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EU-Kommission Klimapaket kostet jeden Bürger 150 Euro

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat Vorwürfe zurückgewiesen, mit dem EU-Klimapaket drohten Verbrauchern und Wirtschaft übermäßige Belastungen. Dennoch steht fest: Auf die Bürger kommen durch das Paket Mehrkosten zu.

"Wir reden die Kosten unserer Vorschläge nicht klein. Sie kosten den Bürger jedes Jahr rund 150 Euro und damit etwa so viel wie drei Benzinladungen für ein durchschnittliches Familienfahrzeug", sagte Barroso. "Nichts zu tun würde uns zehnmal teurer zu stehen kommen."

Bereits jetzt werde jeder Bürger mit einem dramatischen Anstieg der Energiepreise konfrontiert. "Wenn wir den Mut zur Veränderung haben, können wir bis 2020 50 Milliarden Euro bei unseren Öl- und Gasimporten einsparen. Wir können unsere Abhängigkeit von Öl und Gas verringern und unsere Energieversorgung sicherer machen", betonte der Kommissionspräsident und fügte an: "Es ist unsere Aufgabe, ja unsere Pflicht, in den nächsten fünfzig Jahren und darüber hinaus eine Weltwirtschaft aufzubauen, die das Klima schont."

EU will Vorreiterrolle übernehmen

Die EU sei bereit, "im Klimaschutz eine Vorreiterrolle zu übernehmen", kündigte Barroso an. Allein der globale Kohlenstoffmarkt, für den das Emissionshandelssystem der EU Pionierdienste geleistet habe, erreiche bereits einen Wert von 20 Milliarden Euro pro Jahr und könne bis 2030 zwanzig Mal mehr wert sein. Der Umbau zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft biete "die Chance auf tausende neue Unternehmen, hunderttausende neue Jobs und einen riesigen neuen Exportmarkt, in dem Europa weltweit führend sein kann".

ddp

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