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Coronavirus und Hamsterkäufe Klöckner: Lebensmittelversorgung ist gesichert

Es gibt keinen Anlass für Hamsterkäufe. Dies stellte nicht nur Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner klar.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Politik und Wirtschaft sehen keinen Grund für Hamsterkäufe. „Die Lebensmittelversorgung ist gesichert“, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in Berlin in einer gemeinsamen Konferenz mit Vertretern aus Landwirtschaft, Ernährungsindustrie und Handel. Die Lieferketten seien weitgehend gesichert, betonte sie. Wo es in Einzelfällen zu Engpässen komme, sei der Handel bestrebt, die Frequenz der Lieferungen zu erhöhen. Auch Warenlieferungen aus dem Ausland funktionierten. Hamsterkäufe seien unnötig und schadeten nur. Preissteigerungen aufgrund der Corona-Krise erwartet sie nicht.

Noch fehlen Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft

Eine Herausforderung der Branche wird die Versorgung mit ausreichend vielen kurzfristig einsetzbaren Hilfskräften aus dem Ausland sein. Im Jahr arbeiteten rund 268.000 Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft, sagte der Präsident des Bauernverbandes, Joachim Rukwied. Nötig seien jetzt pragmatische Lösungen für Saisonarbeitskräfte insbesondere aus Osteuropa. Ansonsten liefe die Arbeit auf den Bauernhöfen weiter, sagte Rukwied und verwies auf eine starke inländische Landwirtschaft. Klöckner verwies auch auf Arbeitskräfte krisengeschüttelter Branchen, die jetzt unkompliziert in der Landwirtschaft kurzfristig eingesetzt werden könnten. Dasselbe gelte auch für den Lebensmitteleinzelhandel.

Hamsterkäufe sorgen für unnötigen Druck in der Lieferkette

Keinen Grund für Hamsterkäufe sieht auch der Präsident der Bundesvereinigung der Lebensmittelindustrie, Christian von Boetticher. Die Belieferung des Einzelhandels mit Nahrungsmittel sei nicht zuletzt durch Sonderschichten und anderen Mehraufwand gewährleistet. Hamsterkäufe sorgten dagegen nur für zusätzliche Schwierigkeiten in der Produktion und Druck in der Lieferkette.

Lebensmittelhandel funktioniert

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, unterstrich, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sei durch den Handel sichergestellt. „Das ist eine Leistung der gesamten Lebensmittelkette von der Landwirtschaft über die Produktion bis in den Handel hinein“, sagte er. Natürlich könne es sein, dass einzelne Produkte nicht greifbar seien, aber im Ganzen könne man sagen, dass die Lebensmittelversorgung gesichert sei. Mit Blick auf die Schließung anderer Geschäfte stehe der Handel allerdings vor einer noch nie dagewesenen Herausforderung.

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