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CeBIT 2008 Kleiner und internetfähig – der Trend mobiles Internet

Mehr Speicher, mehr Leistung, volle Internetanbindung – und das alles in immer kleineren Gehäusen. Mobilität ist eines der Topthemen auf der diesjährigen Computermesse CeBIT in Hannover.

Die Informations- und Telekommunikationsindustrie setzt bei der Suche nach neuen Absatzmärkten voll auf mobile Endgeräte. Die sollen aber nicht nur leistungsfähig sein, sondern auch noch "grün". Schließlich ist "Green IT" Schwerpunkt der Leitmesse.

Der weltgrößte Chiphersteller Intel spricht angesichts seiner neuen 45-Nanometer-Prozessortechnologie gar vom "größten Durchbruch in der Halbleiterindustrie seit Bestehen des Unternehmens". Im Vergleich zum 65-Nanometer-Prozessor haben die Entwickler der US-Firma die darauf in den Prozessoren untergebrachte Zahl der Transistoren noch einmal verdoppelt. Dabei ist ein Mini-Chip namens Atom der neuen Generation gerade einmal etwa so groß wie eine Euro-Cent-Münze und verbraucht unter Volllast weniger als zwei Watt.

Die neue Intel-Plattform für mobile Computer ist ausgestattet mit integrierter Grafik und drahtloser Funkverbindung. Der Hersteller verspricht längere Akkulaufzeiten sowie schlankere und leichtere Geräte. Die ersten Modelle namhafter Notebook-Hersteller wie Lenovo, Toshiba oder Asus sollen bereits im Sommer in den Läden stehen. Die Atom-Chips sollen sowohl in Notebooks als auch in hosentaschengroßen Internet-Computern zum Einsatz kommen.

Ebenfalls im Sommer will Asus die Gunst der Popularität seines erst seit wenigen Wochen in Deutschland erhältlichen Mini-Notebooks Eee PC nutzen und nachlegen. In Hannover stellt der Konzern bereits den Nachfolger vor. Der Eee PC 900 steckt im gleichen Gehäuse wie sein Vorgänger, verfügt aber über deutlich mehr Leistung unter der Tastatur: 8,9-Zoll-Bildschirm und bis zu zwölf Gigabyte großer Flashspeicher. Der zeitweise vergriffene Vorgänger besitzt nur ein 7,1-Zoll-Display und lediglich vier Gigabyte Speicherplatz. Auch der Arbeitsspeicher wurde verdoppelt. Statt Linux arbeitet das neue Modell mit Windows XP. Dafür will Asus aber 399 Euro verlangen, 100 Euro mehr als beim populären Erstmodell.

Marktchancen beim mobilen Internet

Der Elektronik-Branchenverband VDE sieht enorme Marktchancen beim mobilen Internet. 2015 könnten etwa fünf Milliarden Menschen und zehn Milliarden Sensoren drahtlos miteinander kommunizieren, sagt der Vorsitzende der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE, Alexander Röder. Informationen ließen sich von überall her abfragen.

Die Frage nach dem rechten Weg lassen sich immer mehr Autofahrer inzwischen von Navigationsgeräten beantworten. Diese bieten dank neuer Softwaretechnologie immer mehr Features. So preist der Anbieter Navigon auf der CeBIT Geräte an, die "unterwegs schon immer eine Kreuzung voraus denken". Jeder könne sich so voll auf den Verkehr konzentrieren und müsse nicht kurz vor der Kreuzung noch von rechtsaußen auf die linke Spur wechseln, sagt Navigon-Produktmanager Jörn Watzke. Wer will, kann auch auf jeglichen Klickaufwand beim Eingeben der Zieldaten verzichten. "Ein einziger Tastendruck genügt", um die Software für Sprachbefehle zu sensibilisieren, sagt Watzke und fügt hinzu: "Von diesem Moment an hört sie auf jedes Wort."

Doch neue Technik liefert nicht immer die erwarteten Antworten. Eine von Vodafone entwickelte Bildsuchmaschine soll Informationen zu eingesendeten Handybildern liefern. Bei einem Foto von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war die neue Technik jedoch "sprachlos". Zur Regierungschefin fehlten ihr schlicht die notwendigen Informationen.

ddp

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