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Fettnäpfchen beim Handwerker-Marketing Die 5 häufigsten Fehler im KMU-Marketing

Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) betreiben ihr Marketing wegen mangelnder Strukturen und Ressourcen häufig nach dem Prinzip „learning-by-doing“. Entsprechend größer ist die Gefahr, dass die Kampagne im Sande verläuft und viel Geld verloren geht. Folgende Fettnäpfchen sollten Sie daher unbedingt meiden.

Kleine und mittelständische Handwerksbetriebe sind oft Meister ihres Fachs. An Kompetenz mangelt es ihnen nicht – wohl aber daran, ihre Leistung an den Mann respektive die Frau zu bringen, also sich selbst zu vermarkten. Mal liegt das am fehlenden Know-how in Sachen Marketing, mal auch daran, dass das Tagesgeschäft so viel Zeit und Kräfte bindet, dass der Außenauftritt darüber in Vergessenheit gerät. Viel zu spät fällt dann auf, dass plötzlich der Umsatz stagniert und die Kunden abwandern. Die "Deutsche Handwerks Zeitung" erklärt die fünf häufigsten Fehler im Handwerker-Marketing.

1. Fehler beim KMU-Marketing: Kein Logo

Ein Logo hilft dabei, sichtbar zu sein und sich von anderen Betrieben zu unterscheiden. Es bleibt eher im Gedächtnis als der bloße Name, schafft einen Wiedererkennungswert und vermittelt Professionalität. "Ein fehlendes Logo vermittelt dem Kunden oft den Eindruck, dass es sich um einen Hobbyunternehmer handelt", sagt Ronald Rassmann, Werbeberater aus Friedrichroda in Thüringen. "Das Logo gehört auf alle Werbemittel: von der Visitenkarte über das Auto bis zur Webseite." Und professionell gestaltet sollte es darüber hinaus auch sein. "Eine einfache Schriftart aus dem Schreibprogramm oder ein selbstgebasteltes Logo mit kostenlosen Cliparts erwecken ebenso keinen seriösen Eindruck", so der Marketingexperte.

2. Fehler beim KMU-Marketing: Keine professionelle Internetseite

Viele Handwerker gehen davon aus, dass sie die meisten Aufträge durch Mund-zu-Mund-Propaganda erhalten. Das mag sein – doch die angehenden Kunden verlassen sich meistens nicht nur auf die gute Empfehlung eines Freundes, sondern wollen sich auch selbst über die angebotenen Leistungen informieren. "Nur wer sich richtig informieren kann, kann auch entscheiden", sagt Werbefachmann Rassmann. "Das funktioniert heutzutage nur mit einer Webseite." Die sollte natürlich professionell und anwenderfreundlich konzipiert sein und einen einprägsamen Domainnamen haben. Außerdem sollte sie möglichst auch problemlos via Smartphone abrufbar sein, damit sich potenzielle Kunden auch mobil informieren können. Und dann wäre es noch gut, die richtigen Schlagwörter auf der Seite unterzubringen, um bei der Google-Suche möglichst weit oben zu landen. Das alles sollte man besser einem Profi überlassen und nicht selbst drauflos basteln.

3. Fehler beim KMU-Marketing: Nur eine private Mailadresse

Heutzutage muss man als Handwerker natürlich auch per E-Mail erreichbar sein. Einfach ein privates Mailkonto bei einem Kostenlos-Anbieter anzulegen, reicht jedoch nicht aus. "Private Mailadressen gehören weder in eine Anzeige noch auf den Firmenwagen", betont Marketingexperte Rassmann. Über eine private Mailadresse gewinnt man keine Kunden, denn diese vermittelt, man würde seiner Arbeit nur semiprofessionell als eine Art Hobby nachgehen. Praktisch: bei den meisten Webhosting-Anbietern, auf deren Servern man seine Internetseite unterbringt, ist eine professionelle E-Mail-Domain inklusive.

4. Fehler beim KMU-Marketing: Werben ohne Strategie

Hier 100 Euro für die Schultombola, da ein neuer Satz Trikots für den örtlichen Fußballklub. Und dann noch eine Anzeige im Mitgliederblättchen des Gesangsvereins – da hatte schließlich die nette Nachbarin drum gebeten. Viele Handwerksbetriebe machen Werbung ohne Sinn und Verstand, ohne zugrunde liegende Strategie – und der Effekt verpufft. Besser als nach dem Gießkannenprinzip Werbegelder zu verteilen ist es, sich genau zu überlegen, wen man eigentlich ansprechen möchte und wie man diese Menschen erreicht – und dann die vorhandenen Mittel gezielt und fokussiert einzusetzen. Auch wenn dann der Gesangsverein der netten Nachbarin möglicherweise leer ausgeht.

5. Fehler beim KMU-Marketing: Nicht bei Facebook präsent

Zufriedene Kunden sind die beste Werbung, heißt es immer so schön. Doch damit die Kunden ihre positiven Erfahrungen auch einem möglichst breiten Publikum weitererzählen können, "muss man ihnen die Chance zu einer Meinungsäußerung geben", sagt Mark Pohlmann, Geschäftsführer der Hamburger Werbeagentur Mavens. Dazu sind soziale Netzwerke wie etwa Facebook hervorragend geeignet. "Sie sind für schnelle und unkomplizierte Meinungsäußerungen prädestiniert", so Pohlmann. So werde der gesamte Freundeskreis erreicht. "Zudem ist der Like-Button extrem nützlich, um Freunde auf etwas Positives aufmerksam zu machen." Dazu können soziale Netzwerke mit relativ niedrigem Aufwand auf- und ausgebaut werden und eignen sich zugleich dazu einen persönlichen Kontakt zu den Kunden zu pflegen.

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