz, an deren Umsetzung Gabriel derzeit arbeitet. Es fördert private, gewerbliche und kommunale Investitionen in Heizungsanlagen oder größere Heizwerke, die erneuerbare Energien nutzen und in Wärmenetze, die erneuerbar erzeugte Wärme verteilen. Die Förderung unterstützt nach Angaben des Ministeriums primär die Errichtung von Anlagen im Gebäudebestand; im Neubau nur bei bestimmten innovativen Anlagentypen.

Das MAP umfasst ein Fördervolumen von über 300 Millionen Euro pro Jahr in Form von Investitionszuschüssen, Darlehen und Tilgungszuschüssen. Künftig sollen davon nicht mehr hauptsächlich Privatverbraucher profitieren, sondern auch Betriebe – speziell die kleinen.

Gabriel will das Programm für den gewerblichen Bereich stärker öffnen. "Über verbesserte Förderanreize wollen wir so den Zubau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt deutlich beschleunigen", heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Energiewende im Wärmemarkt müsse sich künftig noch stärker auch in den Betrieben abspielen.

Novelle soll ab 1. April gelten

Dafür sollen kleine und mittlere Firmen künftig in dem für Unternehmen zugeschnittenen KfW-Teil des MAP einen sogenannten KMU-Bonus von 10 Prozent bekommen. Aber auch für große Betriebe wird die Antragsberechtigung erweitert. Aus Sicht von Gabriel setzt die Novelle „neue Maßstäbe für die Heizungsbranche“. Handwerksbetriebe können zudem auf mehr Aufträge hoffen.

Die novellierte Förderrichtlinie tritt nach Angaben des BMWi am 1. April 2015 in Kraft.  

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