Oberfranken -

Auszeichnung der Prüfungsbesten Klares Bekenntnis zur Mittelschule

Es war ein klares und kraftvolles Bekenntnis zur Mittelschule: Zum ersten Mal wurden am 24. Juli die prüfungsbesten Mittelschülerinnen und Mittelschüler Oberfrankens geehrt.

Die Ehrungen dazu fanden in allen oberfränkischen Schulamtsbezirken statt. Hochrangige Vertreter der Regierung von Oberfranken, auch Regierungspräsident Wilhelm Wenning, Landräte und Oberbürgermeister, Vertreter der Arbeitskreise Schule–Wirtschaft, HWK-Präsident Thomas Zimmer, die oberfränkischen Kreishandwerksmeister und ihre Stellvertreter sowie Mitglieder des HWK-Vorstand als Vertreter des oberfränkischen Handwerks nahmen an den Auszeichnungen teil.

„Mit den Ehrungen“, so die Initiatoren, Handwerkskammer-Präsident Thomas Zimmer und Regierungsschulrat Alexander Wunsch, „geben wir ein klares Bekenntnis zur Mittelschule ab. Die bayerische Mittelschule hat sich mit ihrem breiten, stark auf berufsbezogene Inhalte ausgerichteten Bildungsangebot und ihrer ausgeprägten Berufsorientierung zu einer starken Stütze im System der weiterführenden Schulen in Bayern entwickelt. Dass sie den Vergleich mit anderen Schularten nicht zu scheuen braucht, hat im zu Ende gehenden Schuljahr wieder eine große Zahl von Absolventinnen und Absolventen dieser Schulart bewiesen.“

Handwerk setzt auf Mittelschulen

Die oberfränkischen Kreishandwerksmeister und ihre Stellvertreter stellten in ihren Grußworten die Bedeutung der Mittelschulen für das Handwerk heraus. „Mehr als die Hälfte aller Lehrlinge, die das Handwerk ausbildet, kommen aus den Mittelschulen. Deswegen hat das Handwerk schon immer auf die Mittelschulen, früher Hauptschulen gesetzt. Weil wir wissen, was Sie können. Und weil wir wissen, dass Sie sich bewähren.

Für das Handwerk ist es unverständlich, aber in der Öffentlichkeit haben die Mittelschulen ein Imageproblem. Wir finden, völlig zu Unrecht, und wir möchten Ihnen heute dafür einige Beweise ­liefern.

Deutschland profitiert vom Ruf der Unternehmen

Das, was Unternehmen in Deutschland leisten, trägt heute den Namen made in Germany. Deutschland ist weltberühmt für die Qualität seiner Arbeit und die Leistungsfähigkeit seiner Unternehmen. Weniger bekannt ist, woher dieser tolle Ruf Deutschlands kommt. Klar. Einerseits kommt der Ruf von den Unternehmern, den Handwerksmeistern und Ingenieuren, die es in Deutschland gibt. Aber eigentlich, und da sind sich alle einig, gründet sich der gute Ruf Deutschlands auf die hohe Qualifikation und Leistung der Mitarbeiter in den Unternehmen. Auf die Mitarbeiter, die eine Lehre absolviert haben, danach als hochqualifizierte Fachkräfte in den Unternehmen arbeiten und sich dort immer wieder weiterbilden. Kein Land der Welt hat eine so hohe Mitarbeiterqualifikation wie Deutschland. Der deutsche Facharbeiter, die Gesellen, haben diesen Ruf geprägt, und sie tun es noch heute.

Deswegen ist es ein völliger Unsinn, dass heute alle nur noch Abitur machen wollen und inzwischen mehr junge Menschen studieren, als eine Lehre beginnen.

Wir, das Handwerk, kämpfen darum, dass Schulabschlüsse ein anderes Image bekommen als heute. Schulabschlüsse wie Abitur, mittlere Reife oder Mittelschulabschluss sind nur verschiedene, aber doch gleichwertige Wege in den Beruf. Jeder Schulabschluss hat seine Berechtigung und seinen Wert. Und wir stehen dazu: Mit jedem Schulabschluss kann man heutzutage Karriere machen. Das ist die Philosophie des Handwerks zum Thema Schule.

Und das Schöne daran: Im Handwerk gibt es immer was zu tun. Deswegen ist das Motto unserer Imagekampagne auch: Die Welt war noch nie so unfertig. Packt mit an. Stürz dich drauf. Mit all deinen Talenten und Ideen. Alles, was du dafür brauchst, ist die richtige Einstellung und Spaß daran, mit deinen Händen etwas zu erschaffen.“

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